< Freie Fahrt auf dem RS1

Reise per Anhalter

Daumen raushalten und los geht’s, ohne einen Cent zu bezahlen: Vor allem für junge Menschen ist eine Fahrt per Anhalter eine spannende Art zu reisen. Dass Trampen jedoch sehr gefährlich sein kann, zeigt der Fall von Sophia L., die von Leipzig nach Bayern fahren wollte. Die Studentin war im Juni 2018 an der A9 in einen Lkw mit marokkanischem Kennzeichen zugestiegen. Etwa zwei Wochen später fand die Polizei ihre Leiche in der Nähe einer Tankstelle im Norden Spaniens. Tatverdächtig ist der 41-jährige Fahrer des Fahrzeuges.

Öffentliche Verkehrsmittel sind eine gute Alternative zum Trampen. Bei der Bahn gibt es z. B. spezielle Rabatt-Angebote für Jugendliche. In vielen Städten hat man zudem die Möglichkeit, nachts ein Anruf-Sammeltaxi zu nutzen.

Gefahren erkennen und reagieren

  • Kennzeichen und Fahrtziel gleich zu Beginn der Reise übers Handy an eine Kontaktperson verschicken – ruhig so, dass der Fahrer dies mitbekommt.
  • Mit Tür-, Fenster- und Sicherheitsmechanismen vertraut machen, um im Notfall das Fahrzeug verlassen zu können.
  • Im Blick behalten, ob die vereinbarte Strecke eingehalten wird.
  • Wird die Strecke verlassen oder der Fahrer zudringlich, darauf bestehen, sofort auszusteigen.
  • Sollte der Fahrer dies nicht zulassen, Fenster öffnen und greifbare Gegenstände heraus werfen. So löst man beim Täter Irritation aus und erregt die Aufmerksamkeit anderer Verkehrsteilnehmer.
  • Zudem auf jede erdenkliche Art andere Menschen auf die Situation aufmerksam machen.
  • Schnell, konsequent und rechtzeitig handeln! Auf einsamen Landstraßen oder einem Feldweg könnte es dafür zu spät sein.

Vorsicht vor Schleusern

Worüber man sich ebenfalls im Klaren sein muss, wenn man selbst eine Fahrt anbietet: Online-Mitfahrzentralen werden immer wieder genutzt, um Menschen unter Umgehung der gesetzlichen Einreisebestimmungen in Länder der EU zu befördern. Die Schleuser nehmen Kontakt zur Fahrerin oder zum Fahrer auf und vermitteln zu schleusende Personen, die angeblich Freunde oder Bekannte sein sollen, als Mitfahrer. Für diese „Dienstleistungen“ müssen die geschleusten Personen meist viel Geld bezahlen. Nicht selten verschulden sie sich dafür, was zu einer jahrelangen Abhängigkeit von der Schleuserorganisation führen kann. Doch auch für die Fahrerin oder den Fahrer kann eine Schleusung zum Problem werden. Denn nicht selten gerät man bei einer Kontrolle unter Verdacht, ein Mitglied der Schleuserbande zu sein. Darauf folgen unter Umständen eine Festnahme, Vernehmungen und ein langwieriges Strafverfahren.

Schleusung erkennen und Polizei informieren

Wer eine Mitfahrt aus dem Ausland oder ins Ausland anbietet, ist besonders gefährdet, von Schleusern ausgenutzt zu werden. Erfolgt die Kontaktaufnahme immer durch einen Vermittler, könnte das ein erstes Anzeichen sein. Ein weiterer Hinweis ist, wenn nicht die Mitfahrerin oder der Mitfahrer, sondern eine andere Person die Fahrtkosten zu Beginn der Reise beziehungsweise am Zielort begleicht. Zudem sind die Mitfahrerenden häufig nicht in der Lage, sich aufgrund der Sprachbarriere selbst zu verständigen. Besteht der Verdacht, dass eine Schleusung geplant ist, sollte man darauf bestehen, dass sich die Mitfahrerin oder der Mitfahrer vor Fahrtantritt ausweist. Kann die Person keinen Pass vorzeigen, sollte man sie nicht mitnehmen und die Polizei informieren. Das gilt auch, wenn man trotz Vorlage eines Passes erhebliche Zweifel daran hat, dass die Person rechtmäßig ein- oder ausreist. Innerhalb von Deutschland sollte man den polizeilichen Notruf 110 wählen oder die Bundespolizei unter (0800) 6888000 informieren. Im Ausland ist es wichtig, sich an den dortigen Polizeinotruf oder die nächste Polizeidienststelle zu wenden. MW (31.08.2018)

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