< Hohes Risiko, lukratives Geschäft

Neuer Rekordfund bei illegal eingeführten Arzneimitteln

Das Geschäft mit gefälschten und illegal eingeführten Medikamenten ist für Verbrecherbanden weiterhin lukrativ. Der Staatsanwaltschaft und dem Zollfahndungsamt Essen gelang 2016 in einem umfangreichen Ermittlungsverfahren ein schwerer Schlag gegen einen organisierten Arzneimittelring, der sich auf das Angebot und den Vertrieb illegaler verschreibungspflichtiger Arzneimittel über zahlreiche, augenscheinlich deutsche Plattformen im Internet konzentrierte.

Polizei stellt 3,5 Millionen gefälschte Tabletten sicher

Die beschlagnahmten Medikamente hatten einen Schwarzmarktwert von insgesamt rund 14 Millionen Euro

© Zollfahndungsamt Essen

 

Das Geschäft mit gefälschten und illegal eingeführten Medikamenten ist für Verbrecherbanden weiterhin lukrativ. Der Staatsanwaltschaft und dem Zollfahndungsamt Essen gelang 2016 in einem umfangreichen Ermittlungsverfahren ein schwerer Schlag gegen einen organisierten Arzneimittelring, der sich auf das Angebot und den Vertrieb illegaler verschreibungspflichtiger Arzneimittel über zahlreiche, augenscheinlich deutsche Plattformen im Internet konzentrierte.

Insgesamt wurden 3,5 Millionen illegale Arzneimittel mit einem Schwarzmarktwert von etwa 14 Millionen Euro, 440.000 Euro Bargeld, zwei Autos und mehrere Luxusuhren sichergestellt. „Es handelt sich hierbei um die größte Sicherstellung von gefälschten Medikamenten in Deutschland“, sagte Hans-Joachim Brandl, Leiter des Zollfahndungsamtes Essen. Nach mehr als einjährigen, aufwändigen Ermittlungen konnten letztendlich sieben Täter verurteilt werden: Der 43-jährige Duisburger Drahtzieher erhielt eine Haftstrafe von fünf Jahren und drei Monaten. Er war für die gesamte Organisation, Abwicklung und den Geldverkehr in Deutschland verantwortlich. Sein 35-jähriger Komplize, ein Niederländer mit indischen Wurzeln, wurde ebenfalls zu fünf Jahren und drei Monaten verurteilt. Über seine Kontakte wurden die gefälschten Medikamente in Indien eingekauft und per Lastwagen in die EU geschmuggelt. In verschiedenen Zentren in Europa wurden die Präparate zwischengelagert, nach und nach mit Paketen in die Bundesrepublik geschickt und schließlich zum Verkauf im Internet angeboten. Über Kontodaten der Onlineshops fanden die Ermittler schließlich die Adressen der mutmaßlichen Täter in Duisburg und Gelsenkirchen.

Kein Einzelfall

Die Bekämpfung der Arzneimittelkriminalität, vornehmlich über das Internet vertriebener Potenz-, Schlankheits- und Beruhigungsmittel, beschäftigt die Ermittlerinnen und Ermittler des Zollfahndungsamtes Essen bereits seit Jahren. Immer wieder geraten bandenmäßig agierende, internationale Tätergruppierungen wie diese in den Fokus der Ermittlungsbehörden. Ruth Haliti, Sprecherin des Zollfahndungsamtes Essen warnt: „Die unkomplizierte „rezeptfreie“ Bestellung im Internet ohne den gegebenenfalls peinlichen Besuch beim Arzt, der niedrige Preis, Bezahlung auf ein deutsches Konto und die Lieferung „frei Haus“ verleiten viele Menschen dazu, illegale Medikamente im Internet zu bestellen. Sie bedrohen damit ihre eigene Gesundheit und unterstützen – wahrscheinlich eher unbewusst – die organisierte, grenzüberschreitende Kriminalität.“

KL (26.05.2017)

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