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Organisierte Kriminalität 2016

Das Bundeslagebild Organisierte Kriminalität (OK) für das Jahr 2016 macht deutlich: Organisierte Kriminalität ist und bleibt ein großes Problem in Deutschland – das Schadens- und Bedrohungspotenzial befindet sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Das belegt vor allem die im Vergleich zum Jahr 2015 enorm gestiegene Schadenssumme. Ein Grund dafür ist, dass die Tätergruppierungen zunehmend professioneller agieren. Das stellt die Strafverfolgungsbehörden vor große Herausforderungen.

Im Jahr 2016 gab es 536 Ermittlungsverfahren im Bereich der Organisierten Kriminalität

© BKA

Professionalität der Täter steigt weiter

Bei ihren Taten gehen die OK-Gruppierungen immer professioneller vor. So sind sie beispielsweise in der Lage, sich an gesellschaftliche und technologische Gegebenheiten schnell und flexibel anzupassen und ihre Vorgehens- und Verhaltensweisen daran auszurichten. Die Täterbanden machen auch vor den nationalen Grenzen nicht halt, sondern arbeiten eng mit Gruppierungen aus dem Ausland zusammen und sind äußerst mobil. So reisen die Täter häufig nach Deutschland, um hier über einen gewissen Zeitraum Straftaten zu verüben, und kehren anschließend wieder in ihre Heimatstaaten zurück. Gerade die durch die fortschreitende Technisierung bedingten Tatbegehungsweisen der OK-Gruppierungen, wie zum Beispiel die Nutzung von verschlüsselter Kommunikation oder die Möglichkeiten des Internets als Tatmittel, erschweren die Strafverfolgung massiv. So steigt unter anderem der Umfang der zu sichernden Daten, wodurch regelmäßig personalintensive und zeitaufwändige Ermittlungen notwendig sind.

Staatenübergreifende Zusammenarbeit notwendig

Das wichtigste Zukunftsziel bei der Bekämpfung von Organisierter Kriminalität ist es, OK-Gruppierungen nachhaltig zu zerschlagen und illegal erlangtes Vermögen auch im Ausland so schnell wie möglich zu beschlagnahmen. Mit dem vom Deutschen Bundestag verabschiedeten Gesetz zur Reform der strafrechtlichen Vermögensabschöpfung, das Anfang Juli 2017 in Kraft getreten ist, soll unter anderem die Sicherung illegaler Gelder erleichtert werden. Die Polizei setzt auf eine länderübergreifende Zusammenarbeit mit ausländischen Polizeidienststellen und Europol. So werden unter anderem verstärkt staatenübergreifende gemeinsame Ermittlungsgruppen, sogenannte „Joint Investigation Teams“ (JIT), eingerichtet. Außerdem sollen die im Ausland eingesetzten Verbindungsbeamtinnen und -beamten des BKA den schnellen bilateralen Informationsaustausch fördern.

KL (27.10.2017)

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