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Vorsicht, Hitze!

Der Sommer ist für viele die schönste Jahreszeit. Doch je höher die Außentemperatur steigt, desto wärmer wird es auch im Inneren eines Fahrzeugs. Lässt man etwa Tiere oder Kinder bei hochsommerlichen Temperaturen im Auto zurück, kann das schon nach kurzer Zeit lebensgefährlich sein. Auch explodierende Spraydosen sind ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Romy Mothes vom Auto Club Europa (ACE) erklärt, worauf Autofahrerinnen und Autofahrer im Sommer achten sollten, damit der Pkw nicht zur Gefahrenzone wird.

Autos im Sommer parken


Kinder sollten auf keinen Fall alleine im Auto bleiben

© tiagozr/stock.adobe.com

 

Der Sommer ist für viele die schönste Jahreszeit. Doch je höher die Außentemperatur steigt, desto wärmer wird es auch im Inneren eines Fahrzeugs. Lässt man etwa Tiere oder Kinder bei hochsommerlichen Temperaturen im Auto zurück, kann das schon nach kurzer Zeit lebensgefährlich sein. Auch explodierende Spraydosen sind ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Romy Mothes vom Auto Club Europa (ACE) erklärt, worauf Autofahrerinnen und Autofahrer im Sommer achten sollten, damit der Pkw nicht zur Gefahrenzone wird.

Gefahr für Kinder und Tiere

Wenn man im Sommer mit dem Auto unterwegs ist, sollte man einige Dinge berücksichtigen. Denn steht ein Fahrzeug in der prallen Sonne, kann es sich schon nach kurzer Zeit extrem aufheizen. Als Faustregel gilt: Pro Minute steigt die Temperatur im Fahrzeuginneren um etwa ein Grad. So können schnell 60 oder 70 Grad erreicht werden. „Man sollte deshalb auf keinen Fall Tiere oder Kinder alleine im Auto zurücklassen – auch nicht für kurze Zeit. Besonders für Babys oder Kleinkinder kann eine solche Situation schnell lebensgefährlich werden. Wird ihnen zu heiß, droht ein Kreislaufkollaps“, warnt Romy Mothes. Tiere überhitzen sogar noch schneller als Menschen. Da bringt es auch nichts, das Fenster einen Spalt breit offen stehen zu lassen. Denn die geringe Luftzufuhr reicht nicht aus, um die extremen Temperaturen im Wageninneren herunterzukühlen – für einen Hund oder andere Haustiere kann das Auto so schnell zur Todesfalle werden.

Körperverletzung, Tierquälerei, unterlassene Hilfeleistung

Wer mit der Gesundheit seiner Kinder oder Tiere fahrlässig umgeht, kann rechtlich belangt werden. „Wenn man hilflose Personen oder Tiere in einem aufgeheizten Wagen zurücklässt, kann das als Körperverletzung bzw. Tierquälerei gewertet werden“, erklärt die ACE-Expertin. Sieht man ein überhitztes Kind oder Tier in einem verschlossenen Wagen, muss man umgehend handeln und sofort die Polizei und die Feuerwehr verständigen. Ignoriert man die Situation, kann man wegen unterlassener Hilfeleistung belangt werden. „Den Notruf wählen – das kann jeder. Damit ist man seiner Pflicht zu helfen auch schon nachgekommen“, weiß Mothes. Entscheidet man sich dazu, das Fahrzeug selbst zu öffnen, indem man etwa die Scheibe einschlägt, sollte man bedenken, dass herumfliegende Glassplitter das Kind oder Tier verletzen könnten. „Auch ist es möglich, dass der Besitzer im Anschluss Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Es gibt hier keine klare Rechtsprechung. Man muss hier abwägen.“

Spraydosen gehören bei Hitze nicht ins Auto

© Tomasz/stock.adobe.com

Vollen Tank und Spraydosen im Wagen vermeiden

Eine weitere Gefahr ist ein übervoller Tank. Denn Benzin und Diesel dehnen sich bei Hitze aus. So kann es sein, dass der Treibstoff überläuft, sich entzündet und den Pkw in Brand setzt. Doch selbst wenn es nicht soweit kommt, kann der Treibstoff Lackschäden verursachen – vor allem bei Sonneneinstrahlung. Spraydosen und Gaskartuschen sollten im Sommer möglichst nicht im Auto gelagert werden. Das Gas kann sich bei Hitze ausdehnen und dazu führen, dass die Dose oder Kartusche explodiert. Dabei können Fahrzeuginsassen verletzt und das Fahrzeug beschädigt werden. Romy Mothes: „Wenn überhaupt sollten Spraydosen im Handschuhfach oder unter dem Sitz verstaut werden. Hierbei ist noch darauf zu achten, dass die Dosen nicht unter die Pedale rollen können.“

Sitze und Lenkrad abdecken

Bei großer Hitze sollte das Auto möglichst im Schatten geparkt werden. Aber Achtung: Steht es zum Beispiel unter einem Baum und die Sonne wandert im Tagesverlauf weiter, kann sich der Schattenplatz schnell zum Sonnendeck wandeln. „Damit sich der Wagen nicht so extrem aufheizt, kann man die Frontscheibe etwa mit einer Aluabdeckung versehen. Auch sollte man bedenken, dass vor allem Ledersitze sehr heiß werden können. Das Gleiche gilt für das Lenkrad oder Kindersitze. Hier können tatsächlich Verbrennungen drohen“, betont Romy Mothes. Um dem vorzubeugen, können Sitze und Lenkrad beispielsweise mit einem hellen Handtuch abgedeckt werden. Bevor man ins Auto steigt, sollte man alle Türen für einige Minuten öffnen, sodass die größte Hitze entweichen kann. „Eine Klimaanlage ist praktisch. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass der Unterschied von Außen- und Innentemperatur nicht zu groß ist, weil das den Kreislauf belastet.“ Es empfiehlt sich auch, genügend Getränke dabeizuhaben und vor allem auf längeren Fahrten regelmäßige Pausen einzulegen. „Nicht nur Kinder und Tiere sind empfindlicher gegenüber Hitze. Auch ältere Menschen vertragen sie nicht so gut. Man sollte daher immer ein Auge auf seine Mitfahrenden haben und es an Sommertagen einfach etwas ruhiger angehen,“ empfiehlt Mothes.

SBa (31.05.2019)

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