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Achtung im Umgang mit Anscheinswaffen

Außerhalb der eigenen vier Wände ist das Führen von Anscheinswaffen – also Waffenattrappen – verboten. Gerade beim Karneval kommt es allerdings immer wieder zu Zwischenfällen. Beispielsweise, wenn Jugendliche öffentlich mit täuschend echt aussehenden Nachbildungen hantieren. Dabei können bedrohliche Situationen entstehen.

Waffenimitate haben in der Öffentlichkeit nichts verloren

Anscheinswaffen sind für die Polizei im Karneval ein Problem: Die Walther P 99 und ihre Nachbildung

© Wolfgang Dicke

 

Außerhalb der eigenen vier Wände ist das Führen von Anscheinswaffen – also Waffenattrappen – verboten. Gerade beim Karneval kommt es allerdings immer wieder zu Zwischenfällen. Beispielsweise, wenn Jugendliche öffentlich mit täuschend echt aussehenden Nachbildungen hantieren. Dabei können bedrohliche Situationen entstehen.

 

Erst im Januar 2017 musste die Polizei Aachen einem Gardeoffizier der Stadtgarde „Oecher Penn“ sein Deko-Gewehr abnehmen. Der uniformierte Karnevalist war mit der täuschend echten Nachbildung auf dem Weg zur Stadtgarde, als er von den Polizisten kurzerhand entwaffnet wurde. Außerhalb von Brauchtumsveranstaltungen ist das Tragen sogenannter Anscheinswaffen in der Öffentlichkeit verboten. „Mein Eindruck ist, dass sehr viele Menschen darüber nicht informiert sind“, meint Sascha Braun, Justiziar bei der Gewerkschaft der Polizei. Erst kürzlich begegnete er selbst beim Joggen zwei Kindern, die eine Pistolen-Attrappe auf ihn richteten. „Ich erklärte den beiden, dass sie niemals eine solche Anscheinswaffe auf andere Menschen richten sollten und was passieren würde, wenn sie auf einem Stadtfest mit einem solchen Spielzeug auf einen Polizeibeamten treffen würden.“ Für einen Polizisten ist die Konfrontation mit einer bewaffneten Person immer ein kritischer Moment. „In einer solchen Situation haben Polizeibeamtinnen und -beamte überhaupt keine andere Wahl, als eine Bedrohungslage zu identifizieren.“

Die Gefahr besteht bei der Verwechslung

Wie der Name schon sagt, sehen Anscheinswaffen einer echten Waffe täuschend ähnlich. Nicht umsonst warnt die Polizei vor der Gefahr, die diese Imitate sowohl für den Träger als auch für andere in der Öffentlichkeit mit sich bringen. Die Polizei muss im Einsatz zunächst davon ausgehen, dass es sich um echte und somit gefährliche Waffen handelt. Zum Eigenschutz und zum Schutz der Bevölkerung werden die Beamten entsprechend reagieren. Die Erfahrungen mit Terroranschlägen und Amoklagen in ganz Europa haben dazu geführt, dass die Polizei auch in Deutschland mit erhöhter Sensibilität auf bewaffnete Menschen achtet. Besonders auf Großveranstaltungen wie dem Karneval kann es schnell zu gefährlichen Situationen kommen. „Das Tragen einer Anscheinswaffe in der Öffentlichkeit ist hochgradig problematisch“, betont Sascha Braun. „Möglicherweise haben dort viele Leute ungesicherten Zugang zu einer solchen Anscheinswaffe und wenn eine unbefugte Person sie in die Hände bekommt, könnte sie damit andere Menschen verunsichern oder bedrohen, die gar nicht wissen, dass es sich um eine Anscheinswaffe handelt.“ Solange nicht klar ist, wie gefährlich eine solche Waffe wirklich ist, kann die Polizei sogar Spezialeinsatzkräfte einsetzen.

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