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Wenn es ganz gefährlich wird, kommt das SEK

Geiselnahme, Terror, Erpressung, Suizidversuch oder Amoklauf: Es gibt einige Situationen, in denen die Polizeibeamten im normalen Streifendienst spezielle Verstärkung brauchen. In solchen Fällen wird ein Spezialeinsatzkommando (SEK) hinzugezogen. Diese Spezialeinheit der Polizei gibt es in allen Bundesländern sowie beim Bund. Die speziell geschulten und trainierten Beamten des SEK stürmen Häuser, führen Verhandlungen, beobachten Verdächtige und schützen Zeugen.

SEK im Einsatz

© NEWS&ART, fotolia

Gründung des Spezialeinsatzkommandos 

Im September 1972 endete die Geiselnahme der israelischen Mannschaft durch palästinensische Terroristen während der Olympischen Spiele in München mit einem Blutbad und dem Tod aller Geiseln. Aufgrund dieser schockierenden Erfahrung beschloss die Ständige Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder und des Bundes im Jahr 1974 das Konzept für den Einsatz von Spezialeinheiten der Länder (SEK) und des Bundes (GSG 9). Zu Beginn wurden SEK ausschließlich zur Terrorbekämpfung eingesetzt. 

Die Spezialeinheiten 

In Deutschland gibt es verschiedene Spezialeinheiten für unterschiedliche Aufgabenbereiche. Das Spezialeinsatzkommando (SEK) ist zuständig für Zugriffs- und Schutzmaßnahmen zur Verhütung von Suizidversuchen und Verfolgung von besonders schweren Straftaten wie Geiselnahme und Erpressung. Die Einsatzkräfte wehren Gefahr für Leib, Leben und Gesundheit ab.

Die GSG 9 (GSG 9 BPOL) der Bundespolizei (ehemals „Grenzschutzgruppe 9“) wurde aufgrund des misslungenen Polizeieinsatzes bei der Geiselnahme der israelischen Olympiamannschaft 1972 gegründet. Die Spezialeinheit mit Sitz in Sankt Augustin bekämpft Terrorismus und ist zur Geiselbefreiung und Bombenentschärfung im Einsatz.

Die 1995 gegründete Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll (ZUZ) ist zuständig für den Bereich Wirtschafts- und Rauschgiftkriminalität. Sie ist dem Zollkriminalamt Köln unterstellt und unterstützt Zollfahndungsbeamte bei riskanten Einsätzen.

Die Observationseinheit Zoll (OEZ) entstand aus einer 1989 beim Zollfahndungsamt Düsseldorf gegründeten Observationsgruppe. Die OEZ ist eine Spezialeinheit der Bundeszollverwaltung und agiert mit akustischer oder optischer Aufklärungstechnik im Bereich der schweren Zollkriminalität. Der Personenschutz gefährdeter Zeugen eines Strafverfahrens gehört ebenfalls zu ihren Aufgaben.

Das Mobile Einsatzkommando (MEK) kommt dann zum Einsatz, wenn Täter mobil sind und nicht feststeht, wo sie festgenommen werden – etwa bei einer Geiselnahme, bei der der Täter den Standort wechselt. Das MEK ist auch für Fahndungen und für zum Teil verdeckte Observationen zuständig.

Die Beratergruppe der Spezialeinheit (BG) ist eine Spezialeinheit der Polizei, die während eines Einsatzes vor allem im Bereich der schweren Gewaltkriminalität zur funktionierenden und zielführenden Kommunikation zwischen Polizei und Tätern eingesetzt wird.

Die Technischen Einsatzgruppen (TEG) sind Aufklärungseinheiten der Spezialeinheiten. Sie arbeiten in den Bereichen der organisierten Kriminalität, Raub, Erpressung, Geiselnahme und Entführung. Zu den Aufgaben der TEG gehören die akustische Aufklärung, Ortung von Standorten, Videoüberwachung sowie Spreng- und Pyrotechnik.

Die Geiselnahme in einem Geldinstitut war 1971 der Auslöser für den Aufbau von Verhandlungsgruppen (VG). Diese polizeilichen Spezialeinheiten gibt es in allen Bundesländern sowie beim Bundeskriminalamt. Die Beamten sind in Gesprächsführung speziell geschult und führen Verhandlungen mit dem Täter. Sie können sich in die möglichen Handlungsweisen des Gegenübers hineinversetzen und somit auch den Einsatzleiter bei der Einschätzung der Lage unterstützen. 

FL (30.06.2017)

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