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Das Bundesprogramm „Demokratie leben“

Mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben! – Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ fördert das Bundesfamilienministerium Initiativen und Vereine in Deutschland, die sich für Demokratie und gegen Diskriminierung einsetzen, derzeit mit rund 104,5 Millionen Euro.

Modellprojekte fördern Toleranz vor Ort

Die festen Strukturen werden von Modellprojekten flankiert, die flexibel vor Ort auf die jeweiligen Begebenheiten und Herausforderungen abzielen. „Bestehende Projekte können sich zu allen passenden Themenbereichen wie etwa Antisemitismus, Homophobie oder Islamfeindlichkeit engagieren und sich mit ihren Ideen um finanzielle Unterstützung bewerben“, so Heppener. Das Besondere ist, dass sich auch bundesweit tätige Institutionen unterstützen lassen können. „Es gibt weitere bundeszentrale Träger, Themen- und Strukturbereiche, die wir neu in ihrer Strukturentwicklung unterstützen“, so Heppener. Zudem sind im Jahr 2017 weitere Themenbereiche hinzugekommen wie beispielsweise Konflikte und Herausforderungen des Zusammenlebens in der Einwanderungsgesellschaft, Engagement gegen Hass im Netz sowie Prävention und Deradikalisierung im Strafvollzug und in der Bewährungshilfe. „Solche Fragen stellen sich auch angesichts islamistischer Anschläge völlig neu. Wir haben deshalb fortlaufend versucht, neue Antworten auf diese drängenden gesellschaftlichen Probleme zu finden“, erklärt der Referatsleiter.

Demokratie gehört auch ins Netz

Im August 2017 war das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ auch auf der Kölner Messe „Gamescom“ mit einem eigenen Stand vertreten, erzählt Heppener: „Dabei ging es um Fragen der Digitalisierung und innovativer pädagogischer Formate, um mit Hass und Hetze im Netz angemessen umzugehen.“ Es geht aber nicht darum, Inhalte mit dem gehobenen Zeigefinger zu vermitteln, sondern die Interessen der Kinder und Jugendlichen einzubeziehen. Dabei treffen ganz unterschiedliche Phänomene aufeinander: Wie kann man mit gefährdeten Jugendlichen arbeiten, die menschenfeindlich im Netz agieren oder sich dort radikalisieren? Wie kann solchen jungen Menschen geholfen werden, einen Weg zurück ins gesellschaftliche Leben zu finden? Was können Opfer eines Shitstorms tun? „Die Sozialarbeit on- und offline zu verbinden ist eine völlig neue Herausforderung. Sie ist aber erforderlich, denn die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen unterscheidet längst nicht mehr zwischen online und offline“, so Heppener. Die präventiv-pädagogische Arbeit müsse solche Entwicklungen im Blick behalten. Das Bundesprogramm hat auch die Zusammenarbeit mit jugendschutz.net intensiviert und die nationale Umsetzung der „No-Hate-Speech“-Kampagne des Europarates in Deutschland durchgeführt, die mit einer sehr jugendaffinen Sprache an die Zielgruppe herantritt. Solche Beispiele zeigen, dass „Demokratie leben!“ sein Spektrum in zwei Jahren erheblich erweitert hat. Das Gesamtprogramm beruht auf Erfahrung aus der Arbeit gegen Rechtsextremismus. Mittlerweile hat sich der Blick aber auf nahezu alle demokratiefeindlichen Phänomene geweitet. „Für eine dauerhafte, bedarfsorientierte Präventionsarbeit ist eine gesetzliche Regelung notwendig. Sicher bleiben Fragen von Rassismus und Rechtsextremismus wichtig, aber Islamismus und linke Militanz sind weitere Herausforderungen, denen wir uns ebenfalls widmen“, so Heppener.

AL (27.10.2017)

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