< Geplündert, geschmuggelt, verscherbelt

Smarte Lösung für die Polizei

Ob Unfälle aufnehmen, Auto-Kennzeichen abgleichen oder Führerscheine scannen: Für Polizisten soll das Smartphone schon bald ein nicht mehr wegzudenkendes Instrument in ihrem täglichen Einsatzdienst sein. Bis Frühjahr 2020 werden deshalb alle Polizeibehörden in NRW mit insgesamt 22.000 spezialisierten iPhones ausgerüstet. Was die neuen Smartphones können und wie sie die polizeiliche Arbeit effizienter machen, erklärt Tim Probst, Polizeioberrat und Projektleiter mobi.kom beim Landesamt für zentrale polizeiliche Dienste (LZPD) in Nordrhein-Westfalen.

Die wichtigsten Funktionen

Das Herzstück der neuen Geräte bilden drei Hauptprogramme (Apps): Polizeimessenger, Auskunfts-App und Scanfunktion. Über den WhatsApp-ähnlichen Nachrichtendienst ist es den Beamtinnen und Beamten möglich, hochsensible Daten wie Dokumente, Bilder, Videos, Sprachnachrichten, Standorte sowie priorisierte Nachrichten vollverschlüsselt zu versenden. Auf diese Weise können sie deutlich leichter, schneller und effizienter mit anderen Einheiten kommunizieren. Ein nützliches Extra des Messengers ist eine eingebaute SOS-Funktion über einen Notfallbutton: In brenzligen Situationen können die Einsatzkräfte einen Alarm absetzen und falls nötig Verstärkung anfordern. Über die Auskunfts-App besteht die Möglichkeit, personenbezogene Daten (z. B. Halterdaten) mit dem polizeilichen Datenbestand abzugleichen – eine Funk-Abfrage bei der Leitstelle entfällt somit. Mithilfe der dritten App, der Scanfunktion, lassen sich Ausweisdokumente oder Führerscheine ganz einfach über die Handykamera einscannen. So erfahren die Einsatzkräfte innerhalb von Sekundenbruchteilen, ob ein Auto gestohlen ist oder ob gegen eine aufgegriffene Person etwas vorliegt. „Das ist nicht nur enorm praktisch, sondern erhöht gleichzeitig auch unsere Eigensicherung“, so Tim Probst. Denn die neuen Kommunikationstools sollen nicht nur die polizeiliche Arbeit erleichtern, sondern auch die Sicherheit der Einsatzkräfte erhöhen. Und die Scanfunktion leistet noch mehr: „Der Scanner kann während der Fahrt sogar Nummernschilder erfassen – und das in erstaunlich guter Qualität.“ Zusätzlich zu den drei Kernprogrammen stehen den Beamten diverse weitere Apps zur Verfügung, darunter Email, Intranet, Presseportal oder die Warnapp NiNA.

Mithilfe der Scanfunktion lassen sich unter anderem Autokennzeichen einlesen

© Polizei NRW

Überwältigendes Feedback

Nach der achtwöchigen Testphase fielen die Rückmeldungen insgesamt sehr positiv aus. „Die Kollegen sind begeistert und geradezu heiß auf die neue Technik“, freut sich der Projektleiter. Auch der Echtbetrieb verläuft bislang ohne größere Schwierigkeiten. Denn dem LZPD war es von Anfang an ein Anliegen, dass die Geräte benutzerfreundlich sind und die Bedienung intuitiv ist. Aus diesem Grund wurden nach dem Testbetrieb bislang nur kleine Anpassungen an der Benutzeroberfläche vorgenommen. Tim Probst: „Das waren überwiegend Kinderkrankheiten, die wir schnell heilen konnten.“ Insgesamt habe sich gezeigt, dass die neuen Tools einen großen Mehrwert und eine enorme Zeitersparnis für die Kolleginnen und Kollegen mit sich bringen. So kommentierte ein Nutzer enthusiastisch: „Seit gestern ist Weihnachten auf unserer Wache, wir haben die Handys bekommen. So viel Freude und Motivation auf einmal habe ich lange nicht mehr gesehen. Einfach Klasse: ein Meilenstein bzw. Quantensprung für die Polizei NRW. Alle freuen sich schon auf die nächsten Apps [….]“

Nur der erste Schritt

Auch wenn mit den neuen Smartphones ein erster wichtiger Schritt in Richtung Digitalisierung getan ist, steckt das Projekt mobi.kom noch in seinen Kinderschuhen. Tim Probst ist zuversichtlich: „Wir sehen noch eine Menge Potenzial in der mobilen Kommunikation der Polizei. Dieses möchten wir in Zukunft voll und ganz ausschöpfen.“ Dafür investiert das Land Nordrhein-Westfalen bis 2020 rund 50 Millionen Euro. So sind die nächsten Anwendungen bereits in Vorbereitung und sollen quartalsweise auf die Geräte gespielt werden. Dazu gehört unter anderem eine App zur Identitätsfeststellung durch Fingerabdrücke. „Wir haben sicherlich noch nicht die eierlegende Wollmilchsau und noch viele Ideen, wie wir die polizeiliche Arbeit der Zukunft noch weiter digitalisieren und verbessern können.“

KF (29.11.2019)

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