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Kinder aus suchtbelasteten Familien stärken

Deutschlandweit leben rund 2,6 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit mindestens einem alkoholkranken Elternteil zusammen. Hinzu kommen etwa 40.000 bis 60.000 Kinder mit drogenabhängigen Eltern. Etwa ein Drittel dieser Kinder entwickelt selbst eine Sucherkrankung oder leidet unter Ängsten, Depressionen und andere psychischen Erkrankungen. Um dieser Gefährdung entgegenzuwirken, hat das Büro für Suchtprävention der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz seit 2008 einen thematischen Schwerpunkt auf den Bereich „Kinder aus suchtbelasteten Familien“ gelegt.

Ein Projekt der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz


Viele Kinder auch suchtbelasteten Familien leiden unter Ängsten oder entwickeln selbst eine Suchterkrankung

© mizina, fotolia

 

Deutschlandweit leben rund 2,6 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit mindestens einem alkoholkranken Elternteil zusammen. Hinzu kommen etwa 40.000 bis 60.000 Kinder mit drogenabhängigen Eltern. Etwa ein Drittel dieser Kinder entwickelt selbst eine Sucherkrankung oder leidet unter Ängsten, Depressionen und andere psychischen Erkrankungen. Um dieser Gefährdung entgegenzuwirken, hat das Büro für Suchtprävention der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz seit 2008 einen thematischen Schwerpunkt auf den Bereich „Kinder aus suchtbelasteten Familien“ gelegt.

Kein normaler Alltag

Die Erkrankung der eigenen Eltern hat für Kinder aus suchtbelasteten Familien schwerwiegende Auswirkungen auf ihren Alltag. Statt unbeschwert „Kind sein” zu können, ist ihre häusliche Situation häufig von Streit und Konflikten geprägt. Das kann dazu führen, dass sie spezifische Verhaltensrollen wie die des „Maskottchens“, Sündenbocks“ oder „verlorenen Kindes“ annehmen. Auf diese Weise versuchen sie, mit der angespannten Atmosphäre im Elternhaus umzugehen. „In Deutschland stammt etwa jedes fünfte Kind aus einer suchtbelasteten Familie”, erklärt Nina Roth, Referatsleiterin des Büros für Suchtprävention der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz. „Die Chance, dass diese Kinder dennoch gesund aufwachsen, liegt bei nur 50 Prozent. Ziel unserer Präventionsangebote ist es deshalb, den Kindern außerhalb ihrer Familie Unterstützung zu bieten. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, ein eigenes suchtfreies Leben zu gestalten, ohne die Verantwortung für die Suchtproblematik ihrer Eltern übernehmen zu müssen.“

Die Rollen von Kindern in suchtbelasteten Familien

Zur Beschreibung des Anpassungsverhaltens von Kindern entwickelte die amerikanische Autorin Sharon Wegscheider bereits im Jahr 1988 ein Rollenmodell, das vier typische Verhaltensmuster bei Kindern aus suchtbelasteten Familien beschreibt:

  • „der Held“ versucht, durch aktives Engagement den trinkenden Elternteil zu ersetzen und das Familienleben weiterhin funktionieren zu lassen.
  • „der Sündenbock“ neigt zu Rebellion und Auflehnung. Er bekommt durch sein oppositionelles Verhalten in erster Linie negative Aufmerksamkeit
  • „das verlorene Kind“ zieht sich in seine eigene Welt zurück, schützt sich dadurch vor den unkontrollierbaren Reaktionen der Eltern und entlastet die Familie.
  • „das Maskottchen“ fällt durch seine fröhliche Art und Aufgeschlossenheit auf. Es ist lustig und unterhaltsam, bekommt viel positive Aufmerksamkeit und sorgt für Ablenkung.
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