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Erste Hilfe leisten nach Drogenkonsum

Du bist mit Freunden im Club unterwegs und es ist ein lustiger Abend als plötzlich ein Mädchen bewusstlos auf der Tanzfläche zusammenbricht. Niemand weiß so recht, was zu tun ist – die Umstehenden geraten in Panik. Möglich ist, dass das Mädchen Drogen genommen hat. Wie sollte man in so einem Moment reagieren? Was ist bei einem Atemstillstand oder einer durch Drogen ausgelösten Panikattacke zu tun? Das ist nicht immer leicht zu entscheiden. Wichtig ist: Jeder kann etwas tun. PolizeiDeinPartner listet die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen auf.

Was tun im Notfall?


Nach dem Konsum von Drogen kann die Party schnell vorbei sein

© David Pereiras, fotolia

Du bist mit Freunden im Club unterwegs und es ist ein lustiger Abend als plötzlich ein Mädchen bewusstlos auf der Tanzfläche zusammenbricht. Niemand weiß so recht, was zu tun ist – die Umstehenden geraten in Panik. Möglich ist, dass das Mädchen Drogen genommen hat. Wie sollte man in so einem Moment reagieren? Was ist bei einem Atemstillstand oder einer durch Drogen ausgelösten Panikattacke zu tun? Das ist nicht immer leicht zu entscheiden. Wichtig ist: Jeder kann etwas tun. PolizeiDeinPartner listet die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen auf.

Erste Hilfe: ABC-Regel

Jeder kann und muss Erste Hilfe leisten, wenn ein anderer Mensch in Not ist. Dazu sollte jeder einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen und das dort Gelernte regelmäßig auffrischen. Einrichtungen, die solche Kurse oft kostenlos anbieten, sind etwa das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter oder die Malteser.

 

Gut merken sollte man sich auf jeden Fall die ABC-Regel:

  • A = Atemwege freimachen Mund und Rachen müssen von Erbrochenem befreit werden, da sonst die Atemwege blockiert sein können
  • B = Beatmung Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung durchführen, wenn die Person nicht mehr selbstständig atmet
  • C = Circulation (Kreislauf) Bei einem Herzstillstand Herzdruckmassage durchführen

Diese Maßnahmen sollten umgehend und so lange durchgeführt werden, bis ein Notarzt vor Ort eintrifft! Des Weiteren sollte man sich auf jeden Fall merken, wie man jemanden in die „stabile Seitenlage“ bringt. Auch das wird in einem Erste-Hilfe-Kurs vermittelt. Wichtig: Das Lesen dieses Artikels kann nicht den Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses ersetzen!

Notruf absetzen

Der Rettungsdienst ist unter der Nummer 112 zu erreichen – wählt man den Notruf, ist man direkt mit der Feuerwehr bzw. der Rettungsleitstelle verbunden. Merken sollte man sich die „5-W-Regel“:

  • Wo ist etwas geschehen? (Ort und Adresse)
  • Was ist geschehen?
  • Wie viele Personen sind betroffen?
  • Welche Art von Verletzung liegt vor?
  • Warten auf Rückfragen der Leitstelle (Wer meldet?)

Man sollte nicht von selbst auflegen, sondern immer warten, bis man dazu aufgefordert wird.

Grundsätzlich sollte man:

  • schnellstmöglich den Notruf unter der Nummer 112 verständigen, vor allem, wenn jemand bewusstlos ist
  • Ruhe bewahren
  • andere Personen um Hilfe bitten
  • Gaffer“ wenn möglich wegschicken
  • eine ruhige Umgebung für die hilfebedürftige Person schaffen und bei ihr bleiben bis der Notarzt eintrifft
  • versuchen, die Person anzusprechen und wach zu halten
  • versuchen herauszufinden, welche Drogen die Person konsumiert hat – sind noch Drogen vorhanden, sollte man sie dem Arzt aushändigen, damit dieser weiß, worum es sich handelt.

Was tun bei Dehydrierung (Überhitzung)?

Besonders nach dem Konsum von Ecstasy oder Amphetaminen wie Speed oder Crystal kann es zu einer Überhitzung kommen, weil die Körpertemperatur nicht mehr richtig reguliert werden kann – Durst oder Müdigkeit werden von der Person nicht mehr wahrgenommen. Hinweise auf eine Überhitzung sind ein schneller Puls, ein roter Kopf und möglicherweise Übelkeit.

Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • mit der Person an die frische Luft gehen, die Person soll sich hinsetzen und ausruhen
  • möglichst Wasser zu trinken geben (auf keinen Fall Alkohol)
  • Puls und Atmung sollten im Auge behalten werden
  • wird die Person ohnmächtig, sind die Beine hochzulagern. In diesem Fall sollte unbedingt ein Notarzt gerufen werden.

Jeder sollte sich einprägen, wie er jemanden in die stabile Seitenlage bringt

© Thomas Zagler, fotolia

Was tun bei Kreislaufproblemen?

Wird eine Person plötzlich blass, bekommt Schweißausbrüche und hat einen kaum spürbaren Puls, spricht dies für Probleme mit dem Kreislauf. Übelkeit und Schwindel können ebenfalls hinzukommen und es kann einem „schwarz vor Augen“ werden.

Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • für frische Luft sorgen
  • die Person hinlegen und die Beine hochlagern
  • bessert sich der Zustand nach einer Weile nicht, ist ein Notarzt zu verständigen

Was tun bei Bewusstlosigkeit?

Eine Person gilt als bewusstlos, wenn sie zwar selbstständig atmen kann, aber nicht ansprechbar ist und auch auf ein kräftiges Kneifen nicht mehr reagiert. Das ist ein Zeichen dafür, dass das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Grund dafür können zu viel Alkohol, Beruhigungsmittel oder der Konsum von Opiaten sein.

Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • sofort den Rettungsdienst informieren
  • kontrollieren, ob die Person atmet und einen Puls hat
  • in die stabile Seitenlage bringen
  • die Person zudecken
  • Achtung: bewusstlosen Personen keinesfalls Flüssigkeiten einflößen – sie könnten daran ersticken

Bei einem Atemstillstand muss sofort Erste Hilfe geleistet werden

© pixelaway, fotolia

Was tun bei Krampfanfällen?

Manche Drogen wie Kokain oder Amphetamine können dazu führen, dass die Muskulatur verkrampft. Dies kann auch passieren, wenn mehrere Drogen gleichzeitig konsumiert werden, bei einer Überdosis oder bei einem Drogenentzug. Bei einem Krampfanfall fängt der Körper an zu zucken, oft verdreht die Person dabei die Augen nach oben. Manche haben auch Schaum vor dem Mund oder machen sich in die Hose.

Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • unbedingt sofort den Rettungsdienst verständigen
  • nicht versuchen, die Person festzuhalten
  • möglichst etwas Weiches unter den Kopf legen, damit die Person sich nicht verletzt
  • achtgeben, dass sich die Person nicht an umstehenden Gegenständen stößt
  • lässt der Krampfanfall nach, ist es möglich, dass die Person einschläft oder bewusstlos wird. In diesem Fall auf Puls und Atmung achten und in die stabile Seitenlage bringen.
  • auch wenn der Krampfanfall vorüber scheint, sollte der Notdienst verständigt werden, da weitere Anfälle nicht auszuschließen sind.

Was tun bei Schock?

Hat jemand einen Schock, erkennt man das an seiner blassen, kalten Haut. Manche sind benommen oder verlieren das Bewusstsein. Andere wiederum sind unruhig und ihr Puls rast.

Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • Die Person sollte in der Regel auf den Rücken gelegt und die Beine hoch gelagert werden. Tritt der Schock jedoch aufgrund von Herzproblemen auf, ist genau das Gegenteil richtig: Der Kopf sollte hoch, die Beine tief gelagert werden. Bei Herzproblemen treten die Venen am Hals hervor. In diesem Fall sollte unbedingt ein Arzt gerufen werden.
  • Atmung und Puls kontrollieren
  • Der Person etwas zu trinken reichen (kein Alkohol); darauf achten, dass sie langsam und in kleinen Schlucken trinkt

Bessert sich die Lage nicht, sollte ein Notarzt verständigt werden.

Was tun bei Aggressivität?

Insbesondere nach dem Konsum von Amphetaminen wie Crystal Meth kann es zu aggressivem Verhalten bis hin zu Verfolgungswahn kommen. Es kann auch vorkommen, dass sich Konsumenten selbst verletzen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • Blickkontakt aufnehmen und das Gespräch mit der Person suchen – dabei jedoch körperlich Abstand von der Person halten
  • ruhig und gelassen bleiben, versuchen, die Situation zu entspannen, indem man etwa gemeinsam etwas trinkt
  • sich nicht auf Diskussionen, Beschimpfungen oder Provokationen einlassen, nicht emotional reagieren
  • lässt die Person sich nicht beruhigen und ist weiterhin aggressiv gegenüber sich selbst oder anderen, sollte die Polizei und ggf. ein Arzt verständigt werden.

 

Bei Bewusstlosigkeit sollte immer der Rettungsdienst unter 112 verständigt werden

© prophoto24, fotolia

Was tun bei einem Angst-/Horror-Trip?

Psychoaktive Substanzen wie LSD oder Cannabis können bei Konsumenten Panik oder Angstzustände auslösen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • die Person an einen ruhigen, gut belüfteten Ort bringen
  • beruhigend auf sie einwirken und bei ihr bleiben, ggf. Körperkontakt halten, wenn möglich, vertraute Personen dazuholen
  • erklären, dass die Angst auf die Drogen zurückzuführen ist und bald vorbeigehen wird
  • das Gespräch auf positive Themen lenken
  • etwas zu trinken geben (kein Alkohol oder aufputschende/koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder Energy-Drinks)
  • manche Personen fangen an zu hyperventilieren (es wird schnell und schnappartig ein-, aber nicht oder kaum ausgeatmet). In dem Fall sollte man gemeinsam mit der Person ruhig atmen und sie ggf. in eine Plastik- oder Papiertüte atmen lassen.
  • lässt sich die Person nicht beruhigen oder gefährdet sie sich oder andere, sollte die Polizei und/oder ein Arzt verständigt werden.

Was tun bei Atem- oder Herzstillstand?

Bei einem Herzstillstand kann man an Hals und Handgelenken keinen Puls mehr fühlen. Erleidet jemand einen Atemstillstand, wird die Atmung sehr flach und stoppt schließlich ganz. Der Brustkorb hebt und senkt sich nicht mehr, die Lippen werden blau. Vor Mund und Nase ist kein Luftzug mehr zu spüren. In beiden Fällen muss sofort Erste Hilfe in Form von Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung sowie einer Herzmassage geleistet werden!

Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • sofort den Rettungsdienst verständigen
  • die Person flach auf den Boden legen
  • nachschauen, ob eventuell Erbrochenes die Atemwege blockiert – den Mund und den Rachen davon befreien
  • Kopf leicht nach hinten überstrecken
  • Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung in Kombination mit einer Herzdruckmassage durchführen – so lange, bis der Rettungsdienst eintrifft
  • auch wenn die Person wieder selbstständig beginnt zu atmen, müssen Puls und Atmung weiterhin kontrolliert werden, bis ein Arzt eintrifft.

SW (17.12.2015)

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