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Instant-Messaging-Dienste erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Mittlerweile tauschen sich 95 Prozent der Jugendlichen in Deutschland regelmäßig über WhatsApp aus. Instagram und Snapchat liegen ebenfalls vorne. Facebook verzeichnet dagegen im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang.

Soziale Netzwerke werden immer beliebter

95 Prozent der Jugendlichen nutzen regelmäßig WhatsApp

© Andrey Popov

 

Instant-Messaging-Dienste erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Mittlerweile tauschen sich 95 Prozent der Jugendlichen in Deutschland regelmäßig über WhatsApp aus. Instagram und Snapchat liegen ebenfalls vorne. Facebook verzeichnet dagegen im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang.

Instant Messenger liegen vorne

In der Studie JIM (Jugend, Information, (Multi-) Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest wurde eine Stichprobe von 1.200 deutschen Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 19 Jahren über ihr Mediennutzungsverhalten erhoben. Mit 99 Prozent haben, wie schon in den Vorjahren, fast alle Jugendlichen Zugang zum Internet. Neun von zehn Jugendlichen gehen mittlerweile über das Smartphone ins Netz. Die mit Abstand wichtigsten Anwendungen sind Instant Messenger. Mit solchen Diensten tauschen die Nutzer via Internet kurze Text-, Sprach- und sogar Audio- und Videobotschaften aus. Absoluter Spitzenreiter bei Jugendlichen ist WhatsApp. Der aufgrund mangelnder Datenschutzrichtlinien umstrittene Dienst wird von 95 Prozent aller Jugendlichen täglich oder mehrmals in der Woche genutzt. Auf dem zweiten Platz liegt Instagram mit 51 Prozent, 45 Prozent nutzten Snapchat. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Nutzung von Facebook etwas abgenommen. Im Jahr 2015 waren noch 51 Prozent regelmäßig im größten sozialen Netzwerk, aktuell sind es immerhin noch 43 Prozent der deutschen Jugendlichen.

Die Relevanz hängt vom Alter ab

Wo sich Jugendliche beim Surfen am liebsten aufhalten, hängt auch vom Geschlecht und ihrer Altersgruppe ab. Mädchen bevorzugen Instagram und Snapchat. Dort lassen sich vor allem Bilder und Videos mit anderen teilen. 60 Prozent der Mädchen nutzen Instagram regelmäßig, bei den Jungs sind es nur 44 Prozent im Alter zwischen zwölf und 19 Jahren. Snapchat favorisieren 55 Prozent der Mädchen im Vergleich zu 36 Prozent der Jungen. Facebook und WhatsApp hingegen werden von beiden Geschlechtern gleich häufig genutzt. Welchen Dienst die Jugendlichen beim Surfen auswählen, hängt auch von ihrem Alter ab. Bei Instagram tummeln sich vor allem die 14- bis 15-Jährigen, Snapchat wird überwiegend ab 14 Jahren genutzt. Facebook ist für ältere Jugendliche zwischen 18 und 19 Jahren interessanter. WhatsApp hingegen bleibt altersübergreifend relevant. Auf die Frage „Und was nutzt Du im Internet am liebsten?“ nannten fast zwei Drittel der Nutzer spontan die Videoplattform Youtube, auf der sie sich Musikvideos, lustige Clips und Kanäle von bekannten Youtubern anschauen. Die Onlinezeit von täglich 200 Minuten zeigt, dass der Alltag von deutschen Jugendlichen digital geprägt ist: 97 Prozent der Jugendlichen haben ein Smartphone und 87 Prozent von ihnen haben zuhause Zugriff auf ein WLAN. Schülerinnen und Schüler zwischen zwölf und 19 Jahren verbringen nach eigenen Angaben im Schnitt etwa eineinhalb Stunden pro Tag mit Hausaufgaben. In fast der Hälfte dieser Zeit nutzen sie dabei den Computer oder das Internet, um etwas für die Schule zu erledigen. 87 Prozent befragen mindestens mehrmals pro Woche eine Suchmaschine wie Google. 57 Prozent der Jugendlichen schauen sich bei YouTube regelmäßig Videos an, um sich über ein interessantes Thema zu informieren. Allerdings erhält ein Drittel auch regelmäßig über soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter aktuelle Nachrichten.

Die Publikation „JIM-Studie 2016 – Jugend, Information, (Multi-) Media“ kann von der Webseite des Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) kostenfrei heruntergeladen werden.

Mobbing bleibt ein Problem

Die Studie untersuchte auch, ob die Jugendlichen in sozialen Netzwerken bereits Erfahrungen mit Mobbing gemacht haben. In der Altersgruppe der zwölf bis 19-Jährigen gibt jeder Dritte an, dass in seinem Bekanntenkreis schon einmal jemand im Internet oder über das Handy fertiggemacht wurde. Acht Prozent geben an, selbst bereits Opfer von Mobbing gewesen zu sein. Jeder vierte volljährige Jugendliche wurde schon mit beleidigenden, falschen oder peinlichen Inhalten über sich im Netz konfrontiert. 13 Prozent der Jugendlichen haben erlebt, dass peinliche oder beleidigende Fotos oder Videos über sie im Netz verbreitet wurden. Bei allen Erfahrungen mit Cybermobbing zeigt sich eine Zunahme mit steigendem Alter der Befragten. 59 Prozent würden sich bei Mobbing an ihre Eltern wenden, zwei Fünftel eher an Freunde. Je sechs Prozent würden sich Unterstützung von Lehrkräften oder der Polizei holen. Vier Prozent geben an, sie würden versuchen, alleine damit klarzukommen.

AL (29.09.2017)

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