Sie sind hier >  /  
< Hilfsbereite Trickbetrüger

Sicher zum Gebrauchtwagen

Kaum eine Berufsgruppe wird so oft als Beispiel für unseriöses Handeln genannt wie die Verkäufer von Gebrauchtwagen. Den seriösen Vertretern der Branche wird damit sicher Unrecht getan. Fakt ist aber, dass gerade beim Internethandel mit Gebrauchtwagen zahlreiche Betrüger aktiv sind – und zwar bei Verkäufern ebenso wie bei Käufern. Mit der Initiative „Sicherer Autokauf“ wollen die Polizei und der ADAC durch verstärkte Aufklärung Abhilfe schaffen.

Vor allem im Internet ist Vorsicht geboten

ADAC und Polizei vereinen ihre Kräfte

© Initiative sicherer-autokauf.de

 

Kaum eine Berufsgruppe wird so oft als Beispiel für unseriöses Handeln genannt wie die Verkäufer von Gebrauchtwagen. Den seriösen Vertretern der Branche wird damit sicher Unrecht getan. Fakt ist aber, dass gerade beim Internethandel mit Gebrauchtwagen zahlreiche Betrüger aktiv sind – und zwar bei Verkäufern ebenso wie bei Käufern. Mit der Initiative „Sicherer Autokauf“ wollen die Polizei und der ADAC durch verstärkte Aufklärung Abhilfe schaffen.

Boomender Markt

Über 4,3 Millionen Mal wechselten in den Monaten Januar bis Juli 2014 Gebrauchtwagen in Deutschland den Besitzer – ein solcher Spitzenwert wurde, so das Branchenportal GW-Trends, zuletzt 2003 erreicht. Betrügereien rund um den Kauf gebrauchter PKW haben allerdings immer Hochkonjunktur. „Gerade der Internet-Kauf hat seine Tücken“, warnt Dr. Bettina Hierath vom Automobilclub ADAC, „hier haben wir daher eine eigene Sicherheitsinitiative gestartet:
www.sicherer-autokauf.de.“ Gemeinsam mit der Polizei und prominenten Webportalen wie AutoScout24 oder mobile.de werden hier Tricks der Kriminellen aufgedeckt und praktische Tipps gegeben. Dabei unterscheiden die Experten zwischen den Fallstricken für Autoverkäufer und jenen für die Käufer – denn kreative Gauner gibt es auf beiden Seiten.

Vorsicht bei Vorkasse

Immer wieder versuchen betrügerische Verkäufer, ihre Opfer zu Bargeldtransfers über Western Union, MoneyGram oder ähnliche Dienste zu bewegen. Damit soll der Käufer angeblich beweisen, dass er auch tatsächlich konkret interessiert ist. Die Kriminellen heben dann den Betrag mit gefälschten Dokumenten ab – und der geprellte Kunde bekommt weder das gewünschte Auto noch seine Anzahlung je zu Gesicht. Dieser Trick wird gerne variiert, indem Speditionen oder Verschiffungsunternehmen als vermeintliche Treuhänder vorgeschoben werden. 

Aber auch Verkäufer von Gebrauchtwagen werden über den Tisch gezogen, etwa durch Scheckbetrüger: Vermeintliche Käufer aus dem Ausland stellen dabei „irrtümlich“ zu hohe Schecks aus. Die angeblich überzahlte Summe soll vom Verkäufer zurück überwiesen werden. Später stellt sich heraus, dass der gesamte Scheck nicht gedeckt war – so kann es passieren, dass sowohl das Auto als auch die überwiesene Summe endgültig verloren sind. 

Einen detaillierten Überblick über Betrugsmethoden beim Gebrauchtwagenhandel im Internet bietet die Initiative www.sicherer-autokauf.de online 

