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Die Tücken des Time-Sharing

Time-Sharing erscheint Vielen eine günstige Alternative zu Pauschalreisen. Schaut man jedoch genau hin, birgt das Modell viele Kostenfallen. Außerdem versuchen Betrüger in Urlaubsorten Touristen zum Abschluss von gefälschten Time-Sharing-Verträgen zu bringen.

Betrüger drängen im Urlaub auf Vertragsabschluss 

Vorsicht vor betrügerischen Time-Sharing-Angeboten

© CC-Verlag

 

Time-Sharing erscheint Vielen eine günstige Alternative zu Pauschalreisen. Schaut man jedoch genau hin, birgt das Modell viele Kostenfallen. Außerdem versuchen Betrüger in Urlaubsorten Touristen zum Abschluss von gefälschten Time-Sharing-Verträgen zu bringen. 

 

Time-Sharing bedeutet in der Regel, dass man das Recht erwirbt, in einer bestimmten Immobilie – zum Beispiel in einem Appartement in einer Ferienclubanlage – zu einer bestimmten Zeit im Jahr Urlaub zu machen. Man schließt also auf der einen Seite einen Nutzungsvertrag mit dem Eigentümer der Immobilie ab und erhält somit einen Urlaubsanspruch. Damit man die Möglichkeit hat, seinen Urlaub flexibel zu gestalten, wird zusätzlich häufig auch noch ein Vertrag mit einer Tauschbörse geschlossen. Dort erhält man gegen Gebühr die Möglichkeit, sein Appartement mit einem anderen zu tauschen. Dies ist das Grundmodell von Time-Sharing, es gibt jedoch auch zahlreiche Abwandlungen. Sich auf derlei Angebote einzulassen, birgt einige Risiken. Denn auf dem Time-Sharing-Markt gibt es jede Menge Betrüger. Diese machen sich in beliebten Urlaubsgebieten auf die Suche nach leichten Opfern. Im Urlaub sind die Menschen meist in guter Stimmung und generell offener – das ist der erste Ansatzpunkt für die Betrüger. Eine beliebte Masche: Urlauber werden unter einem Vorwand – man hätte etwas gewonnen, oder man könne eine neue Hotelanlage besichtigen – auf eine Verkaufsveranstaltung gelockt. Diese findet dann häufig an einem abgelegenen Ort statt, den man nicht so einfach wieder verlassen kann. Auf diesen Veranstaltungen werden die Besucher von den Verkäufern dann so lange „bearbeitet“ und unter Druck gesetzt, bis sie einen Vertrag unterschreiben. Häufig ist Alkohol im Spiel, damit die Gäste noch leichter zu beeinflussen sind. Auch Kriminaldirektor Reinhold Hepp, Leiter der Kriminalpolizei Stuttgart, kennt die Tricks der Betrüger: „Derartige Verkaufsveranstaltungen sind regelrechte Inszenierungen. Zum Teil werden sogar „Schauspieler“ eingesetzt, die vermeintlich Time-Sharing-Verträge unterschreiben. Dann klingelt alle paar Minuten eine Glocke – als Zeichen, dass schon wieder jemand unterschrieben hat. So wird den Menschen vermittelt, dass es sich wirklich um ein gutes Geschäft handeln muss.“ Angeboten werden den Gästen beispielsweise so genannte „Holiday-Packs“. Dabei handelt es sich häufig nur um eine Mitgliedschaft in einem Ferienclub, durch die man bestimmte Angebote günstiger bekommen soll – einen Mietwagen beispielsweise oder Sportangebote wie Golf spielen oder Tauchen. Meist geht es jedoch nicht um einen Urlaubsanspruch, sondern lediglich um einen Urlaubsbuchungsanspruch – also die bloße Option, die Angebote in Anspruch nehmen zu können. Oft stellt sich im Nachhinein heraus, dass die versprochenen Angebote nicht verfügbar sind oder sogar die ganze Ferienanlage nicht existiert. „Die Kosten für diese Holiday-Packs stehen in keinem Verhältnis zur erbrachten Leistung – wenn es denn überhaupt jemals eine Gegenleistung gibt“, so der Polizeiexperte. Zusätzlich würde häufig versucht, den Urlaubern ein „Cashback“- oder „Investment-Programm“ zu verkaufen. Der gezahlte Preis für das Holiday-Pack soll angeblich angelegt und mit hoher Verzinsung nach einigen Jahren zurückgezahlt werden. Dass es gar keine Geldanlage gibt und die Betrüger mit dem gezahlten Geld auf und davon sind, merken die Geschädigten häufig erst dann, wenn es zur Auszahlung kommen soll.

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