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Senioren sicher am Steuer

Viele fordern eine gesetzlich vorgeschriebene Überprüfung der Verkehrstüchtigkeit für Ältere. Aber was sagen die Statistiken? Sind ältere Autofahrer tatsächlich häufiger in Unfälle verwickelt als jüngere? Burkhard Gerkens vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn, der als Referent für den Bereich „Ältere Verkehrsteilnehmer“ zuständig ist, gibt Auskunft.

Seminare für Senioren

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat e. V. (DVR) bietet im Rahmen seines aktuellen Programms „sicher mobil“ älteren Verkehrsteilnehmern verschiedene Seminare mit dem Ziel an, möglichst lange und möglichst sicher mobil zu bleiben. Die Teilnehmer setzen sich in moderierten Gesprächsrunden aktiv mit ihren individuellen Problemen im Straßenverkehr auseinander. Mehr Infos zu den Seminaren gibt es auf der DVR-Webseite unter http://www.dvr.de.

Wie wichtig ist aus Sicherheitsgründen die Zeit- und Wegeplanung für Senioren, die mobil bleiben wollen?

Je mehr Mühe ein Weg bereitet – weil man vielleicht nicht mehr so gut zu Fuß ist – umso wichtiger ist eine gute Planung. Dabei spielt nicht nur die Wegstrecke eine Rolle, sondern auch die Wahl des besten Verkehrsmittels. Hier sollte auch der öffentliche Verkehr miteinbezogen werden. In einigen Fällen ist es auch sinnvoll, Verkehrsmittel zu kombinieren, z. B. kann man bei gutem Wetter zur nächsten Haltestelle mit dem Rad fahren und dann die größere Strecke mit dem Zug zurücklegen.

Kommen wir noch einmal zum Auto: Die Sicherheitsausstattungen mit automatischen Brems- und Lenkungssystemen oder etwa Einparkhilfen werden immer üppiger. Überfordert die Technik Senioren auch manchmal?

Die hier genannten Techniken sind sicher prinzipiell alle hilfreich – nicht nur für ältere Fahrer. Allerdings müssen sie gut eingeführt bzw. erklärt werden. Sie sollen leicht verständlich und leicht bedienbar sein, sonst besteht in der Tat die Gefahr, dass sie Verwirrung hervorrufen.

Mobilität ist ein Stück Lebensqualität, die so lange wie möglich erhalten bleiben soll. Würde deshalb nicht eine Überprüfung der Verkehrstüchtigkeit ab einem bestimmten Alter Sinn machen?

Wie die Unfallstatistik zeigt, gehen ältere Kraftfahrer offensichtlich verantwortlich mit ihren nicht zu leugnenden Leistungseinbußen um. Wenn man nach der Unfallhäufigkeit gehen würde, müssten nicht die älteren, sondern die jungen Fahrer überprüft werden. Daher stellt sich die Frage, ob der Aufwand einer generellen Überprüfung aller Verkehrsteilnehmer ab einer bestimmten Altersstufe überhaupt lohnt, oder ob man die hierfür notwendigen organisatorischen und finanziellen Mittel nicht besser und gezielter für die Sicherheit dieser Altersgruppe einsetzen kann. In einigen europäischen Ländern gibt es generelle Überprüfungen, was aber offensichtlich keinen Einfluss auf das Unfallgeschehen dieser Altersgruppe hat, soweit es die Statistik ersehen lässt. Wir halten freiwillige Maßnahmen und Überzeugungsarbeit bei der Zielgruppe für hilfreicher. 

Regelmäßige Gesundheits-Checks sind wichtig

© Mike Witschel, MEV-Verlag

Wie wichtig sind regelmäßige Gesundheits-Checks für ältere Verkehrsteilnehmer?

Da die Leistungseinbußen im Alter schleichend und daher oft unbemerkt eintreten, sollten vor allem bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme und chronischen Krankheiten regelmäßig Gesundheits-Checks vorgenommen werden. Auch regelmäßige Sehtests sind zu empfehlen. 

Gerade in Großstädten ist die Lage auch für Fußgänger oft unübersichtlich. Müssten die Städte den demographischen Wandel im Straßenbau stärker berücksichtigen?

Auf jeden Fall. In den meisten Gemeinden wird dies auch schon getan, wenn auch wegen u. a. knapper Kassen nicht immer im ausreichenden Maß. Denken Sie beispielsweise an Bordsteinabsenkungen für Gehbehinderte, die immer häufiger zu sehen sind. Vor allem die öffentlichen Verkehrsbetriebe haben die Älteren als ihre Zielgruppe im Auge und bemühen sich teilweise recht erfolgreich um sie.

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