Sie sind hier >  /  
< Taschendiebstahl und Betrug in Zahlen

Über sechs Millionen Straftaten und mehr Tatverdächtige

Die amtlich registrierte Kriminalität in Deutschland nimmt weiter zu und steigt mit mehr als sechs Millionen Straftaten im Jahr 2014 auf den höchsten Stand seit Jahren. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies ein Anstieg um zwei Prozent. Die Aufklärungsquote lag mit 54,9 Prozent allerdings 0,4 Prozent höher als 2013 (54,5 Prozent). Diebstähle machen 2014 noch immer ca. 40 Prozent der Gesamtkriminalität aus – die Gesamtzahl ist in diesem Jahr deutlich um 57.317 Fälle auf rund 2,44 Millionen angestiegen.

Polizeiliche Kriminalstatistik 2014 vorgestellt

Bundesinnenminister lobt hervorragende Arbeit der Polizei

© Thomas Brugger, fotolia

 

Die amtlich registrierte Kriminalität in Deutschland nimmt weiter zu und steigt mit mehr als sechs Millionen Straftaten im Jahr 2014 auf den höchsten Stand seit Jahren. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies ein Anstieg um zwei Prozent. Die Aufklärungsquote lag mit 54,9 Prozent allerdings 0,4 Prozent höher als 2013 (54,5 Prozent). Diebstähle machen 2014 noch immer ca. 40 Prozent der Gesamtkriminalität aus – die Gesamtzahl ist in diesem Jahr deutlich um 57.317 Fälle auf rund 2,44 Millionen angestiegen.

Auch die Anzahl der Tatverdächtigen lag mit 2.194.504 im Jahr 2014 entschieden höher als im Vorjahr (2013: 2.094.160). Fast die Hälfte hiervon (44,6 Prozent) sind Mehrfachtatverdächtige, das heißt, sie wurden im Berichtsjahr mehr als zweimal als Tatverdächtige polizeilich erfasst. Die Zahl tatverdächtiger Jugendlicher (14 bis unter 18 Jahre) bewegt sich mit 190.352 ermittelten Personen in etwa auf Vorjahresniveau (2013: 190.205).

Bei Gewaltdelikten setzt sich der positive Trend der vergangenen Jahre fort: Sie sind um 2,1 Prozent auf 180.955 Fälle zurückgegangen. Zurückzuführen ist diese Entwicklung in erster Linie auf Rückgänge bei Raubdelikten um 3,7 Prozent auf 45.475 Fälle und bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung um 1,7 Prozent auf 125.752 Fälle. Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière erklärte: „Dass wir in Deutschland alles in allem sicher leben können, ist ein Verdienst unserer Polizistinnen und Polizisten von Bund und Ländern. Die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik liefert ein umfassendes Bild über die Kriminalitätslage in Deutschland und ermöglicht uns diejenigen Bereiche zu identifizieren, die unser besonderes Augenmerk verdienen. Ich betrachte mit Sorge, dass Diebstahlskriminalität, insbesondere der Wohnungseinbruchdiebstahl, aber auch Betrugsdelikte und die Drogenkriminalität weiter zugenommen haben. Vermehrt können wir organisierte Strukturen, in den verschiedenen Deliktsbereichen beobachten. Wir sind dabei, gemeinsam mit Bund und Ländern Strategien und Konzepte zu entwickeln, um diese Straftaten aufzuklären und die Zunahme zu stoppen. Hierzu brauchen wir einen effektiven Informationsaustausch über Tatmuster und Tatverdächtige, um vor die Lage zu kommen. Auch die Zunahme der Zahl jugendlicher Tatverdächtiger bei Rauschgiftdelikten ist besorgniserregend und die gesamte Gesellschaft ist hier gefordert, dieser Entwicklung entgegenzutreten.“

Weniger sexueller Missbrauch und Sachbeschädigung

Eine positive Entwicklung zeigt sich unter anderem im Rückgang der Zahl des sexuellen Missbrauchs von Kindern (minus 2,4 Prozent auf 12.134 Fälle), der Sachbeschädigungsdelikte (minus 3,3 Prozent auf 601.112 Fälle), Kfz-Diebstahl (minus 2,8 Prozent auf 36.388 Fälle) und Straftaten gegen das Waffengesetz (minus 2,1 Prozent auf 30.785 Fälle).

