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Gewalttätige Fußball-Fans

Bei Fußballspielen sind sie in ganz Deutschland unterwegs: die Fans zu den Spielen und die Polizeibeamten zur Sicherung der Fans, Züge, Städte und Stadien. Zu Beginn der Bundesligasaison 2013/2014 verzeichnete die Bundespolizeiinspektion Dortmund einen Anstieg der „Fangewalt“. Sogar Hubschrauber waren deshalb im Einsatz, sagt Polizeioberrat Oliver Humpert.

Krawall in Städten, Bahnen und Stadien 

Bei Fußballspielen treffen nicht nur Vereine, sondern auch Fans aufeinander – teilweise mit Gewalt

© Jacek Kozyra, fotolia 

 

Bei Fußballspielen sind sie in ganz Deutschland unterwegs: die Fans zu den Spielen und die Polizeibeamten zur Sicherung der Fans, Züge, Städte und Stadien. Zu Beginn der Bundesligasaison 2013/2014 verzeichnete die Bundespolizeiinspektion Dortmund einen Anstieg der „Fangewalt“. Sogar Hubschrauber waren deshalb im Einsatz, sagt Polizeioberrat Oliver Humpert.

Randalierende Fußballfans 

Im Stadion oder noch auf dem Weg dorthin: Krawalle unter rivalisierenden Fußballfans sind keine Seltenheit. Damit es erst gar nicht zu Auseinandersetzungen zwischen Fans kommt und diese sicher zu den Spielbegegnungen reisen können, setzt die Bundespolizeiinspektion Dortmund jedes Wochenende viel Personal ein. Gerade dann, wenn Fans verschiedener Vereine auf ihrer Reise zu unterschiedlichen Spielen aufeinandertreffen, wird es brenzlig. „Hierbei wurde in der Saison 2012/ 2013 mehrfach der Einsatz von Hubschraubern notwendig, um Einsatzkräfte der Bundespolizei rechtzeitig an erkannten Brennpunkten einzusetzen, um so gewalttätige Auseinandersetzungen zu verhindern“, sagt Polizeioberrat Oliver Humpert. Er ist Leiter der Bundespolizeiinspektion Dortmund (BPOLI DO) und dort zuständig für den FC Schalke 04, Borussia Dortmund, VfL Bochum, Rot-Weiss Essen und Wattenscheid 09. Im Zuständigkeitsbereich der BPOLI DO kam der Einsatz von Hubschraubern bereits zwei Mal zur Anwendung. „Insgesamt führt dieser hohe Aufwand im Ruhrgebiet dazu, dass wertvolle Personalressourcen an anderer Stelle fehlen“, sagt Humpert. 

Formen der „Fangewalt“ 

Einsatzkräfte der Bundespolizeiinspektion Dortmund, aber auch die Fans rivalisierender Vereine werden bereits auf der Anreise zu den einzelnen Spielorten in Zügen und Bahnhöfen durch Provokationen auf verschiedene Arten konfrontiert: zum Beispiel durch mitgeführte Banner und T-Shirts mit provokanten Aufdrucken, aber auch strafrechtlich einzustufenden Beleidigungen. „Fangewalt“ äußert sich aber auch in der Nutzung verbotener Pyrotechnik. „Durch das Zünden von Signalfackeln, so genannten Bengalos oder auch Polenböllern, nehmen die Täter Körperverletzungen wie Knalltraumata oder Rauchvergiftungen von Unbeteiligten und Polizeibeamten billigend in Kauf“, so Oliver Humpert. In der laufenden Saison, bis Oktober 2013, hat die BPOLI DO bereits mehr pyrotechnische Gegenstände sichergestellt als in der gesamten vorigen Saison. Es gibt natürlich auch gruppendynamische Prozesse, bei denen Fans gewalttätig werden. Flaschenwürfe aus der Menschenmenge auf Polizisten oder gegnerische Fans erfüllen unter anderem den Straftatbestand des Landfriedensbruchs. Es kommt aber auch zu Raub- und Rohheitsdelikten. Dazu gehört beispielsweise die gewaltsame Entwendung von Fanutensilien und körperliche Auseinandersetzung einzelner Personen oder verfeindeter Fangruppen. 

Ein bekanntes Beispiel für Fangewalt ist das Spiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC im Mai 2012. Während des Rückspiels der Relegation wurden Bengalische Feuer auf das Spielfeld geworfen, später stürmten es die Fans. Massive Ausschreitungen und einen Polizeieinsatz gab es am 21. August 2013 während der Champions League-Qualifikation beim Heimspiel von Schalke 04 gegen PAOK Saloniki. 

Wer sind die Täter? 

Als Täter im Bereich von Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz (Pyrotechnik) sind überwiegend Mitglieder aus Ultragruppierungen ermittelt worden. Tatverdächtige von Gewalt-, Raub- und Beleidigungsdelikten sind sowohl Mitglieder der Ultragruppierungen als auch „ganz normale“ Fußballfans. „Hierbei muss man aber unbedingt zwischen einzelnen Ultragruppierungen differenzieren“, erklärt Oliver Humpert. Schließlich seien nicht alle Ultragruppierungen gewaltgeneigt. Und auch der normale fußballinteressierte Fan fällt schon mal durch provokantes oder sogar gewalttätiges Verhalten negativ auf. Verstärkt wird dieses durch den übermäßigen Genuss von alkoholischen Getränken.

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