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Im Einsatz gegen Schmiererei und Vandalismus

Bunte Bilder, symbolische Zeichen und geschwungene Schriftzüge: Graffitis prägen das Bild an Bahnstationen und Bushaltestellen in ganz Deutschland. Über den künstlerischen Wert der Darstellungen lässt sich streiten. Fest steht jedoch, dass das Besprühen von fremdem Eigentum illegal ist und sich die Sprayer damit strafbar machen. Wie viele andere Großstädte zählt auch Leipzig zu den deutschen Graffiti-Hochburgen. Die Bahnanlagen der Stadt sind häufig das Ziel der sogenannten Hobby-Künstler. Oft sind es gerade neu errichtete Anlagen, die beschmiert werden. Um das erhöhte Graffiti-Aufkommen in den Griff zu bekommen, ist im Leipziger Zentrum und der Umgebung seit 2016 ein Graffitimobil der Deutschen Bahn unterwegs, das die „Kunstwerke“ entfernt.

Gegen alles gibt’s ein Mittel

Nach einem festen Tourenplan fährt das Mobil 20 Stationen an, die häufig von Vandalismus betroffen sind. Meldet ein Fahrgast oder ein Zugbegleiter einen Graffitischaden, wird die Fahrtroute unterbrochen – vor allem, wenn es sich um verfassungsfeindliche Schmierereien handelt. „Was Graffiti angeht, bekommen wir mit unseren Zaubermittelchen fast alles weg. Falls es mal nicht klappt, wird die Wand komplett überstrichen“, erklärt Christian Schulz. Neben der Entfernung von Gaffitis ist das Mobil auch für die Beseitigung von Grobmüll zuständig, der ordnungswidrig abgeladen wurde. Auch die Erstsicherung von Vandalismusschäden wird übernommen, beispielsweise wenn eine Fahrplanvitrine oder ein Wetterschutz-Häuschen zerstört wurde. „Die Glassplitter werden erst mal weggeräumt, damit sich kein Fahrgast verletzt. Daraufhin geht eine Meldung an die Sicherheitszentrale, damit die Vitrine schnellstmöglich repariert wird“, führt der Bahnhofsmanager aus. Dass bei Graffiti und Vandalismus so schnell gehandelt wird, liegt auch daran, dass solche Schäden das Sicherheitsgefühl der Reisenden negativ beeinflussen, erklärt Schulz: „Wo alles vollgesprüht ist, Müll herumliegt und Vitrinen zerschlagen sind, fühlt sich niemand wohl. Wir wollen einen hohen Reisekomfort ermöglichen. Dazu zählt auch eine saubere Station.“

Christian Schulz

Leiter Bahnhofsmanagement Leipzig, © DB Station&Service AG

Präventive Signalwirkung

Um illegales Sprühen zu erschweren oder gar zu verhindern, besteht die Möglichkeit, spezielle Lacke einzusetzen, auf denen die Sprayfarbe nicht richtig haftet. Diese sind jedoch teuer und halten nicht auf Dauer. Deutlich besser funktionieren Kooperationsprojekte, die bereits mehrfach in Zusammenarbeit mit einem Leipziger Graffitiverein umgesetzt wurden. Dabei wurde beispielsweise ein 300 Quadratmeter großes Wandbild an einer belebten Haltestelle aufgesprüht. „Das Motiv haben wir vorher abgestimmt. Wenn man den Verein mit einbezieht, funktioniert so etwas. Die Aktion ist ein Jahr her – bisher ist noch nichts passiert. Denn in der Szene ist es so eine Art Ehrenkodex, dass man seine Werke nicht gegenseitig übersprüht“, führt der Bahnhofsmanager aus. Dass sich auch der Einsatz des Graffitimobils nachhaltig lohnt, zeigt sich dadurch, dass sich immer weniger Sprayer an den betreuten Bahnhöfen verewigen, wie Christian Schulz berichtet: „Sie wissen, dass ihr Bild maximal drei bis vier Tage hält – und die Sprühfarbe ist nicht gerade günstig. Da überlegt man sich jetzt zwei Mal, ob sich der Aufwand wirklich lohnt.“

MW (26.05.2017)

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