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Schwarzlicht-Blitzer in Tunneln

Sie blitzen, ohne zu blitzen: Dank neuer Technik machen moderne Radaranlagen fast unmerklich für die Fahrer Fotos von den Rasern. „Black Flash“-Blitzer werden vor allem in Tunneln eingesetzt.

Gemessene Spitzengeschwindigkeiten im Rheinufertunnel Düsseldorf bei erlaubten 70 km/h: 

2011: 160 km/h

2012: 152 km/h

2013: 189 km/h

2014: 176 km/h

2015: 144 km/h (Stand Mai)

Die Black Flash-Technik

Gerade in Tunneln können Raser schwere Unfälle mit gravierenden Folgen verursachen. Kontrollen sollen Geschwindigkeitsübertretungen und somit Gefahren reduzieren. Dabei stellen die Gegebenheiten in einem Tunnel besondere Anforderungen: Einerseits dürfen Fahrer im schummerigen Tunnel nicht durch einen grellen Blitz geblendet oder abgelenkt werden. Andererseits muss das Licht aber stark genug sein, um den Fahrer erkennbar zu machen.

Die Firma „Jenoptik Robot“ hat speziell dafür die Black Flash-Blitztechnologie entwickelt. Das Besondere: Der Blitz dieser „Schwarzlichtanlage“ ist in einem Infrarotbereich, der für das menschliche Auge nahezu unsichtbar bleibt. Bei Geschwindigkeitsverstößen im Tunnel wird der Fahrer also nicht geblendet. Die digitale Kamera zeichnet hochauflösende Bilder auf, mit denen sowohl Kennzeichen als auch Fahrer eindeutig identifizierbar sind. Das daran angeschlossene System „TraffiStar S330“ verfügt zudem über eine Anschlussmöglichkeit für Wechselverkehrszeichenanlagen und berücksichtigt dann automatisch die wechselnden Geschwindigkeitsgrenzen. „Die Black Flash-Technologie kommt bisher ausschließlich in Tunneln zum Einsatz, nicht auf regulären Landstraßen oder Autobahnen“, so Stefanie Stäglin von Jenoptik.

Das eigentliche Messverfahren bleibt durch die neue Blitztechnologie unberührt und funktioniert genau wie bei herkömmlichen Radaranlagen: In die Fahrbahn werden je drei Piezo-Sensoren pro Fahrstreifen eingelassen. Werden diese empfindlichen Sensoren überfahren, digitalisiert ein Vorverstärker die Signale und die Geschwindigkeit wird anhand des Weg-Zeit-Prinzips ermittelt. Also: Wie viel Zeit verging zwischen dem Überfahren von Sensor 1 bis Sensor 2 und von Sensor 2 bis 3. Die Überschreitung des eingestellten Limits löst dann den unsichtbaren Blitz und die Kamera aus. Das Foto und Angaben zu Datum, Ort, Zeit, und Geschwindigkeit werden online an die Bußgeldstelle übermittelt.

Bundesweit im Einsatz

Die Black Flash-Blitzgeräte von Jenoptik Robot wurden bereits in verschiedenen Tunneln in Deutschland installiert. Erstmals eingesetzt wurde der „Black Flash“ im Jahr 2003 im Rennsteigtunnel in Thüringen. Hier führte die Technik zu einer deutlichen Veränderung des Fahrverhaltens. Auch im Aubinger- und Richard-Strauss-Tunnel in München sind Verkehrsüberwachungssysteme mit Black Flash installiert. Der enge Rheinufertunnel in Düsseldorf ist einer der ersten innerstädtischen Tunnel mit Schwarzlicht-Blitzanlage. Auch im Tunnel Britz in Berlin ist eine solche Anlage installiert worden.

Mit einer speziellen Schwarzlicht-Technik kann kaum sichtbar in Tunneln geblitzt werden

© kalafoto, fotolia

GdP für neue Technik

Mit ihrem „Verkehrspolitischen Programm" will die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die Sicherheit auf Deutschlands Straßen nachhaltig verbessern. „Überwachung, Aufklärung sowie die Entwicklung von Straßen- und Fahrzeugtechnik müssen vorangetrieben werden“, so GdP-Bundesvorsitzender Oliver Malchow. In ihrem Positionspapier schlägt die GdP zum Beispiel ein generelles Tempo-30-Limit in Wohngebieten vor. Auf Autobahnen soll die Geschwindigkeit durch automatisches Einwirken auf 130 Kilometer pro Stunde geregelt werden. Statt lokalen Blitzern setzt sich die GdP für die abschnittsbezogene Geschwindigkeitsüberwachung an dafür geeigneten Stellen ein, der so genannten „Section Control“.

(ks) (24.07.2015)

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