Manipulierte Tachos

Rund sieben Millionen Gebrauchtwagen werden jährlich in Deutschland verkauft, und bei einem Drittel davon ist der Tachometerstand manipuliert – mit diesem Bericht sorgte die Zeitung „Die Welt“ im Jahr 2015 für Aufsehen. Denn die Polizei geht davon aus, dass durchschnittlich pro PKW, der unter falschen Voraussetzungen gekauft wird, ein Schaden von 3.000 Euro entsteht. Der Gesamtschaden würde sich damit jährlich auf die astronomisch hohe Summe von sechs Milliarden Euro belaufen. Obwohl derartige Manipulationen seit 2005 in Deutschland unter Strafe stehen, geht auch die Initiative „Sicherer Autokauf“ von einer derart hohen Zahl von Fälschungen aus. Denn „Tacho-Justierungen“ werden überall angeboten, gehen schnell und hinterlassen kaum Spuren. Daher sollten Käufer Autos genau untersuchen und überprüfen, ob das Erscheinungsbild zum angegebenen Tachostand  passt. Auch Dokumente wie Zulassungsbescheinigungen können mithilfe von digitalen Werkzeugen leicht gefälscht werden. Daher sollten sich Käufer immer Originalunterlagen vorlegen lassen und vor Ort überprüfen, beispielsweise durch den Check der Fahrgestellnummer.

Käufer bluffen mit Versicherung

Dr. Bettina Hierath, ADAC 

© ADAC

Auch Versicherungen werden von betrügerischen Käufern gerne als Mittel eingesetzt, wenn sie seriöse Verkäufer von Gebrauchtwagen in die Falle locken wollen: Ein angeblicher Kaufinteressent meldet sich, zeigt sich aber zögerlich, weil die Versicherungskosten zu hoch seien. 

 Er erkundigt sich nach den aktuellen Kosten des Verkäufers und entlockt diesem dabei konkrete Daten zu Versicherer und Fahrzeug, etwa Auto-Kennzeichen oder Fahrgestellnummer. Danach nutzt der Betrüger diese Informationen, um im Namen von fiktiven Werkstätten vermeintliche Schäden zu melden und Ersatzsummen zu kassieren. Dem Opfer drohen möglicherweise erhöhte Versicherungsbeiträge. 

Fallstricke gibt es beim Gebrauchtwagenkauf aber nicht nur durch Betrügereien im Internet. „Der ADAC stellt auf seiner Webseite daher noch weitere Hilfsangebote bereit“, so Bettina Hierath, darunter auch eine umfassende [PDF] Checkliste mit den Punkten, die vor der Kaufentscheidung überprüft werden sollten. 

Weitere Infos zum Thema Diebstahl / Betrug

Die Tricks der Betrüger

Abzocke und Betrug gibt es überall auf der Welt, vor allem aber dort,...[mehr erfahren]

Fahrraddiebstahl-Prävention bei der Polizei Bremen

In Deutschland werden jedes Jahr über 300.000 Fahrraddiebstähle...[mehr erfahren]

Abzocker fordern überhöhte Preise

Schnell ist es passiert: Man will nur noch kurz den Müll rausbringen...[mehr erfahren]

Drehen, fühlen, kippen

Würden Sie sofort bemerken, wenn Sie einen gefälschten Geldschein in...[mehr erfahren]

Anrufe mit angeblichem Gewinnversprechen ärgern Verbraucher

Wer angerufen wird, weil er angeblich etwas gewonnen hat, sollte auf...[mehr erfahren]

Aktivitäten

Service

Über diese Suchfunktion finden Sie bundesweit kriminal-polizeiliche Beratungsstellen
Beratungsstellensuche

Newsletter

Unterstützer

Hier finden Sie unsere Unterstützer nach Themengebiet sortiert

Präventionsvideos

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte". Und gerade mit bewegten Bildern werden wir alle viel leichter erreicht als mit nüchternen Informationsmaterialien, die nur den Verstand ansprechen. Hier finden Sie die Präventionsvideos.

Schützen Sie Ihre Immobilie gegen Einbruch!

In diesem Video gibt Hauptkommissar Peter Werkmüller von der Kriminal-polizeilichen Beratungsstelle in Düsseldorf Tipps zum Einbruchschutz.

Erklärung einschlägiger Präventions-Begriffe

Meist gelesene Artikel

Sicherheitsbehörden in Deutschland

Abstimmung

Soll das Verfahren "Section Control" zur Kontrolle der Geschwindigkeit auf Streckenabschnitten, das zur Zeit in Niedersachsen getestet wird, in Deutschland eingeführt werden?
Ja, dadurch wird das nur kurzzeitige riskante Abbremsen bei den bisherigen Blitzanlagen verhindert. Es sollte in Deutschland flächendeckend eingeführt werden.
Ja, eine Einführung würde die Verkehrsunfälle verringern, sollte aber nur an speziellen Gefahrenpunkten eingesetzt werden.
Nein, eine Einführung würde zu eine weitere Gängelung der Autofahrer in Deutschland führen und wäre in datenschutzrechtlicher Hinsicht problematisch.