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Jeder Einbruch hinterlässt Spuren

Diese Situation ist für viele erstmal ein Schock: Die Wohnungstür ist aufgebrochen, überall stehen Schubladen offen und der Schmuck ist weg. Doch viel schlimmer als der Verlust von persönlichen Gegenständen ist häufig die seelische Belastung für die Opfer. Deshalb kümmert sich die Polizei nach einem Einbruch um die Betroffenen und vermittelt bei Bedarf psychologische Hilfe.

Spuren eins Einbruchs

Für Betroffene ist die seelische Belastung enorm


Die Polizei sichert alle relevanten Einbruchspuren

© Kzenon/stock.adobe.com

 

Diese Situation ist für viele erstmal ein Schock: Die Wohnungstür ist aufgebrochen, überall stehen Schubladen offen und der Schmuck ist weg. Doch viel schlimmer als der Verlust von persönlichen Gegenständen ist häufig die seelische Belastung für die Opfer. Deshalb kümmert sich die Polizei nach einem Einbruch um die Betroffenen und vermittelt bei Bedarf psychologische Hilfe.

Die Spurensuche beginnt

Wer bemerkt, dass Einbrecher in seiner Wohnung waren, sollte sofort die 110 wählen und abwarten, bis die Polizei eintrifft. Solange sollte man nichts anfassen oder gar aufräumen, damit eventuelle Spuren der Täter wie Fingerabdrücke erhalten bleiben. Wenn Sie beim Aufschließen Einbruchsspuren an der Wohnungstür sehen, die Einbrecher aber nicht erfolgreich waren und nichts entwendet wurde, rufen Sie trotzdem die Polizei. Es handelt sich um einen versuchten Einbruch und damit auch um eine Straftat. Kriminalhauptkommissar Hans-Jürgen Hoppe von der Polizei Bonn erklärt, was die Beamten nach einem gemeldeten Einbruch tun: „Zunächst wird eine Anzeige aufgenommen. Die Polizisten machen Fotos und geben Ihnen einen Schadensbogen für Polizei und Hausratversicherung, in dem fehlende Dinge eingetragen werden können. Die Kollegen schauen zudem nach verwertbaren Spuren, damit unter Umständen das Spurensicherungsteam entsandt wird.“

Werte unbedingt dokumentieren

Wer wertvolle Dinge besitzt, sollte eine Wertgegenstandsliste führen. Bei einem Einbruch kann man diese Liste seiner Hausratversicherung vorlegen und damit nachweisen, was die Einbrecher gestohlen haben. Claus Rehse von der Pressestelle der Signal Iduna empfiehlt, möglichst ausführliche Angaben zu machen: „Die Liste muss vollständig sein. Wichtig ist es auch, Nachweise zu erbringen, indem man genaue Angaben zur Sache macht. Dazu gehören beispielsweise die Anschaffungsrechnung, eventuell Wertnachweise oder auch Zertifikate und Fotos, die man der Schadensmeldung für die Versicherung beifügt.“ Den Verlust kann man der Versicherung auch belegen, indem man ein Wertgutachten vorlegt. „Die Hausratversicherung ist eine Neuwertversicherung. Sie ersetzt daher den Wiederbeschaffungswert des versicherten Gegenstandes“, erklärt Rehse. Wer Sammlungen, beispielsweise mit Gemälden, versichern möchte, dem ist unter risiko- und bedarfsgerechten Erwägungen eine Spezialversicherung anzuraten. Bei kostbaren Gegenständen und Wertsachen, die sich im Privatbesitz befinden, sollte man über eine Wertsachenversicherung nachdenken.

Kriminalhauptkommissar Hans-Jürgen Hoppe, Polizei Bonn

© Polizei Bonn

Eine Belastung für die Seele

Die psychischen Folgen eines Einbruchs sind nicht zu unterschätzen. „Das kann eine enorme Belastung für die Opfer sein“, warnt Kriminalpolizist Hoppe. Er erinnert sich an eine 88-jährige Seniorin, die sich im dreistündigen Beratungsgespräch das Erlebte regelrecht von der Seele geredet hat: „Die Seniorin hat drei Einbrecher in ihrem Haus angetroffen. Bei der direkten Konfrontation schrie sie die Täter an und schlug so die Eindringlinge in die Flucht.“ Nicht selten führt das Erlebte zu dem Gefühl, im eigenen Zuhause nicht mehr sicher zu sein. Das kann Schlafstörungen und Depressionen auslösen. Manchmal ziehen die Betroffenen sogar aus der Not heraus um. In solchen Fällen können die Polizeibeamtinnen und -beamten Ansprechpartner vermitteln, die bei Traumata psychologische Unterstützung anbieten. Wenn nach vier bis sechs Wochen das Gefühl der Verunsicherung nach einem Einbruch nicht abklingt, sollten sich die Betroffenen ärztliche Hilfe suchen. „Scheuen Sie sich nicht, die polizeilichen Experten vom Opferschutz anzurufen“, empfiehlt Hoppe. Die Polizei nimmt in solchen Fällen Kontakt zum Weissen Ring auf, der die Betroffenen individuell unterstützt.

Besserer Schutz vor Einbrechern

Um sich im eigenen Zuhause sicherer zu fühlen, kann es helfen, sich mit einem Experten der Polizei mögliche Schwachstellen anzuschauen. Der unabhängige Experte bzw. die Expertin gibt Hinweise, wo man mit technischen Sicherungsmaßnahmen nachbessern kann. Dazu können Alarmanlagen sowie mechanische Sicherungssysteme an Fenstern und Türen gehören. „Solche Maßnahmen sind staatlich förderbar und können für die Betroffenen ein erster Schritt sein, sich wieder etwas sicherer zu fühlen“, erläutert Hans-Jürgen Hoppe. Natürlich bleibt in den meisten Fällen das mulmige Gefühl, dass die Täter noch auf freiem Fuß sind und weitere Einbrüche unternehmen. „Wir haben immer wieder Serientäter, die eine Vielzahl an Einbrüchen in der Region verüben“, berichtet der Kriminalhauptkommissar. Die Polizei nimmt so viele Spuren wie möglich auf und ermittelt. Auch wenn es häufig einige Weile dauert, können so manche Täter mit genügend Hinweisen identifiziert werden. „Wir haben vor einiger Zeit einen Serientäter erwischt, der über seine Einbrüche Buch geführt hat. So konnten wir ihm die einzelnen Wohnungseinbrüche zweifelsfrei nachweisen“, berichtet Hoppe. Für die Opfer ist es eine große Erleichterung, wenn die Polizei den Einbruch aufklären konnte. Mit diesem Wissen schlafen viele wieder deutlich besser.

AL (30.11.2018)

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