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Doping im Job

Befristete Anstellungen, Konkurrenzkampf, Leistungsdruck: Immer mehr Menschen versuchen dem Stress am Arbeitsplatz mit Medikamenten beizukommen.

Unterschätzte Nebenwirkungen

Die missbräuchliche Einnahme von Medikamenten und illegalen Substanzen kann schwerwiegende Folgen für Psyche und Körper haben. Die erwünschte leistungssteigernde Wirkung wird oft ins Gegenteil verkehrt. Mögliche Nebenwirkungen von…

  • Ritalin: Kopfschmerzen, Nervosität, Schlaflosigkeit, Kurzatmigkeit, Herzrhythmusstörungen, Persönlichkeitsveränderungen, psychotische Zustände
  • Modafinil: Herzrasen, Störungen der Leberfunktion, epileptische Anfälle, Angstzustände
  • Antidementiva: Schwindel, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Aggressivität, verlangsamter Herzschlag, Magengeschwüre, Leberfunktionsstörungen
  • Antidepressiva: Übelkeit, Mundtrockenheit, Appetitlosigkeit, Nervosität, Zittern, mangelnde KonzentrationBetablockern: Müdigkeit, depressive Verstimmungen, Schwindel, Durchblutungsstörungen, Asthmaanfälle, Erektionsstörungen
  • Amphetaminen: eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit, lebensbedrohlicher Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, psychotische Zustände, Dehydrierung, Absterben von Nervenzellen
  • Kokain: Blutdruckanstieg und erhöhte Herz- und Atemfrequenz, Unruhe, Ängstlichkeit, übersteigerte Erregbarkeit, Verfolgungswahn, Schäden des Nervensystems, Persönlichkeitsveränderungen, Abhängigkeit

Mit Medikamenten bringen viele Menschen die Funktionstüchtigkeit ihres Körpers unter Kontrolle, vor allem im Beruf

© Cmon, fotolia

Anfälligkeit für Hirndoping

Der Verlockung, die geistige und kognitive Leistungsfähigkeit mit Hilfe von Substanzen zu verbessern, sind nicht alle Menschen gleichermaßen ausgeliefert: Zu den Risikogruppen zählen kognitiv stark beanspruchte, leistungsbereite Personen und bestimmte Berufsgruppen aus dem Management, der Finanzbranche, dem Journalismus, der Medizin und der Politik. Hirndoping wird meist von Menschen betrieben, die sehr gut ausgebildet sind, über eine hohe Leistungsbereitschaft verfügen, sich aber überfordert fühlen. Wer in einer Umgebung arbeitet, in der physiologische Grenzen unzureichend berücksichtigt werden, ist ebenfalls besonders gefährdet, leistungssteigernde Mittel zu nehmen: Das sind zum Beispiel Berufsmusiker, Krankenhausärzte, Schüler und Studierende mit hohem Lernpensum und Personen, die Angst haben, den Anschluss im Leistungswettbewerb zu verlieren. Ein weiterer Risikofaktor ist die wöchentliche Arbeitszeit: Laut der Initiative Gesundheit & Arbeit (iga) ist bei demjenigen, der mehr als 40 Stunden pro Woche arbeitet, das Risiko Neuroenhancer einzusetzen im Vergleich zu einer 20-bis-40-Wochenstunden-Kraft doppelt so hoch. Weitere Faktoren, die eine Anfälligkeit für Hirndoping begünstigen können, sind:

  • Arbeitsplatzunsicherheit
  • mangelnde Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben
  • ständige Schichtwechsel
  • dauernder Termindruck
  • mangelnde Perspektiven/Zuversicht
  • Leistungswettbewerb im Unternehmen

Eine der wenigen Langzeitstudien zum „Hirndoping“ ist der DAK-Gesundheitsreport. Hier wurde das Verhalten der deutschen Bürger in den Jahren 2009 und 2015 untersucht.

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