Verteilung der im Jahr 2013 erfassten Kriminalität auf die einzelnen Bundesländer

© Polizeiliche Kriminalstatistik, Bundesministerium des Inneren

Mehr Wohnungseinbrüche und Körperverletzungen

Besorgniserregend ist der erneute Anstieg der Wohnungseinbruchsdiebstähle (um 1,8 Prozent auf 152.123 Fälle). Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote mit durchschnittlich 15,9 Prozent gering. Durch Einbrüche entstehen jährlich Schäden in Höhe von über 600 Millionen Euro. Beim Wohnungseinbruchsdiebstahl hat die Polizei zunehmend mit länderübergreifend organisierten Banden aus Ost- und Südosteuropa zu tun. Sie begehen bundesweit eine Vielzahl von Einbrüchen und Diebstählen. „Die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern sollen deshalb noch umfassender zusammenarbeiten. Der Informationsaustausch muss noch enger werden", betonte NRW-Innenminister Ralf Jäger. „Wir Innenminister arbeiten daher an der Entwicklung eines bundesweit abgestimmten Konzeptes zur Bekämpfung mobiler Einbrecherbanden."

Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist für das vergangene Jahr 2.285 Fälle von Körperverletzungen auf – das sind 29,4 Prozent mehr als 2013. Ein überdurchschnittlicher Anstieg ist im Bereich der politisch motivierten Ausländerkriminalität (PMAK) zu verzeichnen (+152,7 Prozent auf 278 Fälle). Angriffe auf Asyl- und Flüchtlingsunterkünfte sind 2014 stark gestiegen. In diesem Zusammenhang ist es zu 203 Delikten gekommen, die überwiegend rechtsmotiviert waren.
KL (28.08.2015)

Weitere Infos zum Thema Diebstahl / Betrug

Profi-Anrufer bringen Senioren um ihr Geld

Sie geben sich als Lotterieveranstalter, Polizisten, Rechtsanwälte...[mehr erfahren]

Wie das Ordnungsamt gegen aggressives Betteln vorgeht

Mit ihren aufwändigen Kostümen und geschminkten Gesichtern ziehen sie...[mehr erfahren]

Wie Sie sich schützen können

Bei den so genannten „Haustürtricks“ haben es Betrüger hauptsächlich...[mehr erfahren]

Wie Sie sich schützen können

Die Tradition des „Haustürgeschäfts“ hat heute oft einen...[mehr erfahren]

Aktivitäten

Service

Über diese Suchfunktion finden Sie bundesweit kriminal-polizeiliche Beratungsstellen
Beratungsstellensuche

Newsletter

Unterstützer

Hier finden Sie unsere Unterstützer nach Themengebiet sortiert

Präventionsvideos

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte". Und gerade mit bewegten Bildern werden wir alle viel leichter erreicht als mit nüchternen Informationsmaterialien, die nur den Verstand ansprechen. Hier finden Sie die Präventionsvideos.

Schützen Sie Ihre Immobilie gegen Einbruch!

In diesem Video gibt Hauptkommissar Peter Werkmüller von der Kriminal-polizeilichen Beratungsstelle in Düsseldorf Tipps zum Einbruchschutz.

Erklärung einschlägiger Präventions-Begriffe

Meist gelesene Artikel

Sicherheitsbehörden in Deutschland

Abstimmung

Soll das Verfahren "Section Control" zur Kontrolle der Geschwindigkeit auf Streckenabschnitten, das zur Zeit in Niedersachsen getestet wird, in Deutschland eingeführt werden?
Ja, dadurch wird das nur kurzzeitige riskante Abbremsen bei den bisherigen Blitzanlagen verhindert. Es sollte in Deutschland flächendeckend eingeführt werden.
Ja, eine Einführung würde die Verkehrsunfälle verringern, sollte aber nur an speziellen Gefahrenpunkten eingesetzt werden.
Nein, eine Einführung würde zu eine weitere Gängelung der Autofahrer in Deutschland führen und wäre in datenschutzrechtlicher Hinsicht problematisch.