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Waffenbesitz in Deutschland

Nach dem Amoklauf an einer Grundschule in Newtown im Dezember 2012, bei dem 20 Menschen getötet wurden, wird in Amerika der Ruf nach einem strikteren Waffengesetz laut. In Deutschland gibt es dieses bereits – novelliert im Jahr 2002 nach dem Amoklauf in Erfurt und 2009 aufgrund des Amoklaufs in Winnenden. Im Januar 2013 wurde beim Bundesverwaltungsamt in Köln ein computergestütztes Nationales Waffenregister (NWR) in Betrieb genommen.

Bernhard Witthaut, ehemaliger Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei GdP

© GdP

Waffenschein und Erlaubnisschein 

Zu den Waffen zählen nicht nur Gewehr und Pistole, sondern auch Hieb- und Stoßwaffen wie zum Beispiel Messer. In Deutschland darf man nur unter bestimmten Voraussetzungen mit Waffen und Munition umgehen. So muss man das 18. Lebensjahr vollendet haben, die erforderliche Zuverlässigkeit, persönliche Eignung und Sachkunde nachweisen. Bei der Beantragung eines Waffenscheins oder einer Schießerlaubnis muss man zudem über eine Haftpflichtversicherung in Höhe von einer Million Euro pauschal für Personen- und Sachschäden verfügen. Auch der „Nachweis eines Bedürfnisses“, wie es im § 8des Waffengesetzes (WaffG) heißt, muss erbracht werden. Demnach haben zum Beispiel Jäger, Sportschütze, Brauchtumsschütze, Waffen- oder Munitionssammler, Waffen- oder Munitionssachverständiger, gefährdete Personen, Waffenhersteller oder -händler oder Bewachungsunternehmer ein persönliches oder wirtschaftliches Interesse daran, mit einer Waffe umzugehen. Die Erlaubnis zum Führen einer Waffe wird durch einen Waffenschein erteilt. Der Geltungsbereich des Waffenscheins kann auf bestimmte Anlässe oder Gebiete beschränkt werden. Zudem gibt es den so genannten „Kleinen Waffenschein“, der zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen berechtigt. Zu unterscheiden ist der Waffenschein vom Erlaubnisschein: Dieser regelt die Erlaubnis zum Schießen mit einer Schusswaffe. 

Allgemeine Voraussetzungen für Waffen- und Munitionserlaubnisse: 

§ 5 WaffG Zuverlässigkeit

§ 6 WaffG Persönliche Eignung 

§ 7 WaffG Sachkunde 

§ 8 WaffG Bedürfnis 

Minderjährige dürfen schießen 

Minderjährige dürfen nur im Ausnahmefall schießen. Unter Beobachtung einer geeigneten Aufsichtsperson darf ein Kind ab zwölf Jahren in Schießstätten mit Druckluft-, Federdruckwaffen und Waffen schießen. Zudem müssen beim Antrieb der Geschosse kalte Treibgase verwendet werden. Jugendlichen, die das 14. Lebensjahr vollendet haben und noch nicht 18 Jahre alt sind, ist auch das Schießen mit sonstigen Schusswaffen bis zu einem Kaliber von 5,6 mm lfB für Munition mit Randfeuerzündung erlaubt, wenn die Mündungsenergie höchstens 200 Joule beträgt und Einzellader-Langwaffen mit glatten Läufen mit einem Kaliber 12 oder kleiner sind. Der Sorgeberechtigte muss schriftlich sein Einverständnis erklärt haben oder beim Schießen anwesend sein. Viele Jugendliche schießen allerdings nicht „scharf“, sondern beim „Paintball“- oder „Gotcha“-Spielmit so genannten Softair-Pistolen. Das sind Spielzeugwaffen, geladen mit Kunststoffkugeln,Beim Aufprall zerplatzen sie und es wird Farbe freigesetzt. Nach dem Waffengesetzsind auch diese Spielzeugwaffen grundsätzlich Schusswaffen. Allerdings sind sie im Allgemeinen von den waffenrechtlichen Pflichten befreit. (ks) 

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