Sie sind hier >  /  /  
< Hilfesuchende unterstützen, Schleuser verfolgen

Bundeslagebild Menschenhandel 2014

Das aktuelle Bundeslagebild Menschenhandel zeigt: Die Zahl der in Deutschland festgestellten Fälle von Menschenhandel ist in den letzten Jahren gesunken und hat im Jahr 2014 den niedrigsten Stand seit 2006 erreicht. Sowohl Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung (Zwangsprostitution) als auch zur Ausbeutung der Arbeitskraft haben trotz der Flüchtlingswelle abgenommen. Die Dunkelziffer nicht registrierter Taten bleibt jedoch weiterhin hoch.

Situation nur scheinbar entspannt


Professionelle Schleuserbanden locken junge Frauen aus Osteuropa mit falschen Versprechungen nach Deutschland

© Deviant Ft, fotolia

 

Das aktuelle Bundeslagebild Menschenhandel zeigt: Die Zahl der in Deutschland festgestellten Fälle von Menschenhandel ist in den letzten Jahren gesunken und hat im Jahr 2014 den niedrigsten Stand seit 2006 erreicht. Sowohl Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung (Zwangsprostitution) als auch zur Ausbeutung der Arbeitskraft haben trotz der Flüchtlingswelle abgenommen. Die Dunkelziffer nicht registrierter Taten bleibt jedoch weiterhin hoch.

Komplexer Straftatbestand

Der Rückgang der erfassten Fälle im Bereich Menschenhandel bedeutet nicht automatisch, dass sich die Gesamtlage entspannt hat. Vielmehr ist zu vermuten, dass Probleme im Bereich der Strafverfolgung für die niedrigen Zahlen verantwortlich sind, da das Gesetz nach wie vor keine wirklichen objektiven Kriterien für Menschenhandel vorgibt. Selbst die Strafverfolger wissen nicht immer, was als Menschenhandel zählt und weichen daher häufig auf einfacher anzuwendende Straftatbestände aus. Vor diesem Hintergrund muss man davon ausgehen, dass die registrierte Menschenhandelskriminalität nur einen kleinen Ausschnitt der tatsächlichen Verbreitung widerspiegelt. Häufig werden strafbare Handlungen erst durch Kontrollen durch Polizei- und Ordnungsbehörden sowie Gespräche mit Opfern bekannt. Komplexe Tatstrukturen und die Abhängigkeiten der Opfer von den Tätern erschweren die Ermittlungen. Ohne konkrete und detaillierte Opferaussagen ist Menschenhandel kaum nachzuweisen. Aus diesem Grund sind polizeiliche Kontrollmaßnahmen nach wie vor von großer Bedeutung für die Identifizierung von Opfern und die Aufhellung des Dunkelfelds. Im Sinne einer ganzheitlichen Bekämpfung des Menschenhandels ist in Zukunft ein vernetzter Ansatz von Sicherheitsbehörden, Justiz, kommunalen Behörden und Fachberatungsstellen entscheidend.

Rückgang der Ermittlungsverfahren

Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung findet fast ausschließlich im Prostitutionsmilieu statt. Vor allem Frauen aus Osteuropa werden von kriminellen, gut organisierten Schleuserbanden mit falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt, an Bordellbetreiber verkauft und zur Prostitution gezwungen. Im Jahr 2014 wurden hierzulande insgesamt 392 Ermittlungsverfahren im Bereich des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung abgeschlossen – knapp acht Prozent weniger als im Vorjahr (452 Verfahren). Auch die Fälle von Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft – etwa auf Baustellen – sind rückläufig: Im Jahr 2014 wurden in diesem Deliktsbereich nur elf Ermittlungsverfahren abgeschlossen (2013: 53).

Seite: 1 2 weiter >>

Weitere Infos zum Thema Gewalt in der Gesellschaft

Die Kampfhunde-Verordnung in Bayern

Im Februar 2014 greift ein freilaufender Rottweiler in Brandenburg...[mehr erfahren]

Wenn der Job zur Hölle wird

Informationen vorenthalten, ständige Kritik, Anschreien: Mobbing am...[mehr erfahren]

Der „Freiwillige Polizeidienst“ in Deutschland

In vier deutschen Bundesländern gibt es einen der Polizei...[mehr erfahren]

Wahrnehmung und Erinnerung sind lückenhaft und subjektiv

Ob Unfall oder Verbrechen: Aussagen von Augenzeugen dienen der...[mehr erfahren]

Quartiersmanagement in Berlin-Kreuzberg als Erfolgsmodell

Quartiersmanagement soll dabei helfen, einzelne Stadtteile...[mehr erfahren]

Aktivitäten

Service

Über diese Suchfunktion finden Sie bundesweit kriminal-polizeiliche Beratungsstellen
Beratungsstellensuche

Newsletter

Unterstützer

Hier finden Sie unsere Unterstützer nach Themengebiet sortiert

Präventionsvideos

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte". Und gerade mit bewegten Bildern werden wir alle viel leichter erreicht als mit nüchternen Informationsmaterialien, die nur den Verstand ansprechen. Hier finden Sie die Präventionsvideos.

Schützen Sie Ihre Immobilie gegen Einbruch!

In diesem Video gibt Hauptkommissar Peter Werkmüller von der Kriminal-polizeilichen Beratungsstelle in Düsseldorf Tipps zum Einbruchschutz.

Erklärung einschlägiger Präventions-Begriffe

Meist gelesene Artikel

Sicherheitsbehörden in Deutschland

Abstimmung

Soll das Verfahren "Section Control" zur Kontrolle der Geschwindigkeit auf Streckenabschnitten, das zur Zeit in Niedersachsen getestet wird, in Deutschland eingeführt werden?
Ja, dadurch wird das nur kurzzeitige riskante Abbremsen bei den bisherigen Blitzanlagen verhindert. Es sollte in Deutschland flächendeckend eingeführt werden.
Ja, eine Einführung würde die Verkehrsunfälle verringern, sollte aber nur an speziellen Gefahrenpunkten eingesetzt werden.
Nein, eine Einführung würde zu eine weitere Gängelung der Autofahrer in Deutschland führen und wäre in datenschutzrechtlicher Hinsicht problematisch.