< Menschen im Rollstuhl sicher ans Ziel bringen

Pedelecs: Ein neues Fahrgefühl

In den letzten Jahren sind Elektrofahrräder zum Verkaufsschlager geworden. Allein 2015 wurden erstmals mehr als 500.000 Exemplare in Deutschland verkauft. Mit der steigenden Anzahl der Pedelecs rücken jedoch auch mögliche Sicherheitsrisiken in den Fokus. So stellte die Stiftung Warentest 2013 erhebliche Sicherheitsmängel bei Pedelecs fest. Wie sicher fährt man heutzutage mit einem Pedelec im Straßenverkehr? Auf was sollte man beim Kauf und beim Gebrauch von elektrisch betriebenen Rädern achten?

Stephanie Krone

Pressesprecherin Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club, © ADFC

Unfallzahlen steigen – sind Pedelecs gefährlich?

In den vergangenen Monaten haben Meldungen über steigende Unfallzahlen bei Pedelec-Nutzern für Verunsicherung gesorgt. Fakt ist, dass Unfälle von Pedelec-Fahrern überproportional zunehmen und der Anteil der Pedelecs an allen Fahrradunfällen deutlich größer ist als der von herkömmlichen Fahrrädern. Doch aus diesen Zahlen kann man nicht schließen, dass Pedelec-Fahrer stärker gefährdet sind. „Die Verkäufe von Elektrofahrrädern sind in den letzten Jahren überproportional gestiegen, zudem kann man annehmen, dass diese Räder häufiger genutzt werden“, sagt Stephanie Krone. So komme es automatisch dazu, dass Pedelec-Fahrer häufiger in Unfälle verwickelt werden, einfach weil ihre Zahl enorm gestiegen ist. Dazu kommt, dass immer noch vorwiegend ältere Menschen Pedelecs nutzen. „Und diese Gruppe ist in der Fahrradunfallstatistik ohnehin deutlich stärker vertreten als jüngere Radfahrer“, so Krone. Der größere Anteil dieser Nutzergruppe an Unfällen sei daher nicht überraschend. Diese Ansicht stützt auch eine Untersuchung der Unfallforscher der Versicherer (UDV), die zu dem Ergebnis kommt, dass Pedelec-Nutzer die Motorunterstützung nicht dazu nutzen, um schneller zu fahren, sondern um die gleiche Geschwindigkeit mit geringerer Anstrengung zu halten. Überhöhte Geschwindigkeit scheidet damit als massenhafte Ursache für die Unfälle aus.

E-Bike-Ladestation

© eurobike-show.de

Kompetente Beratung im Fachgeschäft

Eine Grundregel beim Kauf von Pedelecs lautet, dass man vorab immer persönliche Beratung in Anspruch nehmen sollte. Auch wenn der Preis im Fachgeschäft höher ist als die preiswerten Modelle im Supermarkt, lohnt sich die Investition. „Beim Fachhändler kann ich einzelne Komponenten je nach Wunsch austauschen lassen, etwa einen anderen Sattel oder Lenker bestellen“, unterstreicht Stephanie Krone vom ADFC. „Und man hat mehr Möglichkeiten, im Ernstfall Ansprüche anzumelden und Teile austauschen zu lassen.“ Auch auf die Austauschbarkeit des Akkus sollte man achten. Der hält zwar im Regelfall über tausend ZykIen von jeweils 60 bis 100 Kilometern hinweg, die Kapazität des Akkus nimmt mit jedem Ladezyklus jedoch immer weiter ab. Fachgeschäfte tauschen Akkus grundsätzlich auch Jahre nach dem Kauf noch aus. In jedem Fall sollte man das Pedelec vor dem Kauf ausprobieren. Dabei kann man den Komfort der Gangschaltung oder der Bremsen ebenso überprüfen wie die Funktionsweise des Motors – und auch dessen Lautstärke. Und noch eine Frage sollte man sich besser bereits vor dem Kauf stellen: Habe ich die Möglichkeit, das Pedelec ebenerdig und sicher vor Dieben abzustellen? Elektrofahrräder kosten oft mehrere Tausend Euro. Bei einem Grundgewicht von durchschnittlich 25 Kilogramm kann es eine große Herausforderung darstellen, sein Pedelec täglich drei Stockwerke hoch in die Wohnung zu tragen.

FL (30.06.2017)

Seite: << zurück12

Weitere Infos für Autofahrer

Mehr Sicherheit durch Fahrerassistenzsysteme

Mit Christian Kellner, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Verkehrssicherheitsrat

Immer mehr Autos verfügen über moderne Fahrerassistenzsysteme. Wie...[mehr erfahren]

Das Verhalten muss sich nachhaltig ändern

Mit zu viel Alkohol im Blut in eine Straßenverkehrskontrolle geraten?...[mehr erfahren]

Wie man sich als Autofahrer schützen kann

Baustellen, ein hohes Verkehrsaufkommen und Unfälle sind die...[mehr erfahren]

Wer hat Zugriff auf die Daten aus den Fahrerassistenzsystemen?

Nach einem schweren Unfall ist es für Verletzte lebenswichtig, dass...[mehr erfahren]

Das Motorrad ergonomisch richtig einstellen

Damit schon die erste Tour mit einem Motorrad das pure Vergnügen...[mehr erfahren]

Auf welche Warnsignale ältere Autofahrer achten sollten

Im Alter verändert sich der Körper. Das hat Auswirkungen auf die...[mehr erfahren]

Mobilität erhalten und Selbsteinsicht fördern

Im Landkreis Dahme-Spreewald hat ein 81-jähriger Autofahrer Mitte Mai...[mehr erfahren]

Geräte zur Warnung vor Radarkontrollen im Fahrzeug sind verboten

Das Gesetz ist nicht neu, die Empörung dennoch groß: Als die...[mehr erfahren]

Altöl, Schrottkühlschränke und -autos gehören nicht in den Wald

Polizeidirektor Olaf Schremm, LKA 23, Dezernat Umwelt- und...[mehr erfahren]

Mehr Sicherheit für Fahrzeuge

Diese Systeme sind ab 2022 Pflicht

Die EU will den Straßenverkehr sicherer machen. Dabei sollen neue...[mehr erfahren]