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Vorhang auf für „Sicher im Netz“

Vernetzung und Social Media sind Themenbereiche, mit denen heutzutage jeder früher oder später einmal in Kontakt kommt. Viele Eltern geben dem Drängen ihrer Kinder schon ab einem Alter von etwa neun oder zehn Jahren nach und schenken ihnen ihr erstes Smartphone. Aber wie funktioniert Vernetzung eigentlich? Was für Chancen und Risiken bietet sie für den Einzelnen und für die Gesellschaft? Das Projekt „Sicher im Netz“ hilft Viertklässlern aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis, sich interaktiv mit den neuen Möglichkeiten von Smartphones und Social-Media-Plattformen auseinanderzusetzen. Entwickelt wurde das Programm vom Jungen Theater Bonn (JTB) und der Deutschen Telekom. Es besteht aus einer Vorbereitungsphase mit dem Klassenlehrer und einem theaterpädagogischen Workshop des Jungen Theaters Bonn.

Emotionales Lernen

Durch den theaterpädagogischen Ansatz des Projekts setzen sich die Kinder kreativ und emotional mit ihrem Nutzungsverhalten auseinander. Was für Theaterszenen sie dabei entwickeln, hängt bei der Projektdurchführung von dem Input jedes einzelnen Schülers ab. „Viele Kinder sind durch ältere Geschwister schon vorher in Kontakt mit den Vorteilen und Risiken des Internets gekommen, andere haben dazu noch gar keinen Bezug. Durch die verschiedenen Vorerfahrungen und Erlebnisse der Kinder ist jede Projektdurchführung unterschiedlich“, freut sich Seibert. Die Idee, sich dem Thema Medienkompetenz über theaterpädagogische Übungen anzunähern, begründet er damit, dass fachliche Inhalte bei Menschen ganz anders abgespeichert werden, wenn sie mit emotionalen Erfahrungen verknüpft sind: „Wenn man sich Situationen vorstellt, sie nachspielt und nachempfindet, dann entwickelt man eine emotionale Verbindung zu der gespielten Situation. Das spricht Kinder mehr an, als ein trockener fachlicher Vortrag.“

In jede Schulklasse kommt am Projekttag eine Theaterpädagogin oder ein Theaterpädagoge des Jungen Theaters Bonn

Theaterpädagogin Patricia Lempke, © Junges Theater Bonn

Ein großer Tag mit Lerneffekt

Ob die Klassen ihr Theaterstück am Ende des Tages nur einem kleinen Publikum vorführen oder die Parallelklassen und die eigenen Eltern und Geschwister zur Vorstellung einladen, ist ihnen überlassen. „Wir wollen den Schulen nicht zu viele Vorgaben machen. Sie dürfen selbst entscheiden, wie viel Zeit und Priorität sie dem Projekt einräumen möchten“, beschreibt Seibert die flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten. Die Rückmeldungen, die das Junge Theater Bonn bisher zu „Sicher im Netz“ bekommen hat, waren durchweg positiv. Viele Lehrer, die das Projekt bereits im Vorjahr mit einer vierten Klasse durchgeführt haben, meldeten sich für dieses Jahr mit einer neuen vierten Klasse an. Auch von den Kindern haben die Theaterpädagogen positive Rückmeldungen bekommen. „Wir haben den Eindruck, dass die Kinder Spaß daran haben, ein ernstes Thema spielerisch und kreativ umzusetzen“, stellt Seibert zufrieden fest. Mit 30 geplanten Terminen für 2017 werden Viertklässler auch in diesem Jahr nachhaltig für einen bewussteren Umgang mit Smartphones und Social Media sensibilisiert und können ihre ersten Theatererfahrungen machen. Ob weitere Termine folgen, hängt von der Nachfrage ab.

Kontakt

Junges Theater Bonn

Moritz Seibert

Hermannstr. 50

53225 Bonn

theaterpaedagogik@jt-bonn.de

 

FL (28.04.2017)

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