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Pedelecs: Ein neues Fahrgefühl

In den letzten Jahren sind Elektrofahrräder zum Verkaufsschlager geworden. Allein 2015 wurden erstmals mehr als 500.000 Exemplare in Deutschland verkauft. Mit der steigenden Anzahl der Pedelecs rücken jedoch auch mögliche Sicherheitsrisiken in den Fokus. So stellte die Stiftung Warentest 2013 erhebliche Sicherheitsmängel bei Pedelecs fest. Wie sicher fährt man heutzutage mit einem Pedelec im Straßenverkehr? Auf was sollte man beim Kauf und beim Gebrauch von elektrisch betriebenen Rädern achten?

Was man bei der Wahl eines Elektrofahrrads beachten sollte

Unterwegs auf dem Pedelec

© www.pd-f.de / koga.com

 

In den letzten Jahren sind Elektrofahrräder zum Verkaufsschlager geworden. Allein 2015 wurden erstmals mehr als 500.000 Exemplare in Deutschland verkauft. Mit der steigenden Anzahl der Pedelecs rücken jedoch auch mögliche Sicherheitsrisiken in den Fokus. So stellte die Stiftung Warentest 2013 erhebliche Sicherheitsmängel bei Pedelecs fest. Wie sicher fährt man heutzutage mit einem Pedelec im Straßenverkehr? Auf was sollte man beim Kauf und beim Gebrauch von elektrisch betriebenen Rädern achten?

Wo finde ich das richtige Elektrofahrrad? Im Internet kann man sich beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club über Pedelcs und E-Bikes informieren. Auch der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD bietet neutrale Entscheidungshilfen für E-Räder an. Die Stiftung Warentest hat eine Liste mit Tipps, wie man sicher und entspannt Pedelec fährt.

Fahrrad oder Kraftfahrzeug?

„Ein wirkliches E-Bike ist kein Fahrrad, sondern ein Kleinkraftrad“, bringt es Stephanie Krone vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) auf den Punkt. Auch wenn im allgemeinen Sprachgebrauch die Begriffe „Pedelec“ (für „Pedal Electric Cycle“) und E-Bike durcheinandergeworfen werden: Der Unterschied ist klar festgelegt. „Das hängt mit der durch die Bauart bedingten Höchstgeschwindigkeit zusammen“, weiß Radexpertin Krone. Von einem Pedelec, also einem elektrisch betriebenen Fahrrad, spricht man, wenn sich der Hilfsmotor nur dann zuschalten lässt, wenn der Fahrer selbst tritt. Außerdem muss die Unterstützung durch den Motor bei einer Geschwindigkeit von 25 Km/h automatisch ausgeschaltet werden. Wer ein Zweirad nutzt, das ganz ohne Treten Geschwindigkeit aufnimmt, der sitzt nicht auf einem Fahrrad, sondern auf einem Kleinkraftrad oder E-Bike. „Die Unterscheidung ist von großer Bedeutung, denn wer ein solches leistungsfähiges Elektro-Zweirad nutzt, für den gelten Bestimmungen wie für den Halter eines Leichtmofas“, so Krone. Das umfasst Punkte wie die Pflichtversicherung, ein Kennzeichen und die Notwendigkeit einer Fahrerlaubnis. Außerdem gilt – im Gegensatz zu Pedelecs – die Helmpflicht.

Stephanie Krone

Pressesprecherin Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club, © ADFC

Unfallzahlen steigen – sind Pedelecs gefährlich?

In den vergangenen Monaten haben Meldungen über steigende Unfallzahlen bei Pedelec-Nutzern für Verunsicherung gesorgt. Fakt ist, dass Unfälle von Pedelec-Fahrern überproportional zunehmen und der Anteil der Pedelecs an allen Fahrradunfällen deutlich größer ist als der von herkömmlichen Fahrrädern. Doch aus diesen Zahlen kann man nicht schließen, dass Pedelec-Fahrer stärker gefährdet sind. „Die Verkäufe von Elektrofahrrädern sind in den letzten Jahren überproportional gestiegen, zudem kann man annehmen, dass diese Räder häufiger genutzt werden“, sagt Stephanie Krone. So komme es automatisch dazu, dass Pedelec-Fahrer häufiger in Unfälle verwickelt werden, einfach weil ihre Zahl enorm gestiegen ist. Dazu kommt, dass immer noch vorwiegend ältere Menschen Pedelecs nutzen. „Und diese Gruppe ist in der Fahrradunfallstatistik ohnehin deutlich stärker vertreten als jüngere Radfahrer“, so Krone. Der größere Anteil dieser Nutzergruppe an Unfällen sei daher nicht überraschend. Diese Ansicht stützt auch eine Untersuchung der Unfallforscher der Versicherer (UDV), die zu dem Ergebnis kommt, dass Pedelec-Nutzer die Motorunterstützung nicht dazu nutzen, um schneller zu fahren, sondern um die gleiche Geschwindigkeit mit geringerer Anstrengung zu halten. Überhöhte Geschwindigkeit scheidet damit als massenhafte Ursache für die Unfälle aus.

E-Bike-Ladestation

© eurobike-show.de

Kompetente Beratung im Fachgeschäft

Eine Grundregel beim Kauf von Pedelecs lautet, dass man vorab immer persönliche Beratung in Anspruch nehmen sollte. Auch wenn der Preis im Fachgeschäft höher ist als die preiswerten Modelle im Supermarkt, lohnt sich die Investition. „Beim Fachhändler kann ich einzelne Komponenten je nach Wunsch austauschen lassen, etwa einen anderen Sattel oder Lenker bestellen“, unterstreicht Stephanie Krone vom ADFC. „Und man hat mehr Möglichkeiten, im Ernstfall Ansprüche anzumelden und Teile austauschen zu lassen.“ Auch auf die Austauschbarkeit des Akkus sollte man achten. Der hält zwar im Regelfall über tausend ZykIen von jeweils 60 bis 100 Kilometern hinweg, die Kapazität des Akkus nimmt mit jedem Ladezyklus jedoch immer weiter ab. Fachgeschäfte tauschen Akkus grundsätzlich auch Jahre nach dem Kauf noch aus. In jedem Fall sollte man das Pedelec vor dem Kauf ausprobieren. Dabei kann man den Komfort der Gangschaltung oder der Bremsen ebenso überprüfen wie die Funktionsweise des Motors – und auch dessen Lautstärke. Und noch eine Frage sollte man sich besser bereits vor dem Kauf stellen: Habe ich die Möglichkeit, das Pedelec ebenerdig und sicher vor Dieben abzustellen? Elektrofahrräder kosten oft mehrere Tausend Euro. Bei einem Grundgewicht von durchschnittlich 25 Kilogramm kann es eine große Herausforderung darstellen, sein Pedelec täglich drei Stockwerke hoch in die Wohnung zu tragen.

FL (30.06.2017)

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