Überfüllte Züge, verschmutzte Abteile und Toiletten
So sieht die Bundespolizei die Lage
Bundespolizei bei Fußballeinsatz
© Liedtke, VDP
Gefahren, Störungen und Straftaten in Zusammenhang mit Fußballspielen verlagern sich auf den öffentlichen Raum, insbesondere auf die Anfahrtswege und hierbei auf die Züge und Bahnhöfe. Gewalttäter suchen gerade an Knoten- oder Zielbahnhöfen die Auseinandersetzung mit rivalisierenden Fangruppierungen, stellt das Bundespolizeipräsidium Potsdam fest.
Die Zuschauerzahl anlässlich von Fußballspielen steigt seit den 1990er Jahren kontinuierlich an. Während in der Saison 1991/92 noch 11,4 Millionen Fans die Spiele der Bundesligen besuchten, verzeichnete die Bundesligasaison 2010/2011 insgesamt 19,7 Millionen Zuschauer. Die Entwicklung der Zuschauerzahlen geht einher mit einem Anstieg bundesweiter Reisebewegungen und führt zu einer höheren Nutzung und Auslastung des Öffentlichen Personenverkehrs. Unterstützt wird diese Entwicklung durch das seit der Ligastrukturreform stark gestiegene Zuschauerinteresse. Günstige Angebote des Regionalverkehrs, um insbesondere bei Auswärtsspielen größere Strecken zurückzulegen, sowie der besondere Event-Charakter machen das Verkehrsmittel Bahn für Fußballfans besonders attraktiv. Lange Reisezeiten werden als gemeinschaftliches Fußballerlebnis eingeplant. Die daraus resultierenden Auswirkungenverlagern sich – auch nicht zuletzt aufgrund der hohen Sicherheitsstandards in den Stadien der Bundesligen –dabei auf den öffentlichen Raum.
Erhebliche Ordnungsstörungen in den Bahnen
Die fußballtypischen Verhaltensweisen (u.a. Fangesänge, Choreografien) gehen – in Verbindung mit einem hohen Alkoholkonsum – zum Teil mit erheblichen Sachbeschädigungen, mit Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz durch das Abbrennen von Pyrotechnik, mit Körperverletzungsdelikten sowie Landfriedensbrüchen einher und prägen an den Wochenenden an bestimmten Örtlichkeiten das Bild des Öffentlichen Personenverkehrs. Hinzu kommen – in der Öffentlichkeit wahrnehmbare – erhebliche Ordnungsstörungen (insbesondere Lärmbelästigungen und Verschmutzungen). Auch die Polizeivollzugsbeamten sind dabei der räumlichen Enge in überfüllten Zügen, verschmutzten Abteilen und Toiletten ausgesetzt. Diese Entwicklungen erfordern auf Seiten der Bundespolizei einen hohen internen und externen Planungs-, Abstimmungs- und Koordinationsaufwand. Dies geht mit einem hohen personellen und materiellen Kräfteaufwand einher und erfordert gleichzeitig eine hohe Flexibilität aller eingesetzten Kräfte, um die öffentliche Sicherheit oder Ordnung unter Berücksichtigung der Verhältnismäßigkeit gewährleisten zu können. Die Bundespolizei setzt hierzu regelmäßig an jedem Spielwochenende ca. 2.200 Polizeibeamte ein.
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