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Scientology in Deutschland

Die Scientology-Organisation ist seit einigen Jahren weitgehend aus den Schlagzeilen verschwunden. Dennoch steht die Organisation in Deutschland unter der Beobachtung des Verfassungsschutzes. Welche Entwicklungen hat es bei Scientology in den letzten Jahren gegeben? Wie versucht die Organisation neue Mitglieder zu gewinnen? Dr. Stefan Schnöckel vom Verfassungsschutz Baden-Württemberg erklärt Hintergründe und Zusammenhänge.

Warum ist Scientology in Deutschland gerade in diesen Bundesländern aktiv?

Die Organisation lässt sich dort nieder, wo es sich finanziell lohnt, also eher in den wohlhabenden Bundesländern. Denn nur so funktioniert das Konzept. Um das ganze System gewinnbringend betreiben zu können, brauche ich Mitglieder, die finanziell gut gestellt sind – wir sprechen hier ja von vier- bis fünfstelligen Summen für Kurse oder Materialien im Jahr. Und wenn man an einem Standort einmal Fuß gefasst hat, bleibt man natürlich dort. 

Mehr Infos zu Scientology gibt es auf der Webseite des Verfassungsschutz Baden-Württemberg 

Wie versucht die Organisation denn, neue Mitglieder zu gewinnen?

Scientology tritt heutzutage meist nicht mehr offen auf, sie geben sich nicht direkt zu erkennen. Häufig läuft es über Unterorganisationen, wie bestimmte Sozialprogramme. Oder sie geben vor, sich für Menschenrechte einzusetzen. Sie verstecken sich hinter vermeintlich legitimen Anliegen, wie etwa Drogenentzugsprogrammen, Wirtschaftsberatung oder Nachhilfe und wenden sich zum Beispiel an Schulen oder psychiatrische Kliniken. Diese sind aber in der Regel für das Thema Scientology Deutschland sensibilisiert, so dass man dort mit seinem Anliegen nicht wirklich erfolgreich ist. Man kann generell sagen, dass die Gesellschaft in diesem Bereich gut aufgeklärt ist. Der Verfassungsschutz macht aber auch Infoveranstaltungen und klärt über die Organisation auf. Wir erläutern, wie Scientology versucht, an neue Mitglieder und Spenden zu kommen, unter welchem Deckmantel man ihnen begegnen kann und woran man erkennt, dass eine Organisation zu Scientology gehört.

Und woran zeigt sich dies?

Schaut man sich die vermeintlichen Drogenentzugs- oder Nachhilfeprogramme oder die so genannte Wirtschaftsberatung an, merkt man schnell, dass dort jegliche Fachkompetenz fehlt. Die Programme sind nur eine Fassade, es stecken keine funktionierenden Konzepte dahinter. Auch die Materialien, die jeweils zum Einsatz kommen, geben oft eindeutige Hinweise, da darin häufig auf L. Ron Hubbard, den Gründer von Scientology, verwiesen wird. Taucht dieser Name auf, weiß man sofort Bescheid. Das mittelfristige Ziel ist außerdem immer, Scientology-Materialien oder -Kurse zu verkaufen oder Menschen dazu zu bringen, kostenlos für die Organisation zu arbeiten. Denn das Gewinnstreben steht immer im Vordergrund. Dieses Anliegen wird nie lange auf sich warten lassen. Nachdem ein grundlegendes Vertrauensverhältnis aufgebaut ist, geht es nur noch darum, mit Scientology-Konzepten Gewinne zu erzielen. Man sollte immer überprüfen, welchen Hintergrund Vereine oder Organisationen haben und wer dahinter steht.

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