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Zahlen zu Drogendelikten

Die Zahl der polizeilich erfassten Fälle von Rauschgiftkriminalität ist im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 7,1 Prozent auf 302.594 Fälle gestiegen. 2015 waren es noch 282.604 Fälle. Das große Problem: Der Internethandel macht Drogen leichter verfügbar. Es gibt Verkaufsplattformen, vor allem im Darknet, auf denen Drogen aller Art angeboten und oft per Post zum Besteller geschickt werden. 2016 wurden über 2.000 Rauschgiftfälle mit dem Tatmittel Internet registriert (+5 Prozent). Es ist jedoch von einem großen Dunkelfeld auszugehen. Auch die Zunahme von Anbauflächen für Heroin, Kokain und Marihuana ist ein weiterer Beleg für die Verfügbarkeit. Ähnliches gilt für die synthetischen Drogen. Früher wurden diese in kleinen Laboren hergestellt – heute oft in professionellen Produktionsstätten mit umfangreichen Produktionskapazitäten, Tendenz steigend.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2016

Rauschgiftdelikte stiegen im Jahr 2016 deutlich an

© Daniel Peter, MEV-Verlag

 

Die Zahl der polizeilich erfassten Fälle von Rauschgiftkriminalität ist im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 7,1 Prozent auf 302.594 Fälle gestiegen. 2015 waren es noch 282.604 Fälle. Das große Problem: Der Internethandel macht Drogen leichter verfügbar. Es gibt Verkaufsplattformen, vor allem im Darknet, auf denen Drogen aller Art angeboten und oft per Post zum Besteller geschickt werden. 2016 wurden über 2.000 Rauschgiftfälle mit dem Tatmittel Internet registriert (+5 Prozent). Es ist jedoch von einem großen Dunkelfeld auszugehen. Auch die Zunahme von Anbauflächen für Heroin, Kokain und Marihuana ist ein weiterer Beleg für die Verfügbarkeit. Ähnliches gilt für die synthetischen Drogen. Früher wurden diese in kleinen Laboren hergestellt – heute oft in professionellen Produktionsstätten mit umfangreichen Produktionskapazitäten, Tendenz steigend.

 

2016 wurden insgesamt 245.731 Personen polizeilich erfasst,  da sie gegen § 29 des Betäubungsmittelgesetzes verstoßen haben. Besonders kritisch ist, dass die Zahl der Jugendlichen, die wegen eines Drogendelikts verdächtig wurden, um 4,2 Prozent auf 30.661 Personen gestiegen ist (2015: 29.438 Personen). Am häufigsten wurde den 14- bis unter 18-Jährigen vorgeworfen, Cannabis zu konsumieren, zu besitzen, herzustellen oder damit zu handeln (22.135 Tatverdächtige). Diese Entwicklung verdeutlicht, wie wichtig eine effektive Drogenprävention in Bezug auf Kinder und Jugendliche ist. Die Erkennung und Erfassung von Konsumenten harter Drogen ist schwierig und unvollständig, denn man kann davon ausgehen, dass die Drogenabhängigkeit eines Täters häufig nicht erkannt wird. Die Anteile von Straftaten durch Konsumenten harter Drogen dürften also höher liegen als statistisch registriert – besonders bei den Delikten Diebstahl und Raub. Die Entwicklung der registrierten Rauschgiftdelikte hängt außerdem stark vom Kontrollverhalten des Zolls und der Polizei ab.

Die verschiedenen Rauschgiftarten

Aufgeschlüsselt nach den verschiedenen Drogenarten wurden 2016 bei den Rauschgiftdelikten 183.015 Fälle von Cannabis-Konsum verfolgt – 8,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit bleibt die Droge das am häufigsten konsumierte Rauschgift. Amphetamin, wozu auch Ecstasy gehört, gewinnt jedoch kontinuierlich an Bedeutung: Mit 45.017 Delikten stieg die Zahl der registrierten Fälle um 6,4 Prozent. Im Laufe des Jahres stellten Polizei und Zoll eine Menge von 1.471 Kilogramm sicher (+8,5 Prozent). Auch gab es Anstiege bei Heroin (+3,2 Prozent, 11.665 Fälle), LSD (+39,7 Prozent, 725 Fälle) und bei Kokain, einschließlich Crack (+16,8 Prozent, 16.544 Fälle). Lediglich bei Methamphetamin, wozu auch Crystal Meth gehört, zeigt sich eine prozentuale Abnahme um 6,5 Prozent auf 13.957 Fälle.

Drogentote

Die Zahl der Drogentoten ist in Deutschland zum vierten Mal in Folge gestiegen. 2016 wurden 1.333 rauschgiftbedingte Todesfälle registriert. Das entspricht einem Anstieg um neun Prozent. Meldepflichtig sind alle Fälle, die in Zusammenhang mit einem Drogenkonsum stehen. Dazu gehören Todesfälle infolge von Missbrauch, Selbsttötung aus Verzweiflung über die Lebensumstände oder unter Einwirkung von Entzugserscheinungen sowie tödliche Unfälle von unter Drogeneinfluss stehenden Personen. Auch hier muss von einem Dunkelfeld ausgegangen werden.
Besonders hoch ist der Anstieg von Todesfällen im Zusammenhang mit dem Konsum von sogenannten Neuen psychoaktiven Stoffen (NPS), die auch als „Legal Highs“ bezeichnet werden. 2016 wurden 98 Tote erfasst. Im Vorjahr waren es noch 39 Personen. Dadurch zeigt sich, wie gefährlich diese Stoffe sind. Ein bedeutender Schritt bei der Bekämpfung der „Legal Highs“ wurde Ende 2016 mit dem Inkrafttreten des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) gemacht.

MW (30.06.2017)

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