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Geisterfahrer: Horror auf der Autobahn

Drei Tote auf der A38 bei Eisleben (Sachsen-Anhalt), zwei Tote und vier Schwerverletzte auf der A3 bei Passau: Das ist die bittere Bilanz von Falschfahrerunfällen Ende 2014. Am letzten Tag des Jahres starben auf der A29 in Niedersachsen zwei weitere Menschen. Ein Falschfahrer, der in Schlangenlinien auf der A1 unterwegs war, wurde von der Polizei auf einem Parkplatz gestoppt. Als die Polizisten ihn kontrollieren wollten, gab er aber sofort wieder Gas und fuhr in falscher Richtung zurück auf die Straße, wo es auf der Überholspur der A29 schließlich zum tödlichen Unfall kam. Die Ursachen für Falschfahrten sind vielfältig: Sie reichen von Reizüberflutung und Orientierungslosigkeit über Alkohol- oder Drogeneinfluss bis hin zu Mutproben und Suizidversuchen.

Unfallrisiko – Vorbeugung – Tipps für Fahrer 

In Österreich und bei einem Modellprojekt in Bayern warnen gelbe Neon-Schilder vor falschem Auffahren auf Autobahnen 

© f/2.8 by ARC,fotolia

 

Drei Tote auf der A38 bei Eisleben (Sachsen-Anhalt), zwei Tote und vier Schwerverletzte auf der A3 bei Passau: Das ist die bittere Bilanz von Falschfahrerunfällen Ende 2014. Am letzten Tag des Jahres starben auf der A29 in Niedersachsen zwei weitere Menschen. Ein Falschfahrer, der in Schlangenlinien auf der A1 unterwegs war, wurde von der Polizei auf einem Parkplatz gestoppt. Als die Polizisten ihn kontrollieren wollten, gab er aber sofort wieder Gas und fuhr in falscher Richtung zurück auf die Straße, wo es auf der Überholspur der A29 schließlich zum tödlichen Unfall kam. Die Ursachen für Falschfahrten sind vielfältig: Sie reichen von Reizüberflutung und Orientierungslosigkeit über Alkohol- oder Drogeneinfluss bis hin zu Mutproben und Suizidversuchen.

Das Risiko 

Die Gefahr, einem Falschfahrer zu begegnen, ist nicht überall und zu jeder Zeit gleich: Abends an Wochenenden ist das Risiko laut einer aktuellen Auswertung des ADAC am höchsten. „23 Prozent aller gemeldeten Falschfahrten wurden am Sonntag, 20 Prozent am Samstag registriert“, sagt Andreas Hölzel, Sprecher des ADAC im Bereich Verkehr. Die anderen Wochentage kamen auf Anteile von elf bis zwölf Prozent. Zwischen 20 Uhr abends und 5 Uhr morgens besteht das höchste Risiko, einem Geisterfahrer zu begegnen. Von fünf bis neun Uhr morgens ist die Gefahr am geringsten. Dass es in der dunklen Jahreszeit mehr Geisterfahrten gibt, kann der ADAC nicht feststellen: „Die meisten Meldungen gehen zwischen August und Oktober ein, die wenigsten im Februar und März“, sagt der Verkehrsexperte.

Andreas Hölzel, Sprecher des ADAC im Bereich Verkehr

©ADAC

Gefährlichste Autobahnen Deutschlands 

Von Falschfahrern betroffen sind laut dem ADAC besonders die Autobahnen in den Stadtstaaten Hamburg, Berlin, Bremen sowie im Saarland. „Dies liegt aber nicht an einer schlechteren Qualität der Autobahnen, sondern an der Vielzahl kurzer Autobahnverbindungen mit Zubringer-Charakter und den vielen Auffahrten“, erklärt Andreas Hölzel. Kurze, oft nur wenige Kilometer lange Autobahnabschnitte bergen offensichtlich das größte Risiko, auf einen Geisterfahrer zu treffen oder selbst in falscher Richtung aufzufahren. Ostdeutsche Bundesländer sind vergleichsweise unauffällig. „Das liegt vermutlich daran, dass es dort relativ lange Abschnitte mit wenigen Auffahrten gibt.“ Das Risiko, zum Falschfahrer zu werden, ist deswegen und aufgrund der im Vergleich zu Ballungsräumen geringeren Bevölkerungsdichte niedriger.
Aufgrund von Falschfahrermeldungen zu den zehn gefährlichsten Autobahnen Deutschlands zählen laut ADAC:

  • A661 (Darmstadt) 
  • A391 (Braunschweig-Südwest) 
  • A516 (Oberhausen) 
  • A293 (Oldenburg-West) 
  • A98 (Weil am Rhein)
  • A562 (Bonn-Rheinaue)
  • A559 (Köln-Porz)
  • A643 (Mainz)
  • A980 (Walthofen)
  • A255 (Hamburg-Süd) 

Die Zahl der gemeldeten Falschfahrer auf deutschen Autobahnen im Jahr 2012 lag laut ADAC bei rund 1.900 und damit in etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Dabei kam es zu rund 40 Unfällen.

Gelbe Warntafeln 

Nach Meinung des ADAC würde es helfen, wenn alle Autobahnanschlussstellen und Rastanlagen mit neongelben Warntafeln nach österreichischem Vorbild ausgestattet wären. Da etwa die Hälfte aller Falschfahrten ihren Ausgangspunkt an Anschlussstellen hat, sollten dort durch Änderungen in der Markierung die Autofahrer eindeutiger auf die Autobahn geführt werden. In Österreich konnte mit den Schildern die Zahl der Geisterfahrten gesenkt werden. Die Kosten für die Warntafeln an allen 4.000 Auffahrten und 2.000 Rastanlagen Deutschlands würden sich auf 30 Millionen Euro belaufen, so der ADAC. Sinnvoll sei es zudem, wenn alle Autobahnanschlussstellen und -kreuze sowie die Auf- und Abfahrten an Rastanlagen regelmäßig von den zuständigen Behörden in so genannten Nachtverkehrsschauen überprüft werden. Dabei werden unter anderem die Sichtbarkeit und Begreifbarkeit der Markierungen und der Beschilderung untersucht.

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