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Illegale Drogen: Woraus sie bestehen und wie sie wirken

Die verschiedenen Drogen werden aus unterschiedlichen Rohstoffen gewonnen und unterscheiden sich auch in ihrer Wirkungsweise voneinander. Wir stellen die am weitesten verbreiteten illegalen Suchtmittel vor und erläutern ihre Gefahren.

Cannabis, Kokain & Crystal Meth

Zu den illegalen Drogen zählen u. a. Cannabis, Amphetamine, Metamphetamine, LSD, Kokain und Heroin

© karam miri, fotolia

 

Die verschiedenen Drogen werden aus unterschiedlichen Rohstoffen gewonnen und unterscheiden sich auch in ihrer Wirkungsweise voneinander. Wir stellen die am weitesten verbreiteten illegalen Suchtmittel vor und erläutern ihre Gefahren.

Cannabis

ist der Oberbegriff für verschiedene Produkte, die aus der Hanfpflanze gewonnen werden. Die Wirkstoffe der Cannabispflanze sind Cannabinoide, insbesondere Tetrahydrocannabinol (THC), die etwa fünf bis zehn Minuten nach dem Konsum sowohl beruhigende und entspannende als auch ängstliche und panische Effekte bewirken können. Cannabis wird in aller Regel als Haschisch (Cannabisharz-Masse) oder Marihuana (getrocknetes Cannabiskraut) in Joints oder Wasserpfeifen geraucht. Teilweise wird Haschisch auch in Gebäck verarbeitet und verzehrt, während Marihuana auch wie Tee aufgekocht werden kann. Weniger verbreitet ist der Konsum von Haschischöl, einem Cannabiskonzentrat, das vor dem „Kiffen“ tropfenweise auf normale Zigaretten gegeben wird.

 

Marihuana wird in Joints oder Wasserpfeifen geraucht

© 6sous, fotolia

Wirkung: Dauerkonsumenten leiden oft an lang anhaltender Müdigkeit, Apathie und Lustlosigkeit. Nach der Einnahme von Cannabis kann es zu depressiven Verstimmungen, Angstgefühlen und Ruhelosigkeit kommen. Weitere Komplikationen treten bei manchen Konsumenten in Form von Übelkeit, Erbrechen oder Beschleunigung des Herzschlages auf. Untersuchungen zeigen, dass jeder Konsument individuell und seiner Stimmungslage entsprechend auf die Droge anspricht.

Amphetamine

sind synthetisch hergestellte Substanzen mit einer Wirkung auf das Zentralnervensystem. Als Drogen sind in diesem Zusammenhang vor allem Speed und Ecstasy bekannt. Bei der Herstellung werden chemische Substanzen nach bestimmten Syntheseverfahren zur Reaktion gebracht. Dabei lassen sich durch komplexe Verfahren die Molekularstrukturen der einzelnen Stoffe und damit auch deren Wirkung verändern. Durch die ständig neuen Kreationen der Produzenten hat der Konsument keinerlei Einschätzung zur Wirkung der Drogen. Amphetamine werden entweder in Pulverform durch die Nase geschnupft (z. B. Speed) oder als Tabletten (z. B. Ecstasy) oder Kapseln eingenommen. Wirkung: Amphetamine wirken vor allem aufputschend. Der Konsument fühlt sich hellwach und erlebt seine Umgebung in einer Geschwindigkeit, die nichts mit der Realität zu tun hat. Viele Anwender verspüren den Drang zu reden, verhalten sich konfus und aggressiv und leiden als Folge der Einnahme später unter Gedächtnisverlust, Depressionen und psychotischen Zuständen. Im Falle von Ecstasy berichten Konsumenten auch von Glücksgefühlen und dem Erreichen eines halluzinogenen Rausches. Regelmäßiger Ecstasygebrauch verringert sukzessive die Leistungsfähigkeit des Immunsystems, vermindert die vermeintlich positiven Effekte und kann zu Angstzuständen, körperlicher Auszehrung und Organ- und Gehirnschäden führen.

Methamphetamin

gehört derzeit zu den gefährlichsten illegalen Drogen und ist auch unter dem Namen „Crystal Meth“ bekannt. Weitere Szenenamen sind etwa „Yaba“, „Piko“, „Hard Pep“, „Ice“, „Glass“, „Crank“ oder „Pervitin“. Methamphetamin wird gewöhnlich als kristallines, weißes, geruchloses und bitter schmeckendes Pulver verkauft, dessen Konsistenz an kleine Eiskristalle oder Glassplitter erinnert – deshalb auch die Bezeichnung „Crystal“. Das Pulver kann auch farbig sein, etwa braun, gelbgrau, orange oder rosa. Es wird geschnieft, geraucht oder gespritzt. Wirkung: Methamphetamin bzw. Crystal Meth zerstört den Körper innerhalb kürzester Zeit. Im Vergleich zu gewöhnlichem Amphetamin (Speed) wirkt Crystal wesentlich länger und etwa fünfmal so stark. Die Substanz stimuliert nach etwa fünf bis zehn Minuten das zentrale Nervensystem, wodurch es bereits unmittelbar nach dem Konsum zu Herzrhythmusstörungen oder sogar zum Herzstillstand kommen kann. Methamphetamin wirkt aufputschend, enthemmend und hält den Konsumenten bis zu 70 Stunden lang wach. Es unterdrückt das Hunger- und Durstgefühl sowie das Schmerzempfinden. Nachwirkungen des Konsums sind Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Fieber, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, aber auch Persönlichkeitsveränderungen, Psychosen, Angstzustände und Wahnvorstellungen, Schizophrenie und Depressionen. Mittel- und langfristig baut Crystal die Hirnmasse ab und führt zu Leber- und Nierenschäden.

