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Kriminalitätsmonitor NRW

Die Polizeilichen Kriminalstatistiken sowohl des Bundes als auch des Landes NRW weisen seit einigen Jahren einen Rückgang der Anzahl der Wohnungseinbrüche aus. Dennoch sind immer noch unzählige Menschen betroffen: Bundesweit wurde im Jahr 2019 rund 87.000 Mal in Häuser oder Wohnungen eingebrochen, davon fast 27.000 Mal in Nordrhein-Westfalen. Der im Mai 2015 veröffentlichte „Kriminalitätsmonitor NRW – Wohnungseinbruch: Risikofaktoren, Anzeigeverhalten und Prävention“ der Kriminalistisch-Kriminologischen Forschungsstelle (KKF) berücksichtigt im Gegensatz zur PKS auch Fälle, die nicht zur Anzeige gebracht wurden und liefert wertvolle Hinweise für die Entwicklung von neuen Präventionskonzepten.

Zentrale Ergebnisse zu den Risikofaktoren

  • Menschen, die in Wohnungen leben, sind stärker von Wohnungseinbrüchen betroffen als diejenigen, die in Ein- oder Zweifamilienhäusern leben.
  • Wohnungen, die im Erdgeschoss von Mehrfamilienhäusern liegen, sind stärker von Wohnungseinbrüchen betroffen als Wohnungen, die in höheren Stockwerken von Mehrfamilienhäusern liegen.
  • Gemeinden mit mehr Einwohnern sind stärker von Wohnungseinbrüchen betroffen als Gemeinden mit weniger Einwohnern.
  • Jüngere Menschen zwischen 18 und 34 Jahren sind stärker von Wohnungseinbrüchen betroffen als ältere Menschen.

Wohnungseinbrüche werden bevorzugt im Winterhalbjahr verübt

© sdecoret/stock.adobe.com

Zentrale Ergebnisse zum Anzeigeverhalten

  • Tendenziell nimmt die Anzeigequote zwischen den Erhebungsjahren ab, was insbesondere auf den Rückgang der Anzeigen von versuchten Delikten zurückzuführen ist.
  • Ist die persönliche Belastung durch einen Wohnungseinbruch hoch, ist die Anzeigequote höher, als wenn keine oder eine geringe Belastung vorliegt.
  • Unterschiede von Personengruppen hinsichtlich der Anzeigequote werden oft besonders bei den versuchten Delikten deutlich: Bewohner größerer Mehrfamilienhäuser mit neun oder mehr Wohnungen, Personen ohne Berufsausbildung und jüngere sowie ältere Befragte zeigen versuchte Einbrüche seltener an. Im Falle von vollendeten Delikten ist die Anzeigequote durchgehend als hoch zu bezeichnen.
  • Die häufigsten Gründe für den Verzicht auf eine Anzeige sind die Einschätzung des Schadens als zu gering und die Vermutung, dass es nur geringe Erfolgsaussichten für eine Tataufklärung gibt. Geschädigte versuchter Wohnungseinbrüche gehen außerdem gelegentlich davon aus, die Polizei würde nicht tätig werden und schätzen teilweise den versuchten Wohnungseinbruch als nicht strafbar ein.

Zentrale Ergebnisse zur Zufriedenheit mit der polizeilichen Bearbeitung

  • Insgesamt ist die Zufriedenheit mit der polizeilichen Bearbeitung von Anzeigen wegen Wohnungseinbruchs innerhalb der Referenzzeiträume recht hoch.
  • Unzufriedenheit von Geschädigten versuchter Einbrüche resultiert insbesondere aus dem empfundenen mangelnden Interesse von Polizeibeamten und dem nicht als ausreichend empfundenen Tätigwerden. Unzufriedenheit von Geschädigten vollendeter Einbrüche resultiert vor allem daraus, dass die Polizei das Eigentum nicht wiedererlangen und den Täter nicht fassen konnte, aus Sicht der Geschädigten nicht ausreichend tätig wurde und im Schadensfall nach deren Meinung zu langsam am Tatort war.

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