Zahlen zu Drogendelikten
Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2011
Rauschgiftdelikte stiegen Jahr 2011 leicht an
© Daniel Peter, MEV-Verlag
Im Jahr 2011 wurden insgesamt 236.478 Rauschgiftdelikte begangen, das sind 5.471 mehr als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote lag bei 94,7 Prozent und erreicht damit den exakt selben Wert wie 2010.
Insgesamt wurden 196.337 Tatverdächtige festgestellt, die als Konsumenten harter Drogen gelten. Davon waren 88,1 Prozent männlich und 11,9 Prozent weiblich. Häufig handelt es sich um Mehrfachtäter. Die Erkennung und Erfassung von Konsumenten harter Drogen ist schwierig und unvollständig, denn man kann davon ausgehen, dass die Drogenabhängigkeit eines Täters häufig nicht erkannt wird. Die Anteile von Straftaten durch Konsumenten harter Drogen dürften also höher liegen als statistisch registriert – besonders bei den Delikten Diebstahl und Raub. Relativ hohe Anteile von Konsumenten harter Drogen als Täter wurden bei der direkten Betäubungsmittel-Beschaffungskriminalität festgestellt (51,7 Prozent der aufgeklärten Fälle), bei Ladendiebstahl unter erschwerenden Umständen, etwa mit Einbruch, (33,2 Prozent der aufgeklärten Fälle) sowie bei Handtaschenraub (22,2 Prozent der aufgeklärten Fälle).
Die verschiedenen Rauschgiftarten
Aufgeschlüsselt nach den verschiedenen Drogenarten ergaben sich 2011 bei den Rauschgiftdelikten 131.951 Cannabis-bezogene Fälle (Anteil von 59,7 Prozent; 2010: 59,8 Prozent), 42.577 zu Amphetaminen/Methamphetaminen und deren Derivaten einschließlich Ecstasy (Anteil von 19,3 Prozent; 2010: 16,5 Prozent), 18.589 Heroin-bezogene Fälle (Anteil von 8,4 Prozent; 2010: 11,4 Prozent) sowie 13.930 Kokain-bezogene Fälle (Anteil von 6,3 Prozent; 2010: 6,6 Prozent). Die Fälle mit Heroin haben im Jahr 2011 um 24,4 Prozent abgenommen, während die Fälle mit Amphetamin/Metamphetamin um 19,9 Prozent zugenommen haben. Das Dunkelfeld bei dieser Art von Delikten ist jedoch sehr groß. Die Entwicklung der registrierten Rauschgiftdelikte hängt außerdem stark vom Kontrollverhalten des Zolls und der Polizei ab.
Drogentote
2011 wurden in Deutschland insgesamt 986 Drogentote registriert, das sind 251 weniger als im Vorjahr. Meldepflichtig sind alle Todesfälle, die in Zusammenhang mit einem Drogenkonsum stehen. Dazu gehören Todesfälle infolge von Missbrauch, Selbsttötung aus Verzweiflung über die Lebensumstände oder unter Einwirkung von Entzugserscheinungen sowie tödliche Unfälle von unter Drogeneinfluss stehenden Personen. Auch hier muss von einem Dunkelfeld ausgegangen werden. Insgesamt starben in Deutschland seit Beginn der Erhebung im Jahr 1973 mindestens 41.674 Menschen an Drogen.
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