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Doping im Job

Befristete Anstellungen, Konkurrenzkampf, Leistungsdruck: Immer mehr Menschen versuchen dem Stress am Arbeitsplatz mit Medikamenten beizukommen.

DAK-Gesundheitsreport 2015

Nach dem von der DAK in Auftrag gegebenen Gesundheitsreport 2015 „Update: Doping am Arbeitsplatz“ nutzen drei Millionen Deutsche verschreibungspflichtige Medikamente, um am Arbeitsplatz leistungsfähiger zu sein oder um Stress abzubauen. Stellt man die mögliche Dunkelziffer mit in Rechnung, die im Rahmen der Befragung mittels spezieller Methoden geschätzt wurde, kann von gut zwölf Prozent der Erwerbstätigen ausgegangen werden, die schon einmal „Doping am Arbeitsplatz“ betrieben haben – das ist jeder achte Erwerbstätige. Zur Leistungssteigerung haben 3,3 Prozent bereits Neuroenhancement mit frei verkäuflichen Mittel praktiziert, zur Verbesserung der Stimmung oder zum Abbau von Ängsten und Nervosität sind es 4,7 Prozent. Die Medikamente werden dabei am häufigsten über ein vom Arzt ausgestelltes Rezept bezogen. Während Neuroenhancement zur Leistungssteigerung vor allem Männer anspricht, wird es zur Verbesserung der Stimmung oder zum Abbau von Ängsten und Nervosität häufiger von Frauen genutzt. Die DAK hatte bereits im Gesundheitsreport 2009 pharmakologisches Neuroenhancement untersucht. Der Anteil der Erwerbstätigen, die Medikamente ohne medizinische Notwendigkeit eingenommen haben, ist von damals 4,7 auf jetzt 6,7 Prozent gestiegen. Auch das Wissen um Neuroenhancement hat zugenommen: 45 Prozent der Erwerbstätigen war dies laut Studienergebnis im Jahr 2008 bekannt, im Jahr 2014 schon 69 Prozent.

Prävention

Hirndoping ist in Deutschland zwar nicht verbreitet, aber Studien belegen die Tendenz, dass der Medikamentenmissbrauch zur Leistungssteigerung zunimmt. Deshalb sollten Unternehmen vorbeugen und ihre Mitarbeiter informieren über Hirndoping und die gesundheitlichen Risiken. Zur Prävention empfiehlt die Initiative Gesundheit und Arbeit:

  • Führungskräfte für das Thema sensibilisieren (Vorbildfunktion)
  • für positive betriebliche Rahmenbedingungen sorgen
  • gesunderhaltende und motivierende Arbeitsbedingungen schaffen
  • Mitarbeiterweiterbildungen in Zeit- und Selbstmanagement, Stressbewältigungsstrategien und Konfliktmanagement
  • Über- und Unterforderung der Mitarbeiter vermeiden
  • Belastungsfaktoren wie Leistungsdruck und Stress minimieren
  • klare und erreichbare Ziele formulieren
  • Zeitdruck reduzieren

(ks) (29.05.2014)

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