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Erste Hilfe leisten während Corona

Abstandsregelungen, Kontaktbeschränkungen, Schutzmaskenpflicht – während der Corona-Pandemie geht es vor allem darum, anderen Menschen nicht zu nahe zu kommen, um sich und andere vor einer Infektion zu schützen. Was aber tun, wenn man in eine Notsituation gerät und eine fremde Person Hilfe benötigt? Eva v. der Schulenburg vom Auto Club Europa (ACE) erklärt, worauf man achten sollte, wenn man während der Pandemie Erste Hilfe leistet.

Schutzmaßnahmen treffen, Risiken abwägen


Jeder ist dazu verpflichtet, bei einem Unfall Erste Hilfe zu leisten

© photographee.eu/stock.adobe.com

 

Abstandsregelungen, Kontaktbeschränkungen, Schutzmaskenpflicht – während der Corona-Pandemie geht es vor allem darum, anderen Menschen nicht zu nahe zu kommen, um sich und andere vor einer Infektion zu schützen. Was aber tun, wenn man in eine Notsituation gerät und eine fremde Person Hilfe benötigt? Eva v. der Schulenburg vom Auto Club Europa (ACE) erklärt, worauf man achten sollte, wenn man während der Pandemie Erste Hilfe leistet.

Immer den Rettungsdienst informieren

„Grundsätzlich sind alle Verkehrsteilnehmende generell und immer verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten. Dieser Grundsatz gilt auch in Corona-Zeiten“, betont die ACE-Expertin. Das heißt: Gerät jemand in Gefahr und benötigt Hilfe, muss man dieser Person helfen. Wie diese Hilfe konkret aussieht, hängt aber von verschiedenen Faktoren ab. „Das Mindeste, was jeder immer tun kann und auch muss, ist, sofort den Rettungsdienst informieren“, so Eva v. der Schulenburg. Eingeschränkt ist der Grundsatz zur verpflichtenden Hilfeleistung immer dann, wenn man sich durch die Leistung Erster Hilfe selbst in unverhältnismäßige Gefahr bringen würde – das gilt nicht nur, während der Corona-Pandemie. Das bedeutet: Jeder muss individuell abwägen, welche Hilfe in der speziellen Situation zumutbar ist.

Mund-Nase-Schutz und Einmalhandschuhe können zusätzlich schützen

© Jörg Hüttenhölscher/stock.adobe.com

Mund-Nase-Schutz und Handschuhe

Wird man etwa Zeuge eines Unfalls mit Verletzten, gilt es Ruhe zu bewahren und Panik zu vermeiden. Außerdem sollte die Unfallstelle abgesichert werden. Der ACE rät während der Corona-Pandemie zudem dazu, während der Ersten Hilfe möglichst den Schutzmaßnahmen des Robert-Koch-Instituts zu folgen, um sich und andere Beteiligte vor einer Ansteckung zu schützen: Generell sollten bei einer Hilfeleistung Einmalhandschuhe getragen werden, um sowohl den Helfenden als auch den Verletzten zu schützen. Das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes sorgt für weiteren Schutz. Nach dem Kontakt sollten zudem die eigenen Hände gründlich gewaschen, nach Möglichkeit auch desinfiziert werden. Eva v. der Schulenburg: „Informieren Sie im Anschluss die Rettungskräfte möglichst genau über die geleisteten Maßnahmen. Wenn nötig, sollten Sie sich auch selbst in ärztliche Obhut begeben, um zu klären, ob Sie sich eventuell mit dem Virus angesteckt haben bzw. welche weiteren Maßnahmen notwendig sind.“

Erste Hilfe leisten

  • Ruhe bewahren
  • Rettungsdienst informieren
  • Unfallstelle absichern
  • sich und andere mit Mund-Nase-Schutz/Handschuhen schützen
  • bei der verletzten Person bleiben
  • sich selbst in ärztliche Obhut begeben

Jeder muss individuell entscheiden

Die Frage, welche konkreten Erste-Hilfe-Maßnahmen während der Corona-Pandemie zu leisten bzw. zumutbar sind, ist nicht leicht zu beantworten, da sich die Situation für die Beteiligten sehr unterschiedlich darstellen kann. Klar ist aber: Bei einer Herzdruckmassage oder einer Mund-zu-Mund-Beatmung besteht ein nicht unerhebliches Risiko einer Ansteckung – und zwar sowohl für den Helfenden als auch für den Verletzten. „Letztendlich muss jeder individuell für sich diese Entscheidung treffen und das Risiko in der jeweiligen Situation abwägen. Eine gesunde Zwanzigjährige wird sich bei einem in Not geratenen Jugendlichen vielleicht eher zu einer Mund-zu-Mund-Beatmung entscheiden als ein Risikopatient bei einer 70-Jährigen“, erklärt v. der Schulenburg. Dabei ginge es bei der Ersten Hilfe aber auch nicht immer unbedingt um lebensrettende Maßnahmen. „Ist eine Person ansprechbar, kann es schon helfen, bei ihr zu bleiben, mit ihr zu sprechen und sie zu beruhigen, bis die Rettungskräfte eintreffen. Das ist auch in Zeiten von Corona immer eine Möglichkeit, zu helfen.“

SBa (29.05.2020)

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