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Energieeffizienz – Fördermittel für eine gute Sache

Um bis zu 30 Prozent besser als bisher soll die Energiebilanz von Neubauten in Zukunft sein. So will es die Fassung der Energieeinsparverordnung (EnEV) des Bundes, die seit Oktober 2009 gilt. Der Klimaschutz soll dadurch entscheidend vorangetrieben werden.

Energiesparen wird bei Immobilien immer wichtiger

Energieeffizientes Bauen zahlt sich aus

© Wilm Ihlenfeld, fotolia

 

Um bis zu 30 Prozent besser als bisher soll die Energiebilanz von Neubauten in Zukunft sein. So will es die Fassung der Energieeinsparverordnung (EnEV) des Bundes, die seit Oktober 2009 gilt. Der Klimaschutz soll dadurch entscheidend vorangetrieben werden.

 

Die strengeren Regelungen gelten nicht nur für den Neubau. Auch bestehende Immobilien müssen nachgerüstet werden. So wurden etwa die Vorschriften für die Dämmung von obersten Geschossdecken und Dächern verschärft. Auch die Kontrolle dieser Maßnahmen soll deutlich verstärkt werden, heißt es aus dem zuständigen Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: Unternehmer müssen bestätigen, dass sie sich an die Regelung halten. Und die Schornsteinfeger werden dazu angehalten, bei ihrer Feuerstättenschau auch darauf zu achten, ob die Anlagen entsprechend energetisch optimiert sind.

Frühes Investitieren lohnt sich

Die gesetzlichen Vorschriften stellen allerdings nur Mindestvorgaben dar, betont man beim Informationsdienst „BINE“, der mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie über praxisrelevante Ergebnisse der Energieforschung berichtet. Schließlich gebe es in der Praxis schon viel weitergehende energieoptimierte Gebäudekonzepte, die spätere teure Sanierungen überflüssig machten. In einer Publikation mit dem Titel „Beim Neubau auf Energieeffizienz setzen“ haben die BINE-Experten ihre Erkenntnisse zusammengefasst. Kurz gesagt: Vorrangig sollte man beim Bau darauf achten, dass man später möglichst wenig Energie benötigt, etwa durch eine optimale Gestaltung der Gebäudehülle. Diese Maßnahmen sollten durch effiziente Gebäudetechnik und den Einsatz erneuerbarer Energien ergänzt werden. Die Sanierung eines Altbaus auf den Standard eines „KfW-Effizienzhauses“, das nach den Kriterien der staatlichen KfW-Förderbank den Vorgaben der aktuellen EnEV zu 100 Prozent entspricht, ist eine komplexe Materie. Von Laien alleine ist oft nur schwierig zu durchblicken, welche Schritte tatsächlich sinnvoll sind. Bei der energetischen Sanierung einer Immobilie auf den Standard eines KfW-Effizienzhauses empfiehlt es sich, einen zertifizierten Energieberater, beispielsweise einen Bauingenieur, mit der Baukoordination und -überwachung zu beauftragen. Eine Beratung ist besonders dann anzuraten, wenn mehrere Maßnahmen im Paket umgesetzt werden sollen. Auch bei Einzelmaßnahmen ist die Baubegleitung für eine Qualitätssicherung zu empfehlen. Bei der Sanierung der Gebäudehülle könnten etwa zahlreiche Probleme auftreten. Außerdem muss der Nutzer eines energetisch sanierten Gebäudes sein Verhalten anpassen, zum Beispiel beim Lüften. Sonst droht Schimmelbefall in der Wohnung.

Der Energieeffizienzcheck

© Gina Sanders, fotolia

Und wer soll das bezahlen?

Rund um Förderungen für Privatpersonen ist hier die KfW-Privatkundenbank eine erste Adresse. Als Förderbank, die dem Bund und den Ländern gehört, bietet sie Unterstützung beim energieeffizienten Bauen, Modernisieren oder Sanieren. Aber auch kleine und mittlere Unternehmen werden unterstützt. So bietet die KfW-Mittelstandsbank Energieeffizienzberatung an und bietet Investitionskredite für die unterschiedlichsten Maßnahmen, beispielsweise im Bereich der Haus- und Energietechnik inklusive Heizung, Kühlung, Beleuchtung, Lüftung und Warmwasser, oder auch für Gebäudehüllen. 

Der öffentlich geförderte „BINE-Informationsdienst“ betreibt eine eigene Webseite zu Fördermöglichkeiten. Dort können Privatpersonen passende Fördermaßnahmen von Bund, Land, Kommunen und auch Energieversorgern für individuelle Maßnahmen kostenfrei recherchieren. Einen wichtigen Grundsatz sollten alle Förderungswerber beachten, unterstreicht BINE-Förderexpertin Anke Schäfer: „Informieren Sie sich immer vor der Durchführung einzelner Baumaßnahmen, zu welchem Zeitpunkt der Antrag gestellt werden muss.“ Früher war die Lage hier relativ klar – Förderanträge mussten generell vor den Bauschritten gestellt werden. Das Marktanreizprogramm des Bundes oder die EnEV machen die Lage nun allerdings komplizierter: In manchen Fällen muss der Antrag weiterhin vorher erfolgen, in anderen kann er erst nach Abschluss der Maßnahmen eingereicht werden. 

Nach Berechnungen des BINE-Informationsdienstes steigen die Investitionskosten um etwa zehn Prozent, wenn nicht nur der Standard der EnEV eingehalten, sondern ein Passivhaus errichtet werden soll, das ohne eine klassische Heizung auskommt. Durch die geringeren Betriebskosten und die Inanspruchnahme von Fördermitteln könnten sich diese Mehrkosten aber schon nach wenigen Jahren rechn

Ganz Europa spart

Viele der Regelungen rund um die Energieeffizienz im Bausektor haben ihren Ursprung auf europäischer Ebene. Schließlich werden 40 Prozent der in Europa eingesetzten Energie in Gebäuden konsumiert. Eine EU-Richtlinie zur „Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden“ verpflichtet alle EU-Mitgliedsstaaten dazu, auf Minimalstandards zu achten, und zwar in neuen wie auch in bereits existierenden Gebäuden. Die EU verlangt auch, dass in den einzelnen Staaten klare Verfahren zur Energie-Zertifizierung von Gebäuden eingerichtet und Heizungs- und Belüftungssysteme regelmäßig kontrolliert werden.

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