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Vorsicht vor Deep Fakes

“President Trump is a total and complete dipshit!” – „Präsident Trump ist ein absoluter Vollidiot!” Mit dieser Beleidigung überraschte Barack Obama in einem YouTube-Video, das sich rasend schnell im Netz verbreitete. Im Verlauf des Videos wurde jedoch schnell klar: Bei der Aufnahme handelt es sich um eine Fälschung, ein so genanntes Deep Fake. Das Video stammt von Forschern der University of Washington, die auf das heikle Thema Videofälschungen aufmerksam machen wollten. Der Begriff „Deep Fake“ setzt sich aus den Worten „Deep Learning“, also der Fähigkeit künstlicher Intelligenz zu lernen, und „Fake“ (Fälschung) zusammen. Wie solche Deep Fakes entstehen und woran man sie erkennen kann, erklärt Informatiker Andreas Rössler von der TU München.

Andreas Rössler von der Technischen Universität München

© TU München

Gefahren von Deep Fakes

Die Schäden, die durch Deep Fakes und andere Fälschungen verursacht werden können, sind vielfältig. So gibt es beispielsweise bereits Videos weiblicher Prominenter im Netz, deren Gesichter auf die Körper von Pornodarstellerinnen montiert wurden. Für die prominenten Frauen ist so etwas rufschädigend. Ähnliches wäre aber auch mit jeder anderen Person möglich, von der es ausreichend Bildmaterial im Netz gibt – etwa auf Social-Media-Plattformen. Denkbar wären aber auch andere Szenarien, deren Folgen kaum absehbar sind: Werden etwa Videos von Politikern gefälscht, in denen ihnen andere Aussagen in den Mund gelegt werden, könnten damit sogar Wahlen beeinflusst werden. Deep Fakes von Konzernchefs könnten wiederum für Kurseinbrüche an der Börse verantwortlich sein. „Man wird sich zunehmend Gedanken um Sicherungsmechanismen machen müssen, um die Echtheit eines Videos zu belegen, beziehungsweise eine vertrauenswürdige Quelle auszuweisen – etwa eine Art Wasserzeichen. Grundsätzlich sind frei verfügbare Informationen im Netz mit Vorsicht zu genießen, auch im Videoformat“, betont der Experte.

Deep Fakes erkennen

Ein mögliches Indiz für eine Fälschung ist eine schlechte Qualität. „Fake Videos funktionieren am besten in geringer Auflösung, denn hinter der schlechten Qualität lässt sich viel verstecken, was bei besserer Auflösung sofort auffallen würde“, weiß Andreas Rössler. Achten sollte man außerdem auf die Mund- und Augenpartie, denn die beweglichen Gesichtsbereiche sind am schwierigsten zu verändern. Sieht der Mund beim Sprechen etwa seltsam oder das Blinzeln der Augen unnatürlich aus, könnte das ebenfalls ein Indiz sein. Auch die Übergänge vom Gesicht zu den Haaren, zum Hals oder zur äußeren Umgebung beziehungsweise dem Hintergrund können Hinweise auf eine Fälschung liefern, etwa wenn die Ränder ausgefranst oder unpassend wirken. Weitere Dinge, auf die man achten kann: Passt das Gesicht zum Körper? Und stimmen Gestik und Körperhaltung mit der Mimik überein? Grundsätzlich sollte auch überprüft werden: Woher stammt das Video überhaupt? Ist die Quelle nachvollziehbar? „Es liegt auch am Nutzer, den gesunden Menschenverstand einzuschalten. Genauso wie ich die Quellen von allen anderen Informationen im Netz prüfen sollte, sollte ich auch die Herkunft von Bild- und Videomaterial checken“, betont Andreas Rössler. SBa (21.12.2018)

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