LSD

steht für Lysergsäurediäthylamid und ist eine farb-, geruch- und geschmacklose Flüssigkeit, die auf chemischem Weg aus dem Pilzbefall am Getreide (Mutterkornalkaloide) gewonnen wird. Die Substanz wird in verschiedenen Formen wie Pillen, Kapseln oder auf perforiertem Löschpapier angeboten, meist jedoch im Briefmarkenformat als buntes Papierbildchen, das vorher mit LSD beträufelt wurde. Der Konsument schluckt das Papier, was in der Drogensprache auch als „Trip einwerfen“ bezeichnet wird. Wirkung: Die Symptome des typischen LSD-Rausches sind vielfältig: Es kann zu Wahnvorstellungen, Stimmungsschwankungen und zu Hilflosigkeit bei der Bewältigung leichtester Aufgaben kommen. Der Verlauf des Rauschzustandes ist absolut unkalkulierbar. Der Konsument glaubt oft daran, höhere Kräfte zu besitzen und nimmt nicht vorhandene Farbenspiele, akustische Signale oder irrationale Gebilde wahr. Der LSD-Rausch ist nicht selten ein mit Angstzuständen besetzter Rausch. In manchen Fällen erleben die Betroffenen unter dem Einfluss der Droge einen Horrortrip, bei dem über Stunden die qualvollsten Ängste erlebt werden. Die wohl unheimlichste Eigenschaft des LSD ist aber der Echo-Rausch, auch „Flash-back“ genannt. Ohne erneute Einnahme kann noch Wochen später ein erneuter Rauschzustand auftreten. Tritt dieser Echo-Rausch ohne Vorankündigung im Straßenverkehr, am Arbeitsplatz oder bei anderen Gelegenheiten ein, kann es zu lebensgefährlichen Situationen kommen.

Kokain

ist eine Droge, die unter der Verwendung chemischer Substanzen aus den Blättern des Kokastrauches gewonnen wird. Bei der Herstellung wird aus den getrockneten Blättern eine Paste gewonnen, aus der über weitere Zwischenschritte die bekannte weiße Pulversubstanz hervorgeht. Kokain wird normalerweise geschnupft, in manchen Fällen aber auch gespritzt oder inhaliert. In abgewandelter Form können Kokain-Kristalle auch als so genanntes „Crack“ in Pfeifen geraucht werden.

 

Kokain wird von Konsumenten geschnupft, gespritzt oder inhaliert

© VRD, fotolia

Wirkung: Kokain aktiviert beim Konsumenten das zentrale Nervensystem und erhöht Herzschlag, Körpertemperatur und Blutdruck. Der Konsument hat in seiner Euphorie einen Drang nach Aktivität. Auch ein starkes Mitteilungsbedürfnis, sinkende Hemmungen, sexuelle Erregung und gesteigertes Selbstvertrauen sind für die Dauer des Rauschs typische Effekte. Oft endet der Rausch in einem starken Erschöpfungszustand, bei dem der Konsument nicht schlafen kann, weil er innerlich aufgewühlt ist. Bei der gleichzeitigen Einnahme von Kokain mit Alkohol werden oft aggressive Verhaltensmuster sichtbar. Kokain betäubt die Geschmacks- und Magennerven, Durst- und Hungergefühle verschwinden. Die Folge können irreparable körperliche Schäden sein. Oft leiden Dauerkonsumenten zusätzlich unter einer so genannten „Koksnase“ mit chronisch entzündeten Schleimhäuten und einer degenerierten Nasenscheidewand. Der Langzeitkonsum von Kokain führt zu schwerster psychischer Abhängigkeit bis hin zu Hirnabbauerscheinungen.

Heroin

wird aus Rohopium hergestellt, das als milchiger Saft aus den Samenkapseln des Schlafmohns gewonnen wird. Konsumiert werden in aller Regel die Zubereitungsstufen Heroin Nr. 3 (braunes Granulat, Reinheitsgehalt 30 bis 60 Prozent) und Heroin Nr. 4 (weißes Pulver, Reinheitsgehalt bis zu 90 Prozent). Da das Heroin auf dem Weg zum Endverbraucher immer gestreckt wird, weiß der Konsument nie, welche Beimischung sein Stoff enthält. Heroin wird meistens gespritzt, manchmal aber auch geraucht oder geschnupft. Wirkung: Der durch Heroin hervorgerufene ekstatische erste Augenblick („Kick“) wird von Konsumenten auch als orgasmusähnliches Gefühl beschrieben. Schnell stellt sich das Verlangen ein, dieses Gefühl immer wieder zu erleben, ebenso die darauf folgende dämpfende Wirkung. Besonders gefährlich an Heroin ist, dass sich schnell quälende Entzugserscheinungen einstellen, die in immer kürzeren Abständen auftreten. Es entsteht früh eine Abhängigkeit unter deren Einfluss sich die Persönlichkeit des Konsumenten stark verändert. Dies wird gerade in abstinenten Phasen deutlich. Hört die Droge auf zu wirken, sind Unruhe und eine erhöhte Reizbarkeit typische Symptome für die Sucht. Weitere Entzugserscheinungen sind Schweißausbrüche, Herz- und Kreislaufstörungen sowie Nierenkrämpfe. Da das Verlangen nach der Droge ständig steigt, müssen heroinsüchtige Menschen in immer kürzeren Abständen konsumieren. Die Jagd nach der Droge und die Beschaffung von Geldmitteln ist der vorprogrammierte Alltag der Abhängigen: Ein Teufelskreis, aus dem sie sich alleine nicht mehr befreien können. (KL 31.03.2017)

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