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Oldtimer-Betrug

In Zeiten von niedrigen Zinsen interessieren sich viele Menschen zunehmend für Oldtimer als lukrative Geldanlage oder Altersvorsorge. Denn der Wertzuwachs bei den alten Fahrzeugen ist zum Teil immens groß. Aber: Die hohe Nachfrage ruft auch Betrüger auf den Plan. Mit welcher Masche die Täter Interessenten um ihr Geld bringen, erklärt Constantin Hack vom Auto Club Europa (ACE).

Nicht von günstigen Preisen locken lassen!


Der Kauf eines Oldtimers sollte gut überlegt sein

© Norman Nick, fotolia

 

In Zeiten von niedrigen Zinsen interessieren sich viele Menschen zunehmend für Oldtimer als lukrative Geldanlage oder Altersvorsorge. Denn der Wertzuwachs bei den alten Fahrzeugen ist zum Teil immens groß. Aber: Die hohe Nachfrage ruft auch Betrüger auf den Plan. Mit welcher Masche die Täter Interessenten um ihr Geld bringen, erklärt Constantin Hack vom Auto Club Europa (ACE).

Vermeintlich zum Verkauf stehende Oldtimer werden im Internet, aber auch in Zeitungsinseraten zu Preisen weit unter dem üblichen Marktwert angeboten. „Da steht zum Beispiel eine Mercedes-Pagode mit einem tatsächlichen Wert von 60.000 bis über 100.000 Euro plötzlich für 25.000 Euro vermeintlich zum Verkauf – so etwas ist ein Lockangebot, das in jedem Fall stutzig machen sollte“, betont Hack. Wenden sich Interessenten dann an die angegebene E-Mail-Adresse, bekommen sie häufig aussagekräftige Papiere zugemailt: Fahrzeugpapiere, eine Ausweiskopie des Vorbesitzers oder Wartungsbelege. „Auf den ersten Blick sieht alles sehr vertrauenswürdig aus, die Unterlagen machen einen guten Eindruck. Was viele nicht ahnen: Die Papiere sind in der Regel gefälscht“, weiß der Experte. Im nächsten Schritt wird dann auf Zeit gespielt: Das Fahrzeug stünde angeblich im Ausland – meist werden ländliche Gebiete in Skandinavien oder Großbritannien als Standort angegeben. „Das soll die Interessenten davon abhalten, sich das Fahrzeug vor Ort anzuschauen, denn die Reise in diese Länder ist zum Beispiel aufgrund von Fährüberfahrten recht aufwändig.“ Man könne sich aber ein Vorkaufsvorrecht sichern, indem man eine bestimmte Summe überweise. Das müsse nur schnell gehen, denn Interessenten gebe es bereits mehrere. „Viele lassen sich unter Druck setzen und kommen der Aufforderung nach. Meist handelt es sich um Summen zwischen 1.000 und 2.000 Euro, die gezahlt werden sollen. Ist das Geld dann überwiesen, hört man nie wieder etwas von dem vermeintlichen Verkäufer.“ Eine ähnliche Masche: Das Fahrzeug würde angeblich per Spedition geliefert und die Transportgebühr für die Überführung müsse per Vorkasse geleistet werden. „Es gibt Fälle, in denen extra gefälschte Webseiten von vermeintlich etablierten Speditionen angelegt wurden, nur um den Käufer von der Seriosität des Angebots zu überzeugen“, so Hack. Ebenso gibt es Fälle, in denen Interessenten ein Fahrzeug angezahlt oder sogar den vollen Kaufpreis im Voraus bezahlt haben.

Niemals blind kaufen

Generell gilt: Bei allzu günstigen Angeboten sollte man grundsätzlich stutzig werden und Vorsicht walten lassen. „Die Zeiten, in denen man auf dem Oldtimer-Markt ein echtes Schnäppchen machen kann, sind vorbei. In dem Bereich sind nur Profis unterwegs, die genau wissen, wieviel ein Fahrzeug wert ist“, betont der ACE-Experte. Außerdem sollte das Fahrzeug immer persönlich begutachtet werden – man sollte niemals blind kaufen. „Fotos können manipuliert worden oder schon einige Jahre alt sein. Auch auf vorgelegte Unterlagen kann man sich nicht verlassen, da auch diese gefälscht sein können – mit Photoshop geht so etwas sehr leicht und ist für Laien nur schwer erkennbar“, betont Hack. Oft würden auch die Unterlagen real existierender Fahrzeuge gefälscht, indem einfach nur der Name des Besitzers geändert würde. Eine Abfrage der Fahrzeugidentifikationsnummer beim Hersteller bringt in diesem Fall nichts, da der Wagen ja tatsächlich existiert. „Letztendlich kann man sich nur selbst einen Eindruck über den Zustand des Fahrzeugs machen. Befindet sich ein Fahrzeug im Ausland, kann man zum Beispiel eine dort ansässige Prüforganisation, ähnlich dem deutschen TÜV, mit der Prüfung beauftragen“, so Hack. Außerdem: Sobald man darauf besteht, ein Fahrzeug vor Ort in Augenschein zu nehmen, hört man von Betrügern meistens nichts mehr, da ihre Masche dann nicht mehr funktioniert.

Geld nur gegen Ware

Generell gilt: Anzahlungen bei Gebrauchtwagen zu leisten, ohne das Fahrzeug vorher gesehen zu haben, ist leichtsinnig und gefährlich. Die Kaufsumme wird erst bei der Übergabe des Fahrzeugs gezahlt. Wer Bedenken hat, sollte zum Kauf einen sicheren Treffpunkt an einem öffentlichen Ort wählen, wie etwa einer Zulassungsstelle oder auch bei einer Bank. Damit macht man deutlich: Ich habe das Geld nicht bei mir, ich hole es erst ab, wenn der Kauf fix ist. „Wichtig ist auch, dass man immer zu zweit zu einer Begutachtung oder Fahrzeugübergabe geht. Ein selbstbewusstes und kompetentes Auftreten ist unerlässlich in diesem Metier. Und: Man sollte sich niemals unter Druck setzen lassen durch vermeintlich andere Interessenten.“ Kennt man sich selbst mit Fahrzeugen nicht aus, sollte die Begleitung unbedingt über Fachkenntnis verfügen – besonders beim Oldtimer-Kauf.

Constantin Hack

Auto Club Europa, © Kristina Ade/ACE

Oldtimer als Altersvorsorge?

Auch wenn einige Finanzexperten zum Kauf von Oldtimern als langfristige Investition raten, sieht der ACE diese Entwicklung kritisch. „Bei dem Thema werden oft anfallende Kosten ausgeblendet. Außerdem muss man genau prüfen, ob das Fahrzeug den gewünschten Preis wert ist – und wie die zu erwartende Wertsteigerung aussieht. Laien können das oft nur schwer beurteilen“, betont Hack. Der ACE empfiehlt daher, ein Schätzgutachten einzuholen, bei dem ein Sachverständiger genau überprüft, in welchem Zustand ein Fahrzeug ist und welchen Wert es hat. „Es gibt beim Kauf aber auch Risiken, die nur schwer abzuschätzen sind. Heute sind Oldtimer zum Beispiel von der Umweltplaketten-Pflicht befreit. Was aber ist in zehn Jahren? Vielleicht fällt dieses Privileg irgendwann weg und die Fahrzeuge dürfen nicht mehr in die Innenstädte – so eine Entwicklung könnte den Wert dann drastisch senken“, warnt der Experte.

SW (31.03.2016)

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