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Lebensgefährlicher Kabelklau

Hohe Metallpreise, kriminelle Energie und eine gehörige Portion Leichtsinn: Diese Faktoren begünstigten in den vergangenen Jahren immer wieder den Metalldiebstahl an Bahnanlagen. Durch entsprechende Präventionsmaßnahmen der Bundespolizei und der zentralen Stelle bei der Deutschen Bahn AG sind die Fälle von Metalldiebstahl seit 2011 jedoch stark zurückgegangen. Während die Bundespolizei im Jahr 2011 noch 5.032 Fälle von Buntmetalldiebstahl verzeichnete, registrierte sie 2016 nur noch 1.338 Delikte. Den Rückgang erklärt sich die Bundespolizei durch die Senkung des Weltmarktpreises für Metalle sowie die Intensivierung der repressiven Ermittlungsarbeit.

Buntmetalldiebstahl an Bahnanlagen geht zurück

Aufgetragene künstliche DNA erschwert Buntmetalldiebstahl

© Deutsche Bahn

 

Hohe Metallpreise, kriminelle Energie und eine gehörige Portion Leichtsinn: Diese Faktoren begünstigten in den vergangenen Jahren immer wieder den Metalldiebstahl an Bahnanlagen. Durch entsprechende Präventionsmaßnahmen der Bundespolizei und der zentralen Stelle bei der Deutschen Bahn AG sind die Fälle von Metalldiebstahl seit 2011 jedoch stark zurückgegangen. Während die Bundespolizei im Jahr 2011 noch 5.032 Fälle von Buntmetalldiebstahl verzeichnete, registrierte sie 2016 nur noch 1.338 Delikte. Den Rückgang erklärt sich die Bundespolizei durch die Senkung des Weltmarktpreises für Metalle sowie die Intensivierung der repressiven Ermittlungsarbeit.

Schäden durch Buntmetalldiebstahl bei der DB im Jahr 2015: 

  • Materialschaden von 14 Millionen Euro (etwa eine Millionen Euro weniger als in den Vorjahren)
  • Personalkosten im Zuge der Behebung der Schäden
  • 7.000 betroffene Züge und etwa 105.000 Verspätungsminuten

Sinkende Metallpreise, sinkende Fallzahlen

Die meisten Fälle von Metalldiebstahl an Bahnanlagen fallen in den Zuständigkeitsbereich der Bundespolizeidirektion Berlin und Pirna. Metall wurde im Jahr 2011 für Diebe deshalb so interessant, weil sich die Preise für Buntmetall damals noch auf einem relativ hohen Niveau befanden. Ob Regenrinnenrohre, Skulpturen auf öffentlichen Plätzen oder ganze Schienenstränge bei der Bahn: Die Täter schafften in Nacht- und Nebelaktionen tonnenweise Metall weg, um sie zu Geld zu machen. Gestohlen wurden nicht nur die Leitungen, sondern auch alles andere, was sich zu Geld machen ließ: Kabel aller Art, vor allem aus Kupfer, Kabeltrommeln, Altschienen und Kleinteiliges wie Schrauben. Seit 2011 ist der Weltmarktpreis für Metalle jedoch eher rückläufig. Inzwischen hat er sich auf einem relativ niedrigen Niveau eingependelt. Damit ist es gerade für Einzel- oder Gelegenheitstäter nicht mehr lohnenswert, ihr Leben beispielsweise beim Diebstahl von Oberleitungen zu riskieren. Laut Bundespolizei dürfte die Entwicklung der Weltmarktpreise für Metall die rückläufigen Fallzahlen der Metalldiebstähle beeinflusst haben. Ein weiterer Erfolg der Bundespolizei: In den Jahren 2015 und 2016 wurden zwei Ermittlungsverfahren gegen organisierte Tätergruppen erfolgreich abgeschlossen. Die Täter hatten unter anderem große Mengen Kabel von den Bahnanlagen des Bundes entwendet.

Entwicklung der von der Bundespolizei erfassten Fälle von Buntmetalldiebstahl an Bahnanlagen:

  • 2011: 5.032 Fälle
  • 2016: 1.338 Fälle

Das entspricht einem Rückgang von ungefähr 74 Prozent.

Künstliche DNA an den Schienen

Weil die Fälle von Metalldiebstahl um 2011 rasant anstiegen (von rund 2.000 Fällen in 2010 auf rund 3.000 Fälle in 2011), ergriffen die Bundespolizei und die Deutsche Bahn AG zahlreiche Vorsichts- und Präventionsmaßnahmen. Folgende Maßnahmen haben inzwischen ihre Wirkung gezeigt:

 

  • Markierung von Kabeln und Metallteilen mit künstlicher DNA, wodurch die Deutsche Bahn als Eigentümerin identifizierbar ist. Das erschwert den Weiterverkauf der Ware. Außerdem bleibt die künstliche DNA lange am Täter haften, und er kann mit dem Diebstahl in Verbindung gebracht werden.
  • Gründung einer Sicherheitspartnerschaft mit der Deutschen Telekom, RWE und dem Verband deutscher Metallhändler. Mit Hilfe letzterer sollen die Absatzwege des Diebesguts erschwert werden.
  • Verwendung alternativer Rohstoffe, die für Diebe weniger interessant sind.
  • Einsatz von privatem Sicherheitspersonal und Schutz gefährdeter Bereiche durch bauliche Maßnahmen. Parallel dazu erfolgten eine Intensivierung der repressiven Ermittlungen mit Hilfe technischer Einsatzmittel, wie zum Beispiel die Durchführung von Schwerpunktstreifen und die Einbindung von Polizeihubschraubern in die Überwachung der Bahnanlagen.

Jeder kann mithelfen: Die Bevölkerung wird um aktive Mithilfe gebeten: Sachdienliche Hinweise zu Metalldiebstählen an Bahnanlagen können der Bundespolizei unter der kostenlosen Hotline 0800/6888000 mitgeteilt werden.

Bahnreisende sind Leidtragende

Unmittelbar vom Buntmetalldiebstahl betroffen sind vor allem die Bahnreisenden, denn es kommt zu Verspätungen und Ausfällen von Zwischenhaltestellen und Zügen. Erst Ende März legte ein Kabeldiebstahl zwischen Witten und Dortmund den Zugverkehr lahm: 17 Stunden lang mussten S- und Regionalbahnen umgeleitet werden. Die Sicherheitsrichtlinien sind hoch: Wird ein Signalkabel durchtrennt, schalten die Signale in dem betreffenden Streckenabschnitt auf Rot. Das bedeutet, dass die Strecke belegt ist, woraufhin die Züge umgeleitet werden. Dadurch kommt es zum Stillstand des Verkehrs. Durch Metalldiebstähle hatten 2015 rund 7.000 Züge insgesamt 105.000 Minuten Verspätung, wie die Deutsche Bahn in mitteilte. Neben den Auswirkungen für die Fahrgäste leidet auch das Image der Deutschen Bahn, die ihrerseits viel Zeit und Geld in Reparaturkosten, zusätzliche Züge und Ersatzverkehr investieren musste.

FL (30.06.2017)

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