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Das Fahrerassistenzsystem denkt mit

Im Jahr 2018 ereigneten sich mehr als 2,6 Millionen Verkehrsunfälle auf deutschen Straßen. Bei fast jedem zehnten Crash wurde eine Person verletzt oder sogar getötet. Am häufigsten war es menschliches Fehlverhalten, das zum Unfall geführt hat. An dieser Stelle kommen Fahrerassistenzsysteme ins Spiel. Denn sie unterstützen die Fahrerin oder den Fahrer und sorgen somit für mehr Sicherheit. Ab Mai 2022 sind einige der Systeme nach einem EU-Beschluss für Neuwagen sogar verpflichtend. Mit der Kampagne ‚bester beifahrer‘ wirbt auch der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) für die Nutzung der Systeme. Im Interview erklärt Hauptgeschäftsführer Christian Kellner, was die elektronischen Helfer leisten und weshalb selbst die erfahrensten Autofahrer nicht darauf verzichten sollten.

Angenommen, jedes Auto würde über Fahrerassistenzsysteme verfügen. Wie viele Unfälle könnten verhindert werden?

Wir gehen davon aus, dass man mithilfe der gängigen Systeme – also beispielsweise Notbremsassistent, Abstandsregeltempomat, Toter-Winkel-Assistent, Müdigkeitswarner – mehr als 50 Prozent der Unfälle vermeiden oder die Unfallfolgen deutlich verringern könnte. Fahrerassistenzsysteme haben eine ungeheure Sicherheitswirkung und deshalb sollte man sie auch wirklich nutzen. Daher begrüßen wir die Pläne der Europäischen Union, dass Assistenzsysteme für Neuwagen bald verpflichtend vorgeschrieben werden. Wenn man ein Fahrzeug anschafft, dann sollte man aber auch heute schon prüfen, über welche Systeme es verfügt und sich beim Kauf ganz bewusst dafür entscheiden.

Folgende Systeme sollen ab Mai 2022 für neue Pkw-Modelle und ab Mai 2024 für bestehende Modelle verbindlich werden:

  • Notbremsassistent
  • Intelligenter Geschwindigkeitsassistent
  • Notfall-Spurhalteassistent
  • Warnsystem bei Müdigkeit und nachlassender Aufmerksamkeit
  • Warnsystem bei nachlassender Konzentration
  • Notbremslicht
  • Rückfahrassistent
  • Ereignisbezogene Datenerfassung („Black Box“)
  • Vorrichtung zum Einbau einer alkoholempfindlichen Wegfahrsperre

Was konnten Sie mit der Kampagne ‚bester beifahrer‘ bereits erreichen?

Wir haben die Kampagne 2006 gestartet. Unser Ziel ist es, die Menschen davon zu überzeugen, in erster Linie in Sicherheit zu investieren, wenn sie sich ein Auto kaufen und nicht darauf zu verzichten, weil man das Geld zum Beispiel lieber in Ledersitze oder Leichtmetallfelgen investiert. Ich denke, wir sind schon einen sehr großen Schritt weitergekommen. Fahrerassistenzsysteme sind in ihrer Bedeutung sehr gestiegen. Immer mehr Menschen wissen, welche Vorteile sie haben und warum sie für Sicherheit sorgen. Zu der Zeit, als wir mit der Kampagne begonnen haben, hat man viel mit technischen Abkürzungen gearbeitet und viele englische Begriffe genutzt. Heute sagt man zum Beispiel „Abstandsregeltempomat“ und jeder weiß, um was es geht. In Zusammenarbeit mit der Industrie haben wir zudem erreicht, dass deutlich mehr Systeme in den Fahrzeugen vorhanden sind. Und auch in der Werbung spielt das Thema eine größere Rolle. Wir haben also schon viel geschafft, aber es ist auch noch viel zu tun. Ich bin jedoch sehr zuversichtlich, dass wir langfristig dazu beitragen können, dass noch mehr Menschen bei der Kaufentscheidung in Sicherheit investieren, damit sie sich keinen Vorwurf machen müssen, wenn es zu einem Unfall gekommen ist.

Waren Sie selbst schon in einer Situation, in der Ihnen ein System geholfen hat?

In meinem Fahrzeug sind zum Beispiel der Notbremsenassistent, der Abstandsregeltempomat und ein Spurverlassenswarner verbaut. Und in der Tat habe ich diesen Spurverlassenwarner schon einmal als sehr segensreich empfunden: Es war so, dass ich etwas müde wurde und anscheinend leicht von der Spur abgekommen bin. Dann hat das Fahrzeug sehr deutlich gemacht: Ich möchte in der Spur bleiben und hat mich gewarnt. Infolgedessen bin ich bei der nächsten Gelegenheit rechts rangefahren und habe mich erst einmal ausgeruht. Ich weiß also aus eigener Erfahrung, wie wichtig die Assistenzsysteme sind.

MW (26.07.2019)

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