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NRW-Initiative „Klarkommen!“

In den letzten Jahren hat sich die Zahl junger Menschen, die zumeist unbegleitet aus inner- oder außereuropäischen Ländern nach Deutschland kommen, stark erhöht. Manche von ihnen geraten durch Straftaten in den Fokus der Polizei. Um Jugendkriminalität zu verhindern, die Anzahl der Opfer zu senken und die Gemeinschaftsfähigkeit junger Zuwanderer zu verbessern, hat die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen im Jahr 2014 die Initiative „Klarkommen!“ ins Leben gerufen. Das Angebot setzt auf eine passgenaue Kombination aus Prävention und konsequenter Strafverfolgung. Die erfolgreiche Arbeit der vom Land NRW finanzierten Initiative wird durch eine enge Kooperation zwischen der Stadt Köln, der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Köln e. V. und der Polizei Köln ermöglicht.

NRW-Initiative „Klarkommen!

Junge Zugewanderte von der Kriminalität abhalten


Logo der NRW-Initiative „Klarkommen!“

© Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen

 

In den letzten Jahren hat sich die Zahl junger Menschen, die zumeist unbegleitet aus inner- oder außereuropäischen Ländern nach Deutschland kommen, stark erhöht. Manche von ihnen geraten durch Straftaten in den Fokus der Polizei. Um Jugendkriminalität zu verhindern, die Anzahl der Opfer zu senken und die Gemeinschaftsfähigkeit junger Zuwanderer zu verbessern, hat die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen im Jahr 2014 die Initiative „Klarkommen!“ ins Leben gerufen. Das Angebot setzt auf eine passgenaue Kombination aus Prävention und konsequenter Strafverfolgung. Die erfolgreiche Arbeit der vom Land NRW finanzierten Initiative wird durch eine enge Kooperation zwischen der Stadt Köln, der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Köln e. V. und der Polizei Köln ermöglicht.

Kultursensibilität und Fremdsprachenkompetenz

„Mit „Klarkommen!“ nehmen wir vor allem Kontakt zu Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden aus nordafrikanischen Ländern auf, die aus Marokko, Tunesien, Libyen, Algerien und Ägypten zu uns nach Deutschland gekommen sind“, erklärt Kriminalhauptkommissarin Maren Leisner vom Kriminalkommissariat 43 in Köln. Die Zahl unbegleitet nach Deutschland gereister Minderjähriger aus Nordafrika stieg bis 2015 kontinuierlich an. Die Polizei stellte stark gestiegene Fallzahlen beim Taschen- und Trickdiebstahl unter Beteiligung nordafrikanischer Tatverdächtiger in der Kölner Innenstadt fest. Manche traten der Polizei und auch Opfern gegenüber sehr aggressiv, gewalttätig und respektlos auf. Daher setzt „Klarkommen!“ auf eine proaktive, aufsuchende Sozialarbeit, um die jungen Menschen zu erreichen und ihnen Unterstützung anzubieten: „Wir setzen Streetworker ein, die zum Großteil selbst Migrationserfahrung haben und die Muttersprache der Jugendlichen sprechen“, sagt Leisner. Die Streetworker gehen an die Orte, an denen sich die jungen Migranten aufhalten, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen und sie zur Teilnahme zu motivieren. „Die meisten sind alleine eingereist. Sie sind mit der deutschen Sprache, unserer Kultur und den Gesetzen nicht vertraut und mit Mitteln der Jugendhilfe schwer erreichbar“, erklärt Leisner. Die Streetworker zeigen ihnen Angebote auf, beraten und unterstützen.+

 

„Diese kultursensible Herangehensweise ist genau der richtige Ansatz, um die jungen Menschen für die Initiative zu gewinnen“, sagt Bernd Langhorst, pädagogische Fachkraft von „Klarkommen!“ beim Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Köln e. V.. Kulturelle Hintergründe oder persönliche Erfahrungen machen es den jungen Menschen schwer, vorhandene Hilfsangebote der Jugend- und Erwachsenenhilfe für sich in Anspruch zu nehmen. „Die Streetworker hingegen kennen die Sorgen und Probleme der Jugendlichen. Sie können diese aufgrund ihrer Kultursensibilität und Fremdsprachenkompetenz erreichen und zur Inanspruchnahme von Hilfsangeboten motivieren“, erzählt Langhorst. Deshalb sind sie genau die richtigen Ratgeber für die jungen Migranten und haben eine Vorbildfunktion. Im Bezirksrathaus Köln-Kalk befindet sich die Anlaufstelle von „Klarkommen!“. Die Räume werden von der Stadt Köln kostenlos zur Verfügung gestellt. Hier gibt es ein pädagogisches Angebot und Sprachkurse für diejenigen, die teilnehmen wollen. Alle Angebote sind freiwillig. „An der regelmäßigen Nachfrage und hohen Frequenz sehen wir, dass es einen großen Bedarf gibt“, betont Langhorst. „Sie brauchen unsere Hilfe und nehmen diese auch dankend an.“

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