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Giftige Abfälle und verschmutzte Seen

Bei vielen Produktionsprozessen entstehen giftige Abfälle und Abwässer. Sie zu entsorgen ist teuer. Deshalb landen sie immer wieder auf illegalen Mülldeponien oder werden in Gewässer abgeleitet.

Hohe Dunkelziffer bei Umweltkriminalität in Deutschland


Illegaler Müllschutt, den die Polizei ausfindig gemacht hat

© LKA Brandenburg

 

Bei vielen Produktionsprozessen entstehen giftige Abfälle und Abwässer. Sie zu entsorgen ist teuer. Deshalb landen sie immer wieder auf illegalen Mülldeponien oder werden in Gewässer abgeleitet.

Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik gab es im Jahr 2015 insgesamt 12.485 registrierte Straftaten gegen die Umwelt. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen erfreulichen Rückgang um 7,9 Prozent (2014: 13.553 Straftaten). Die Polizei vermutet jedoch, dass längst nicht alle Fälle entdeckt werden und geht von einer hohen Dunkelziffer aus. Die meisten Straftaten gegen die Umwelt beziehen sich auf den unerlaubten Umgang mit gefährlichen Abfällen: 2015 wurden in diesem Bereich 7.703 Fälle erfasst. Die zweithäufigste Sünde gegen die Umwelt ist die Verunreinigung eines Gewässers (2.661 Fälle). An dritter Stelle ist die Verunreinigung von Boden (941 Fälle) zu nennen. Weitere Straftaten sind die unerlaubte Abfallein-, aus- und -durchfuhr (412), das unerlaubte Betreiben von Anlagen (402), die Luftverunreinigung (112) und der unerlaubte Umgang mit radioaktiven Stoffen und anderen gefährlichen Gütern (108).

Die Aufklärungsquote der Straftaten gegen die Umwelt liegt bei 59,7 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahr nur minimal gestiegen (2014: 59,4 Prozent). Die größte Chance, dass Verstöße aufgeklärt werden, besteht beim unerlaubten Betreiben von Anlagen (97,8 Prozent) und beim unerlaubten Umgang mit radioaktiven Stoffen (80,6 Prozent).

Eine zweite große Gruppe der Umweltkriminalität ist der Verstoß gegen das Naturschutz-, Tier-, Bundesjagd- oder Pflanzenschutzgesetz. Im Jahr 2015 erfasste die Polizei 7.340 Fälle dazu. Das sind 102 mehr als im Vorjahr. Hier gibt es eine Aufklärungsquote von 56,7 Prozent.

Die meisten Umweltsünden gibt es in Niedersachsen

Die meisten Straftaten gegen die Umwelt werden in Deutschland in den Bundesländern Niedersachsen und Baden-Württemberg verübt. 2.144 bzw. 1.535 Fälle erfasste die Polizei im Jahr 2015. Die in der Statistik folgenden Länder sind Nordrhein-Westfalen (1.371) und Rheinland-Pfalz (1.257). Die geringste Umweltkriminalität verzeichnen kleine Bundesländer wie das Saarland mit 163 und Bremen mit 82 Fällen.

KL (29.07.2016)

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