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Prävention von sexualisierter Gewalt gegen Mädchen mit geistiger Behinderung

Viele nationale wie internationale Studien belegen, dass Mädchen und Frauen mit geistiger Behinderung im Schnitt drei bis vier Mal häufiger von sexualisierter Gewalt betroffen als die Allgemeinbevölkerung. Einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zufolge erlebt etwa jedes vierte Mädchen mit geistiger Behinderung bereits vor seinem 18. Geburtstag sexuelle Übergriffe und sexualisierte Gewalt.

Um den Mädchen die verschiedenen Situationen zu veranschaulichen, wurden 24 kurze Videos erstellt, die immer jeweils eine typische Täterstrategie zeigen. Dazu zählt beispielsweise, dem Mädchen Geschenke zu geben, aus dem sexuellen Übergriff ein Geheimnis zu machen oder ihnen sogar zu drohen. „Nachdem die Videos angeschaut wurden, werden die Situationen gemeinsam besprochen. Anschließend wird im Rollenspiel geübt, das präventive Verhalten umzusetzen“, erklärt Chodan. „Wir wollen den Mädchen dabei keine generalisierte Angst eintrichtern und ihnen stattdessen vermitteln: Das kann alles passieren und wir wollen euch darauf vorbereiten – aber die meisten Menschen sind gut!“

Die Lehrvideos führen den Mädchen verschiedene Täterstrategien vor Augen

© Universität Rostock

Auch zuhause öfter „nein“ sagen

Nach Abschluss der Studie soll das Trainingsmanual voraussichtlich Ende 2015 Fachkräften kostenfrei online zur Verfügung gestellt werden, die mit Kindern mit geistiger Behinderung arbeiten, und ausgebildeten Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungstrainerinnen. Die Rückmeldungen der Mädchen auf das Programm sind bislang positiv. „Einige Eltern berichten uns, dass die Kinder auch zuhause öfter „nein“ sagen und selbstbewusster geworden sind. Darauf bereiten wir die Eltern auch vor und wünschen uns von ihnen, dass sie dies positiv sehen“, so die Projektmanagerin.

Kontakt:

Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter (Rostock)

„EMMA unantastbar!“

Wencke Chodan

Doberaner Str. 142

18057 Rostock

wencke.chodan(at)med.uni-rostock.de

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