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„Trau dich!“

„Trau dich!“ ist eine bundesweite Initiative zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs, initiiert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und dem Bundesfamilienministerium. In einem interaktiven Theaterstück lernen Kinder ihre Rechte kennen und sich Hilfe zu suchen, wenn sie Grenzüberschreitungen erfahren. Dabei werden die Kinder selbst in die Aufführung mit eingebunden.

Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs

Bundesweite Initiative zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs


„Trau dich!“ – Start der Landestour am 20. Februar 2019 in Bremen.

© Christian-Arne de Groot

 

„Trau dich!“ ist eine bundesweite Initiative zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs, initiiert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und dem Bundesfamilienministerium. In einem interaktiven Theaterstück lernen Kinder ihre Rechte kennen und sich Hilfe zu suchen, wenn sie Grenzüberschreitungen erfahren. Dabei werden die Kinder selbst in die Aufführung mit eingebunden.

Höre immer auf dein Gefühl

Das Theaterstück „Trau dich! Ein starkes Stück über Gefühle, Grenzen und Vertrauen“ wird seit dem Jahr 2012 von der deutsch-schweizerischen Theatergruppe „Kompanie Kopfstand“ (KoKo) aufgeführt. Es erzählt zum Beispiel die Geschichte vom 12-jährigen Vladimir, der dreimal in der Woche bei seiner Oma ist. Seine Oma kommt ihm dabei immer etwas zu nah und gibt ihm „Schlabberküsse“, die er gar nicht mag. Hier lernen die Kinder, eigene Grenzen zu ziehen, auf ihr Gefühl zu hören und wie sie schlechte Gefühle von guten Gefühlen unterscheiden können. Dabei holt „Trau dich!“ auch die Lehrkräfte und Eltern mit an Bord. So bietet die Initiative in Kooperation mit spezialisierten Fachberatungsstellen vor der Theateraufführung Fortbildungskurse für Lehrerinnen und Lehrer an. Dort erhalten sie Tipps, wie sie die Themen Kinderschutz und sexueller Missbrauch in den Schulalltag integrieren. Die Eltern können sich an einem Elternabend über das Theaterstück informieren, um mit ihren Kindern auch zu Hause über das Thema altersgerecht zu sprechen.

„Trau dich!“ – Premiere und Lizenzübergabe am 7. Mai 2019 in Schwerin.

© Silke Winkler

Lass dir nicht alles gefallen

Im Theaterstück wird auch das schwierige Thema sexueller Missbrauch thematisiert. Das Stück erzählt die Geschichte von Alina. Sie ist acht Jahre alt und lebt eigentlich in einer glücklichen Familie. Aber da gibt es Dennis, den Verlobten ihrer Schwester Maja. Er kommt Alina zu nahe. In einer Szene legt Dennis seine Hand auf Alinas Oberschenkel und flüstert: „Deine Haut ist so weich.“ Sie will, dass Dennis damit aufhört, weiß aber nicht, was sie sagen soll. Dennis will Alina dazu bringen, niemandem etwas davon zu erzählen: „Das bleibt unser kleines Geheimnis“, sagt er. Im Stück vertraut sich Alina später ihrer Schwester an, die ihr zuhört, glaubt und ihr verspricht, dass Dennis ihr nie wieder zu nahe kommen wird. Das Theaterstück klärt Kinder über ihre Rechte auf und dass es in Ordnung ist, einem Jugendlichen oder Erwachsenen gegenüber seine Meinung zu sagen und sich Hilfe zu holen, wenn jemand ihre Rechte nicht respektiert. Um die Botschaften aus dem Theaterstück zu vertiefen, wird es im Schulunterricht vor- und nachbereitet. Dafür gibt es ein Methodenheft für Fachkräfte mit theaterpädagogischen Anregungen. Den Kindern soll die Möglichkeit gegeben werden, über das Stück zu sprechen und eine eigene Haltung zu den Themen zu entwickeln. Außerdem erfahren sie, an wen sie sich wenden können, wenn jemand ihnen wehtut oder sie zu Dingen zwingt, die sie nicht wollen. „Trau dich!“ trägt auch dazu bei, das bundesweite Beratungs- und Hilfesystem stärker bekannt zu machen. Die Mädchen und Jungen erhalten zudem eigene Broschüren, die sie über die Themen Kinderrechte, Kinderschutz, sexuelle Belästigung, Übergriffe, Gewalt und Hilfsangebote informieren.

Das Ensemble des Jungen Staatstheaters Parchim bei der Premiere von „Trau dich!“.

© Silke Winkler

Du darfst dir Hilfe holen

Die BZgA hat „Trau dich!“ wissenschaftlich begleiten lassen. Die Ergebnisse zeigen: Nach dem Theaterstück konnten Kinder viel besser über ihre Gefühle reden. Auch das „Hilfehol-Verhalten“ wird positiv beeinflusst. So kennen nach dem Besuch des Theaterstücks deutlich mehr Kinder das Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“. Um es den Mädchen und Jungen leichter zu machen, die zentralen Präventionsbotschaften und das Gelernte zu verinnerlichen, haben BZgA und Bundesfamilienministerium das Online-Portal www.trau-dich.de entwickelt. Hier finden sich alle wichtigen Botschaften in kindgerechter Sprache. Die Seite enthält zum Beispiel auch Videoclips, in denen Kinder-Reporter Erwachsenen Fragen über Kinderrechte stellen. In einer anderen Videoreihe erklärt eine Sozialpädagogin einer Kinder-Reporterin, was eigentlich sexueller Missbrauch ist, ob so etwas auch Jungen passieren kann und wo man sich Hilfe holt.

AL (18.02.2020)

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