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Eine Stadt engagiert sich für Zivilcourage

Man schaut oft weg, wenn jemand in der Öffentlichkeit mit Worten oder mit körperlicher Gewalt angegriffen wird oder wenn Einbrecher am Werk sind. Aus Gleichgültigkeit oder Unsicherheit ignoriert man die Situation einfach und kneift, anstatt zu handeln. Die Folgen bekommt man zu spüren, wenn man selbst einmal Hilfe benötigt: Dann schauen die anderen weg und tun so, als ob sie nichts bemerken würden.

 

Neben Anzeigen auch Kinospots

Die Kampagne wurde allein mit Goslarer Kräften generiert. Die Fotografin Heike Göttert hatte sich bereit erklärt, die Aktion mit der Arbeit in ihrem Fotostudio zu unterstützen. Die Goslarsche Zeitung setzte einen ihrer Grafiker daran, die Plakatmotive umzusetzen. „Die Slogans zu den Fotos haben wir dann gemeinsam entwickelt. Dafür hatte vor allem die Fotografin wirklich gute Ideen“, berichtet Sascha Göritz.

Die Goslarsche Zeitung veröffentlichte die Plakatmotive zur Aktion. Es gab eine Auftaktveranstaltung im Cineplex für die Kinospots, die auf der Basis der Anzeigenserie entstanden. Bei den Kinospots hört man anfangs einen Jingle, anschließend sind einige Motive aus der Anzeigenserie zu sehen; die dazugehörigen Zitate steuert ein professioneller Sprecher bei. Zum Schluss des Spots ist auf der Leinwand in Schreibmaschinenschrift zu lesen: „Goslarer Zivilcouragekampagne: Wähle 110“. Bereits zwei Mal wurde der „Goslarer Zivilcouragepreis“ verliehen, zuletzt an die Zeitungszustellerin Gisela Herrmann, die früh morgens einen Schwerverletzten fand und rettete, sowie an Uwe Skupin, der einen Banküberfall beobachtete und sich das Autokennzeichen des Fluchtfahrzeugs merkte.

Zweiter Zivilcouragepreis in Goslar verliehen

© Polizei Goslar

Die „110“ in den Köpfen der Menschen verankern

„Wir machen aber nicht nur Medienarbeit, sondern gehen auch in Schulen und bringen uns dort in Sachen Konfliktmanagement und Zivilcourage ein“, berichtet Sascha Göritz. Es geht ihm inhaltlich darum, den Notruf 110 noch besser in den Köpfen der Menschen zu verankern: „Der Notruf hat den Vorteil, dass die Polizei direkt am Telefon ist.“ Es ist wichtig, dass man die Polizei sofort über Straftaten informiert und nicht erst am nächsten Tag berichtet, was in der Nacht zuvor geschehen ist: „Da ist der Notruf der beste Weg. Die 110 zu wählen, bedeutet Straftaten abzuwehren, Hilfe zu organisieren und Schlimmeres zu verhindern.“

Er macht die Erfahrung, dass die Menschen, die über „Goslar zeigt Gesicht“ erreicht werden, auch wirklich die Notrufnummer 110 für den Fall verinnerlichen, dass es brenzlig wird. Sascha Göritz berichtet von einem Einbruch in einer Nachbargemeinde, der kurz nach dem Start der Kampagne erfolgte: „Da hat die Frau von nebenan nicht einfach voller Spannung erst einmal diesen Einbruch beobachtet, sondern sie hat schon während der Tathandlung die 110 angerufen.“ Das hat dann auch tatsächlich zur Überführung und Festnahme des Täters geführt.

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