Auf konstant hohem Niveau
Zahlen zum Thema „Gewalt im Fußball“
Unformierte Bundespolizisten
© Bundespolizei
Gewalttätige Ausschreitungen durch Fußballfans bewegen sich seit Jahren auf einem seit der Spielzeit 2000/2001 saisonal schwankenden, jedoch tendenziell konstant hohen Niveau.
Bei den Kennzahlen in den Bereichen Strafverfahren, Verletzte und Arbeitsstunden handelt es sich im Berichtszeitraum der Saison 2011/2012 um die höchsten Zahlen der letzten zwölf Jahre. So lag beispielsweise die Anzahl der an den Standorten beider Bundesligen eingeleiteten Strafverfahren um circa 70 Prozent sowie die der geleisteten Arbeitsstunden um circa 40 und die der Verletzten um ca. 120 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen zwölf Jahre. Auch wenn demgegenüber die Anzahl der Freiheitsentziehungen in der Saison 2008/09 einmalig höher lag als 2011/12, liegt die aktuelle Anzahl von 7.298 freiheitsentziehenden Maßnahmen mit rund 14 Prozent ebenfalls über dem Durchschnitt der letzten zwölf Jahre.
Noch nie so viele Verletzte wie in dieser Saison
Für die Spiele in den beiden Bundesligen sowie die in diesen Standorten ausgetragenen Begegnungen des DFB-Pokals, der UEFA-Club-Wettbewerbe sowie sonstiger Wettbewerbe und die Länderspiele im Berichtszeitraum wurden folgende Stände festgestellt:
- 7.298 freiheitsentziehende Maßnahmen
- 8.143 eingeleitete Strafverfahren
- 1.142 verletzte Personen (keine Unfallopfer)
- 1.888.525 Arbeitsstunden der Polizeien der Länder und des Bundes zur unmittelbaren Einsatzbewältigung
Kategorie A = der friedliche Fan Kategorie B = der gewaltbereite/-geneigte Fan: 8.480 Personen (2011/2012)
Kategorie C = der Gewalt suchende Fan: 2.893 Personen (2011/2012)
Auch die geschätzten Angaben der Polizeibehörden über gewaltbereites Potenzial in den Anhängerschaften der Vereine von Bundes- bis Regionalliga liegen mit etwa 16.500 Personen für die Saison 2011/12 auf einem Stand, der seit Jahren nur geringen Änderungen unterliegt. Neben Schwankungen aufgrund des Auf- und Abstiegs bestimmter Vereine, die sich auch auf andere Kennzahlen auswirken, ist der Anstieg der Gesamtzahl der Personen der Fan-Kategorien B und C um ca. 1.600 Personen im Vergleich zur Saison 2010/11 auf die vor drei Spielzeiten durchgeführte Spielklassenreform zurückzuführen, wodurch die Anhängerschaften von 38 weiteren Vereinen nunmehr zum vierten Mal in Folge in Bezug auf ihre Problemfanszenen statistisch berücksichtigt wurden.
Die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) veröffentlicht seit der Saison 1991/92 zu jeder Spielzeit einen „Jahresbericht Fußball“, in dem die Zahlen zu diesem Thema im Detail vorgestellt und erläutert werden.
Gegenüber der vorhergehenden Saison 2010/11 war damit ein Anstieg des Gesamtpotenzials um insgesamt 1.688 Personen (ein Plus von 17,5 Prozent) dieser Fan-Kategorien zu verzeichnen.
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