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< Schwarzarbeit sorgt für Milliardenschaden

Wirtschaftskriminalität in Zahlen

Zur Wirtschaftskriminalität zählen generell Straftaten, die Bezüge zur Wirtschaft haben. Dazu zählen beispielsweise Betrug, Unterschlagung, Korruption, Geldwäsche, Produktpiraterie, Insolvenzdelikte sowie Steuerstraftaten.

Schadenssumme im Jahr 2015 stark gesunken

Wirtschaftskriminalität verursacht Schäden in Milliardenhöhe

© Wolfram Zummach, fotolia

 

Zur Wirtschaftskriminalität zählen generell Straftaten, die Bezüge zur Wirtschaft haben. Dazu zählen beispielsweise Betrug, Unterschlagung, Korruption, Geldwäsche, Produktpiraterie, Insolvenzdelikte sowie Steuerstraftaten.

 

Es gibt in Deutschland keine so genannte „Legaldefinition“ des Bereichs Wirtschaftskriminalität, das heißt, es gibt keine Definition eines Rechtsbegriffs in einem Gesetz. Die Polizei greift deshalb bei der Zuordnung der Straftaten zur Wirtschaftskriminalität auf den Katalog des §74c Abs.1 Nr. 1-6b des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) zurück. Darin wird definiert, für welche Fälle die Wirtschaftsstrafkammern zuständig sind. Im „Bundeslagebild Wirtschaftskriminalität 2015“ stellt das Bundeskriminalamt die Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik und dem kriminalpolizeilichen Meldedienst zusammen. Im Jahr 2015 wurden insgesamt 60.977 Fälle von Wirtschaftskriminalität registriert, das sind rund 3,5 Prozent weniger als im Vorjahr (2014: 63.194 Fälle). Die Zahl der Tatverdächtigen lag bei 28.521 (2014: 30.365). Der Anteil der Wirtschaftskriminalität an den insgesamt bekannt gewordenen Straftaten betrug wie im Vorjahr rund ein Prozent.
Im Jahr 2015 ist die Schadenssumme mit rund 2,9 Milliarden Euro um mehr als 37 Prozent geringer als 2014 und liegt zugleich deutlich unter dem Durchschnittswert der letzten fünf Jahre (ca. 3,8 Milliarden Euro). In den Vorjahren verursachten Delikte der Wirtschafts¬kriminalität etwa die Hälfte oder mehr des in der Polizeilichen Kriminalstatistik ausgewiesenen Gesamtschadens (2015: 6.990 Milliarden Euro).
Im Berichtsjahr 2015 hingegen sank dieser Anteil auf 41,3 Prozent. Trotz dieser stark rückläufigen Tendenz unterstreicht die Gesamtsumme der Schäden weiterhin die erheblichen Auswirkungen der Wirtschaftskriminalität.
Die polizeilichen Statistiken können das tatsächliche Ausmaß der Wirtschaftskriminalität nur eingeschränkt wiedergeben, da bestimmte Vergehen wie etwa Arbeitsdelikte oder Subventionsbetrug oft direkt von den Finanzbehörden oder der Staatsanwaltschaft ohne Beteiligung der Polizei bearbeitet werden. Diese Delikte tauchen nicht in der polizeilichen Statistik auf. Außerdem ist in manchen Bereichen der Wirtschaftskriminalität von einem hohen Dunkelfeld auszugehen, da die Opfer die Delikte nicht zur Anzeige bringen – beispielsweise wenn ein Unternehmen dadurch einen Imageverlust befürchtet. Die Aufklärungsquote lag im Jahr 2015 bei 92,9 Prozent und ist damit deutlich höher als die durchschnittliche Aufklärungsquote bei der Gesamtkriminalität, die nur 56,3 Prozent beträgt.

Betrug trotz rückläufiger Zahlen an erster Stelle

Nicht so auffallend wie im Vorjahr ist der Rückgang im Bereich der Wirtschaftskriminalität bei Betrug: Im Jahr 2015 wurden 31.692 Fälle registriert, das sind nur 138 (- 0,2 Prozent) weniger als im Jahr 2014. Im Bereich Betrug und Untreue im Zusammenhang mit Kapitalanlagen ist hingegen ein leichter Anstieg (+ 4,7 Prozent) zu verzeichnen. Gleiches gilt auch für den Bereich der Anlage- und Finanzierungsdelikte (+ 5,6 Prozent).
Im Bereich des Abrechnungsbetrugs im Gesundheitswesen ist im Gegensatz zum Vorjahr wieder ein Anstieg um 11,2 Prozent festzustellen.
In 9,3 Prozent der Fälle von Wirtschaftskriminalität wurde im Berichtsjahr das Internet genutzt. Die Anzahl der Fälle der Wirtschaftskriminalität unter Nutzung dieses Tatmittels ist im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant geblieben. Insgesamt ist jedoch ein deutlicher Rückgang innerhalb der letzten fünf Jahre zu erkennen.

Im Bereich „Arbeitsdelikte“ werden alle Deliktsformen zusammengefasst, die im Zusammenhang mit der Verletzung arbeitsrechtlicher Vorschriften stehen (Schwarzarbeit). Im Jahr 2015 wurden 8.904 Arbeitsdelikte registriert, was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von rund acht Prozent ausmacht (2014: 9.376 Delikte). Hierbei handelt es sich nahezu ausschließlich um Fälle des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt. Schwarzarbeit wird hauptsächlich von den Zollbehörden verfolgt und finden sich in der Polizeilichen Kriminalstatistik daher nur zu einem Teil wieder.
Unlauterer Wettbewerb, Verstöße gegen Urheberrechtsbestimmungen sowie gegen das Wettbewerbsrecht gehören zu den Wettbewerbsdelikten. Im Jahr 2015 wurden 1.791 dieser Delikte erfasst, das ist nur ein geringes Minus von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der registrierte Schaden liegt bei insgesamt 35 Millionen Euro (2014: 5 Millionen Euro). Maßgeblich für diesen hohen Anstieg ist ein abgeschlossenes Verfahren in Nordrhein-Westfalen mit einem Schaden in Höhe von 29 Millionen Euro.
Mehr Infos finden Sie im Bundeslagebild Wirtschaftskriminalität 2015 auf der Webseite des Bundeskriminalamts.
KL (15.09.2016)

 

 

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