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Wie kriminell sind Kinder und Jugendliche?

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) des Bundeskriminalamts (BKA) gibt Aufschluss über die polizeilich bekannten Straftaten sowie Straftatversuche eines Jahres. Dabei stellt sie auch Angaben über die Tatverdächtigen bereit. So lassen sich unter anderem Aussagen zu den versuchten oder begangenen Straftaten von Kindern und Jugendlichen treffen.

Wie kriminell sind Kinder und Jugendliche

Ergebnisse der Polizeilichen Kriminalstatistik 2019


Körperverletzung zählt zu den am häufigsten verübten Delikten unter Jugendlichen

© Ljupco Smokovski/stock.adobe.com

 

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) des Bundeskriminalamts (BKA) gibt Aufschluss über die polizeilich bekannten Straftaten sowie Straftatversuche eines Jahres. Dabei stellt sie auch Angaben über die Tatverdächtigen bereit. So lassen sich unter anderem Aussagen zu den versuchten oder begangenen Straftaten von Kindern und Jugendlichen treffen.

Mehr als jeder zehnte Tatverdächtige ist minderjährig

Wie die Statistik zeigt, wurden 2019 in Deutschland 2.019.211 Tatverdächtige von der Polizei registriert. Das sind 1,6 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Insgesamt waren 249.972 aller Tatverdächtigen jünger als 18 Jahre. Der Anteil der Kinder (0 bis unter 14 Jahre) an allen Tatverdächtigen lag bei 3,6 Prozent. Weitere 8,8 Prozent waren Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre). Minderjährige begingen im Jahr 2019 insgesamt seltener eine Straftat als noch im Vorjahr (Kinder -2,7 Prozent, Jugendliche -6,9 Prozent).

Kinder greifen meist unerlaubt ins Regal

Ein häufiges Delikt, das von Kindern begangen wird, ist der Ladendiebstahl. Im Jahr 2019 wurden von den rund 73.000 tatverdächtigen unter 14-Jährigen 22.807 wegen eines Ladendiebstahls von der Polizei registriert. Wie schon in den Vorjahren sind sie also sehr häufig dabei erwischt worden, wie sie im Supermarkt oder in anderen Geschäften geklaut haben. Weitere 11.344 Kinder wurden zudem durch eine vorsätzliche einfache Körperverletzung aktenkundig. Mit 9.989 Tatverdächtigen begingen nur etwas weniger der unter 14-Jährigen eine Sachbeschädigung. Hinzu kamen Fälle von Beleidigung (3.9 57) oder Rauschgiftdelikte (1.639). Von den tatverdächtigen Kindern waren 51.985 deutscher Herkunft. Die Anzahl der unter 14-Jährigen, die keine deutsche Herkunft haben, belief sich auf 20.905. Insgesamt ist die Anzahl der tatverdächtigen deutschen Kinder im Jahr 2019 um 5,5 Prozent gestiegen. Die Zahl der tatverdächtigen nichtdeutschen Kinder ist bei den Straftaten insgesamt um 2,1 Prozent gesunken, ohne Berücksichtigung ausländerrechtlicher Straftaten allerdings um 6,3 Prozent gestiegen.

Im Jahr 2015 wurden deutlich mehr Tatverdächtige erfasst als in den Jahren zuvor. Grund dafür war ein starker Anstieg ausländerrechtlicher Verstöße, die im Zusammenhang mit Migrationsströmen stehen. In den Kriminalstatistiken 2015 und 2016 wurde zwischen den insgesamt erfassten Straftaten und Straftaten ohne ausländerrechtlichen Hintergrund unterschieden. Nachdem die Anzahl der ausländerrechtlichen Verstöße 2017 wieder stark gesunken ist, werden Straftaten wieder im Gesamten betrachtet.

Körperverletzung bleibt häufigste Straftat von Jugendlichen

Im Jahr 2019 wurden 177.082 jugendliche Tatverdächtige im Alter zwischen 14 und 18 Jahren aktenkundig. Laut der Kriminalstatistik waren davon 136.885 Jugendliche deutscher Herkunft. 40.197 besaßen nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Viele Jugendlichen begingen Ladendiebstähle (39.329), Rauschgiftdelikte (34.469) oder Sachbeschädigungen (19.840). Zudem wurden 40.777 Jugendliche wegen Körperverletzung polizeilich erfasst. Damit bleibt Körperverletzung 2019 die von der Altersgruppe am häufigsten begangene Straftat.

Weniger Rauschgiftdelikte als 2018

Die Kriminalstatistik bestätigt, dass der Konsum illegaler Drogen von Minderjährigen im Alter von 14 bis unter 18 Jahren in Deutschland leicht rückgängig ist. Wegen Rauschgiftdelikten wurden 2019 insgesamt 34.469 Jugendliche aktenkundig – das sind rund 800 weniger als im Vorjahr. Davon wurden 29.661 Jugendliche mit Cannabis erwischt. Im Vorjahr waren es noch 30.640. Die Aufklärung von Kindern und Jugendlichen über die negative Wirkung von illegalen Drogen muss allerdings auch in den kommenden Jahren weiterhin eine zentrale Rolle in der Präventionsarbeit spielen.

SBa (31.07.2020)

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