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Getunte Pedelecs

Pedelecs 25 erfreuen sich zunehmender Beliebtheit: Mehr als 500.000 dieser Elektrofahrräder wurden im Jahr 2015 verkauft. Mit ihren 250 Watt unterstützt die „kleine“ Variante den Fahrenden mit bis zu 25 km/h, danach schaltet sich der Motor ab. Soll das Fahrrad schneller fahren, muss man selbst kräftig in die Pedale treten. Reizvoll für manche Nutzer ist daher das Tunen des Pedelecs, damit es etwas schneller fährt – zum Teil bis zur doppelten Geschwindigkeit. Constantin Hack vom Auto Club Europa (ACE) erklärt die Risiken, die mit dem Tunen verbunden sind.

Vor allem an Motor und Sensorik dürfen nicht einfach Veränderungen vorgenommen werden

© ifeelstock, fotolia

Tunen kann gefährlich und teuer werden

Der große Vorteil von Pedelecs 25 ist, dass sie rechtlich wie ein Fahrrad behandelt werden. Man braucht keine extra Versicherung, kein Kennzeichen und keinen Führerschein. Genau wie bei Fahrrädern empfehlen Experten zwar jedem Nutzer, einen Helm zu tragen – Pflicht ist dieser jedoch auch beim Pedelec 25 nicht. „Wenn man jetzt noch in der Lage ist, das Elektrofahrrad auf eine etwas höhere Geschwindigkeit zu bringen, hat das für so manchen Nutzer durchaus seinen Reiz. Besonders wenn man keinen Auto-Führerschein hat“, so der Experte. Das Problematische: Sobald das Pedelec von allein schneller fährt als 25 km/h sind Helm, Führerschein, Kennzeichen und Fahrzeug-Versicherung Pflicht. „Wenn man sein Pedelec auf diese Weise tunt, darf man damit nicht mehr auf öffentlichen Straßen fahren, da sich durch das erhöhte Tempolimit die Bauart geändert hat. Dann können schnell Strafen drohen.“ Man muss etwa mit einer Anzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis rechnen – dafür droht eine empfindliche Geldstrafe und Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr. Wer noch gar keinen Führerschein hat, dem droht außerdem eine Sperrfrist von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Im Einzelfall kann sie sogar für immer angeordnet werden. „Auch die Haftpflichtversicherung kann sich weigern, einen entstandenen Schaden zu zahlen, wenn sich im Nachgang herausstellt, dass das Pedelec illegal getunt wurde“, warnt Hack. Eine weitere Gefahr: Pedelecs 25 sind für eine dauerhaft höhere Geschwindigkeit, die durch die zusätzliche Motorleistung erzeugt wird, häufig nicht ausgelegt. Rahmen, Reifen und Bremsen könnten der zusätzlichen Belastung also möglicherweise nicht standhalten.

Mehr Infos zu Pedelecs gibt es auf der ACE-Webseite oder im Ratgeber „Sicher Rad fahren – mit und ohne Elektroantrieb“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR).

Was darf ich legal verändern – und was nicht?

Der Zweirad-Industrieverband (ZIV) hat einen Leitfaden zum Bauteiletausch bei E-Bikes veröffentlicht. Hier kann man nachlesen, was an Pedelecs 25 verändert werden darf und was nicht, bzw. was man zunächst vom jeweiligen Hersteller freigeben lassen muss. „Teile, die man in der Regel problemlos austauschen darf, sind etwa die Pedale, der Sattel, der Kettenschutz oder die Radschützer. Für die Tretkurbel benötige ich aber zum Beispiel schon die Freigabe des Herstellers. Das Gleiche gilt für die Bremsen, Bremszüge oder auch die Reifen.“ Besonders kritisch seien der Motor, sämtliche Sensoren, die elektronische Steuerung oder das Display. „Hier muss man sich unbedingt vorher die geplanten Veränderungen freigeben lassen“, betont Hack. Gibt der Hersteller die Freigabe nicht, darf man die Teile auch nicht einbauen. Grundsätzlich ist es sinnvoll, sich in einer Fachwerkstatt beraten zu lassen und die freigegebenen Teile dort ggf. auch direkt einbauen zu lassen.

SW (29.09.2016)

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