Leichter Rückgang schwerer Diebstähle in Gewerbebetrieben
Polizeiliche Kriminalstatistik in Sachen Einbruch
Nur jeder zehnte Einbrecher erbeutet mehr als 5000 Euro
© Martina Berg, fotolia
2010 wurden deutschlandweit wie im Jahr zuvor ungefähr 2,3 Millionen Diebstähle registriert. Davon wurde in rund 147.000 Fällen in Dienst-, Büro- oder Lagerräume eingebrochen.
Bei den Einbrüchen in Dienst-, Büro- oder Lagerräume ist im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote von nur 22,6 Prozent konnte zum Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte gesteigert werden und liegt damit deutlich über der Aufklärungsquote von Wohnungseinbrüchen, die bei 15,9 Prozent stagniert.
Die absolute Zahl der schweren Diebstähle, für die der Einbrecher Hindernisse wie geschlossene Türen oder Fenster überwinden muss, geht trotz der geringen Aufklärungsquote seit Jahren zurück. Es wurde in mehr als 1.500 Fällen in Banken, Sparkassen, Poststellen und der gleichen eingebrochen, in zirka 28.000 Gaststätten, Kantinen, Hotels und Pensionen sowie in ungefähr 48.000 Warenhäuser, Verkaufsräume und Selbstbedienungsläden. Außerdem wurden über 2.000 Schaufenster, Schaukästen und Vitrinen bestohlen sowie zirka 6.800 Kioske. Spitzenreiter sind Büro-, Fabrikations-, Werkstatt- und Lagerräume mit fast 99.000 polizeilich erfassten Fällen der Einbrüche, die nach § 243 StGB als „besonders schwere Fälle des Diebstahls“ bezeichnet werden. Die gute Nachricht ist, dass zwischen 30 und 40 Prozent der Einbrüche 2010 im Versuchsstadium stecken geblieben sind. Das spricht für eine positive Wirkung von Sicherungsmaßnahmen, die von den Unternehmern oft aufgrund der Präventionsarbeit und Beratungstätigkeit der Polizei getroffen werden.
Die Tatverdächtigen waren dabei fast immer männlich (zirka 90 Prozent). Junge Menschen im Alter zwischen 14 und 21 Jahren bestehlen eher Kioske oder Schaufenster, Erwachsene über 21 eher Banken oder Warenhäuser.
Schäden in Millionenhöhe
Die erfolgreichen schweren Diebstähle in Büro-, Fabrikations-, Werkstatt- und Lagerräumen richteten 2010 einen Schaden von über 220 Millionen Euro an, die Einbrüche in Warenhäuser und Verkaufsräume mehr als 72 Millionen Euro, in Banken nur 5,3 Millionen. Die Beute lag ungefähr in einem Drittel der Fälle zwischen 50 und 500 Euro und in einem Drittel zwischen 500 und 5000 Euro. Nur in zirka 10 Prozent der Fälle wurden mehr als 5.000 Euro erbeutet. Zu dem Schaden durch das entwendete Geld oder die Warengegenstände kommen für die Betroffenen oft noch die Sachschäden durch das Aufbrechen von Sicherungsvorrichtungen oder Vandalismus.
Die meisten Diebstähle fanden in Deutschland 2010 in Berlin statt, gefolgt von Hamburg und Köln. Die führenden Diebstahl-Bundesländer waren 2010 Nordrhein-Westfahlen und Niedersachsen.
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