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Raub
Bei einem Raub nimmt der Täter einer anderen Person eine fremde bewegliche Sache weg – mit der Absicht, sie sich rechtswidrig anzueignen. Vom Diebstahl hebt sich der Raub durch den Einsatz von Gewalt oder massiven Drohungen ab.

Raubdelikte nehmen in der polizeilichen Kriminalstatistik 2015 nach wie vor einen wichtigen Platz ein: 44.666 Taten wurden hier angeführt., Die Zahlen sind gegenüber dem Vorjahr leicht um 1,8 Prozent zurückgegangen. Straftaten aus dieser Gruppe stellen etwa ein Viertel aller Delikte aus dem Bereich der Gewaltkriminalität dar. Dabei liegt die Aufklärungsquote mit etwas über 50 Prozent um einiges niedriger als jene der anderen Gewaltdelikte wie der gefährlichen und schweren Körperverletzung oder der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung. Dort liegen die Quoten über 80 Prozent, bei Mord und Totschlag sogar über 95 Prozent.

Gefährdung für Jugendliche und Heranwachsende

Die Paragrafen 250 bis 256 im Strafgesetzbuch beschreiben die verschiedenen Tatbestände genauer. Prinzipiell liegt die Strafuntergrenze bei einem Jahr Haft, bei schwereren Formen wie etwa dem bewaffneten Raub sogar bei fünf Jahren. Die Obergrenze reicht von fünf bis zu zehn Jahren. Jugendliche und Heranwachsende sind überproportional oft von Raubdelikten betroffen. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung werden statistisch 56 von 100.000 Einwohnern ausgeraubt. Bei Jugendlichen liegt die Zahl pro 100.000 dieser Bevölkerungsgruppe bei über 300, bei Heranwachsenden sogar bei über 400. Eine andere Besonderheit beim Raub: Zwei Drittel der Opfer sind männlich.

Straßenraub – Domäne junger Männer

Die häufigste Form der Deliktgruppe ist der Straßenraub. Dabei zielen die Täter nicht nur auf Bargeld oder hochwertige Güter wie Smartphones oder Schmuck, sondern auch auf scheinbar wertlose Objekte des Alltagsgebrauchs wie Schreibwaren oder Zigaretten. Dieses Verhalten kann damit erklärt werden, dass die Täter immer jünger werden und überwiegend männlich sind. Neben der Bereicherungsabsicht zählen in dieser Gruppe oft auch reines Imponiergehabe oder Langeweile zu den Motiven, die die jugendlichen Räuber zu ihren Taten bewegen. In Großstädten ist auch der Handtaschenraub weiterhin stark verbreitet. Die Täter, oft Jugendliche oder sogar noch im Kindesalter, schlagen dabei vor allem an dunklen, schlecht beleuchteten Orten zu, etwa in Parks oder kleinen Nebenstraßen. Einen erfreulichen Rückgang verzeichnete die Kriminalstatistik für das Jahr 2015 unter anderem bei Raubüberfällen in Wohnungen: 2.642 Fälle wurden registriert – das bedeutet eine Abnahme von mehr als fünf Prozent. 

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